'Sind die Parteien noch zu retten?'

Die deutschen Parteien: Entwicklungen, Defizite und Reformmodelle

Jürgen Dittberner

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Jürgen Dittberner, 'Sind die Parteien noch zu retten?' (2004), Logos Verlag, Berlin, ISBN: 9783832599492

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Description / Abstract

Parteienhass, Parteienfrust oder Parteienverdrossenheit gibt es an Stammtischen ebenso wie in Seminaren und elaborierten Abhandlungen. Infolge der Globalisierung und der Wiedervereinigung wurden die Grenzen der Problemlösungskompetenz der Parteien vor allem an der andauernden strukturellen Arbeitslosigkeit sichtbar. Die Rede vom Reformstau des Staatswesens kam auf. Die Parteien wurden als die Schuldigen hingestellt. Diese trugen mit ihren Verkrustungen dazu bei, das negative Urteil über sie zu bestätigen.

So ist es recht und billig, wenn der immer nachhaltiger werdende Ruf nach Reformen auch an das Parteiensystem gerichtet wird: Die Parteien haben zu wenig Mitglieder und Anhänger -- und das in abnehmender Zahl. Ihre leitenden Funktionäre haben oft die Bodenhaftung verloren und bewegen sich merkwürdig egozentrisch im "Raumschiff Politik". Die Parteien erscheinen als geschlossene Gesellschaften, nicht zugänglich für außen stehende Kreise.

Wenn das Gesundheits-, das Steuer- und alle anderen gesellschaftlichen Organisationssysteme auf dem Prüfstand stehen, dann gehört das Parteiensystem dazu. Die Parteien müssen sich reformieren, wenn sie überleben wollen.

Sind die Parteien noch zu retten? Die Antwort lautet: Ja, wenn sie Reformen auch an sich selber durchführen mit dem Ziel, sich dem Volk zu nähern, das sie ja vertreten sollen.

Zum Autor: Prof. Dr. Dittberner ist seit 1993 Professor für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Parteienforschung an der Universität Potsdam. Er ist langjähriges aktives Mitglied der FDP und war in unterschiedlichen verantwortlichen Positionen tätig - u.a. als stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Berlin.

Table of content

  • BEGINN
  • Vorwort
  • 1. Anmerkungen über die deutschen Parteien
  • 2. Die westdeutschen Parteien: Gründung, Ära Adenauer
  • a) Determinanten
  • b) Funktionen
  • c) Gründung
  • d) Ära Adenauer
  • 3. Umbruch, sozial-liberale Phase
  • 4. Die Ära Kohl
  • 5. Mediatisierung der Parteien in der Berliner Republik
  • 6. Mitglieder – die Basis der Parteien?
  • a) Formelle Parteimitglieder
  • b) Kleine Funktionäre
  • 7. Die Macht der Politiker
  • a) Die Ochsentour
  • b) Die Quereinsteiger
  • 8. Das Parlament als Sozialisationsagentur
  • 9. Verwaltungen zwischen Bürokratie und Parteipolitik
  • a) Der Idealtypus der Bürokratie und die Mikropolitik
  • b) Parteipolitik und Verwaltung
  • 10. Kabinettsszenen
  • 11. Revue der Parteien 1: CDU/CSU und SPD
  • a) Die Union (CDU/CSU)
  • b) Die SPD
  • 12. Revue der Parteien 2: FDP, Grüne, PDS, die Rechten
  • a) Auf dem Boden der Realität: Die FDP
  • b) Noch eine Chance für die Grünen
  • c) Die PDS auf der Suche nach einem Platz im deutschen Parteiensystem
  • d) Was wollen die Rechten?
  • 13. Freies Mandat und politische Geschlossenheit
  • a) Rekrutierung durch die Parteien
  • b) Vertreter des ganzen Volkes
  • c) Fraktionen: Instrumente der Parteien?
  • d) Geschlossenheit als Dogma
  • e) Personalisierung als Pflicht?
  • f) Erfolg durch Abweichung (Ströbele)
  • g) Ausgrenzung nach Abweichung (Hamm-Brücher)
  • h) Doch imperatives Mandat?
  • i) Ausschluss nach Obstruktion (Möllemann)
  • j) Was ist das „Gewissen“ von Abgeordneten?
  • k) Macht auf Zeit als Konfliktentspannung
  • l) Die Lösung: Mannschaftsspiel?
  • 14. Vom Irrweg des innerparteilichen Plebiszits
  • 15. Therapien für die politischen Parteien
  • Literatur
  • Der Autor

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