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Wilhelm von Humboldt als Ethnograph

Bildungsforschung im Zeitalter der Aufklärung

Ruprecht Mattig

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Ruprecht Mattig, Wilhelm von Humboldt als Ethnograph (2019), Beltz Verlagsgruppe, 69 469 Weinheim, ISBN: 9783779953876

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Description

Zum ersten Mal werden Wilhelm von Humboldts Reisebeobachtungen aus Frankreich, Spanien und dem Baskenland systematisch aus bildungstheoretischer Sicht untersucht. Dabei erscheint er als Ethnograph mit einer bis heute aktuellen Fragestellung, denn er erforscht, inwieweit es den verschiedenen Völkern gelingt, die Aufklärung konstruktiv mit ihren je eigenen kulturellen Traditionen zu verbinden. Das Buch zeichnet die ethnographischen Forschungen Wilhelm von Humboldts nach und zeigt, wie er sein Bildungsverständnis Schritt für Schritt weiterentwickelt und dabei sogar Erkenntnisse gewinnt, die dann später in seine berühmten Konzepte für die preußische Bildungs- und Kulturpolitik einfließen. Es wird zudem deutlich, dass Humboldt Bildung viel volksnaher denkt, als meist angenommen wird.

Table of content

  • BEGINN
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • „Culadas“
  • Zur Rekonstruktion eines ethnographischen Suchbildes
  • Der Gang der Untersuchung
  • 1. Humboldt-Bilder in der bildungs- und kulturtheoretischen Humboldt-Rezeption
  • Das „klassische“ Humboldt-Bild: Humanistisches Bildungsideal und Bildungsreform
  • Humboldts Bildungsverständnis als Korrektiv gegen- über utilitaristischen Tendenzen in der Empirischen Bildungsforschung
  • Humboldt als Theoretiker des Zusammenhangs von Bildung und Sprache
  • Humboldt als Ahnherr kulturanthropologischer Forschung
  • Oder doch: Humboldt als Empiriker der Bildung?
  • 2. Humboldts Anthropologie im Kontext der Zeit: Zum geistes-, sozial- und kulturgeschichtlichen Hintergrund
  • Theorien des Nationalcharakters: „Ursprunglichkeit“, „Vermischung“ und „Bildung“
  • Die empirische Seite der Anthropologie im ausgehenden achtzehnten Jahrhundert
  • „Bildung“ als doppelte Emanzipation: Die gesellschaftliche und kulturelle Lage im deutschsprachigen Raum zur Zeit Humboldts
  • 3. „Europaeische Aufklärung“ und „Charakterbildung“ – ein Widerspruch? Grundzüge der Anthropologie Humboldts
  • Aufklärung als freie Entfaltung der geistigen Kräfte
  • Bildung als Entfaltung aller menschlichen Kräfte zu einem Ganzen
  • Der Charakter als „ursprüngliche“ und „Eine“ Kraft
  • Charakterbildung und Ideal der Menschheit
  • Bedingungen der Charakterbildung
  • Zum Zusammenhang von Bildung, Wechselwirkung und Lage des Charakters
  • Von „wesentlichen“ und „zufälligen“ Charakterzügen
  • Charakterbildung als Herausforderung im Zeitalter der Aufklärung
  • 4. „Ursprünglichkeit“ und „Verfeinerung“: Humboldts ethnographischer Blick auf die alten Griechen
  • Die Bildung der alten Griechen
  • Die „Umstände“ der griechischen Bildung
  • Über die Möglichkeit, weitere ursprüngliche und verfeinerte Charaktere zu finden
  • 5. Bildende „Charaktergemählde“: Zur Methodologie der Anthropologie Humboldts
  • Anthropologische Forschung als „Ausspähen“ des Charakters
  • Empirische Instrumente der Anthropologie Humboldts: Literaturstudium, „Statistik“, Physiognomie, Vergleich
  • Das Problem der Absonderung von „wesentlichen“ und „zufälligen“ Charakterzugen
  • Gütekriterien Humboldt’scher „Charaktergemählde“
  • 6. Aufklärung und Verfeinerung, aber fehlende Charakterkraft und ansteckende Zufälligkeiten: Humboldts ethnographischer Blick auf die Franzosen
  • Pariser Theater und französischer Nationalcharakter
  • „Einen gerade vom Ziel abführenden Weg“: Über die fehlende Kraft des französischen Charakters
  • Das schädliche „Uebergewicht“ Frankreichs in Europa
  • 7. Fehlende Aufklärung, „Edle Phantasiebeschäftigung mit Gefühlen“ und „weniger Unterschied zwischen dem Volk und den höhern Ständen“: Humboldts ethnographischer Blick auf die Spanier
  • Klerikaler „Druck“ und fehlende Aufklärung
  • Die Einsiedler vom Montserrat und der spanische Nationalcharakter
  • Bildung und soziale Separierung – in Spanien, in Deutschland
  • 8. „Reiner Stammcharakter“ und „Volksaufklärung“: Humboldts ethnographischer Blick auf die Basken
  • Bestimmung und Begriff des baskischen Nationalcharakters
  • Die Geschichte der Basken: Keine Vermischungen mit anderen Nationen
  • Die Verfassungen Biscayas: Relative Selbstbestimmung und Gleichheit der Bürger
  • Das rituelle Leben im Baskenland: Gleichheit und Gemeinschaft in Tanz und Spiel
  • Patriotismus: Der Nationalstolz der Biscayer
  • „LocalEifersucht“ und innere Wechselwirkung: Das Baskenland als „Föderativstaat“
  • Ökonomisches: Zum Zusammenhang von Wohlstand und Nationalcharakter der Biscayer
  • Die „Originalität“ der baskischen Sprache
  • Die „Volksaufklärung“ im Baskenland
  • Erziehung versus Sozialisation: Der baskische Charakter im Wechsel der Generationen
  • Bildung und soziale Deseparierung: Der bildungstheoretische Ertrag aus Humboldts Beschäftigung mit den Basken
  • Soziale Gleichheit? – Eine kritische Wurdigung der Ergebnisse der Baskenstudie
  • 9. Humboldt, der Reformer: Ethnographische Erkenntnisse in der preußischen Bildungs- und Kulturpolitik
  • Die Bildung der „Masse der Nation“
  • Musik als „natürliches Band zwischen den untern und höhern Klassen der Nation“
  • Zur Bedeutung der „Volksbildung“
  • Ein Vergleich mit der Bildungstheorie des Neuhumanisten Friedrich Immanuel Niethammer
  • 10. Späte Enttäuschung hinsichtlich der Basken, oder: Humboldts ethnographische Entdeckung der christlichen Mission
  • Der „katholische Anstrich“: Humboldts Blick auf die Religion in seinen frühen Baskenstudien
  • Von Basken, Griechen, indigenen Amerikanern und den „Vätern der Missionen“
  • Humboldts Erkenntnisgang aus Sicht der Erkenntnistheorie von Charles Sanders Peirce
  • Ausblick
  • Zur Humboldt-Forschung
  • Zur Bildungsforschung
  • Literaturverzeichnis
  • Siglen von Werken und Briefen Wilhelm von Humboldts
  • Weitere Literatur

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