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Verletzbarkeit und Literalität im 21. Jahrhundert

Anke Grotlüschen

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Anke Grotlüschen, Verletzbarkeit und Literalität im 21. Jahrhundert (13.04.2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0514-2717, 2021 #1, S.16

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Der vorliegende Beitrag richtet sich auf mögliche Neuerungen im Literalitätsdiskurs, die im Gefolge der Level-One Studie 2018 eintreten könnten. Dies betrifft insbesondere den Versuch, zu einem weniger verletzenden Literalitätsbegriff zu gelangen, der sich unter anderem aus dem Vulnerabilitätskonzept (Judith Butler) speist. Hier geht es zunächst darum, das Leben mit geringer Literalität anzuerkennen, anstatt es als Leiden oder Defizit zu verkennen. Die Befunde der LEO-Studie bestätigen wie schon 2011, dass (1) die allgemeine Teilhabe an Beruf und Familie mehrheitlich gegeben ist. Darüber hinaus werden Daten aus LEO 2018 sekundäranalytisch verwendet, um zu prüfen, ob es andere Arten von Marginalisierung gibt, die in LEO 2011 noch nicht sichtbar waren. LEO 2018 enthält eine Operationalisierung funktional-pragmatischer und kritisch-hinterfragender Grundkompetenzen. Hinsichtlich der (2) funktional-pragmatischen Lebensbewältigung sind die Ergebnisse uneinheitlich, deuten aber auf erhöhte Vulnerabilität hin. Bezüglich des (3) kritischen Hinterfragens ist die Datenlage robuster, hier zeigt sich erhebliche Unsicherheit gering literalisierter Personen. Im Zeitalter willentlicher Desinformation, lernender Algorithmen und künstlicher Intelligenz stellt dies – wie exemplarisch unter dem Stichwort des Überwachungskapitalismus (Shoshana Zuboff) diskutiert wird – eine besondere Herausforderung für Menschen mit geringer Literalität dar.

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