Vollkommen unvollkommen – von ‚richtigen‘ und ‚falschen‘ Körpern

Simone Danz

Diese Publikation zitieren

Simone Danz, Vollkommen unvollkommen – von ‚richtigen‘ und ‚falschen‘ Körpern (26.02.2024), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0943-8394, 2023 #3, S.136

23
Accesses

Beschreibung / Abstract

Jeder Mensch lebt in und mit dem eigenen Körper, und zwar in der Weise, wie er gelernt hat, ihn zu empfinden. Wenn schon früh ein Gefühl entsteht, dass nur das Perfekte und Optimale wertgeschätzt wird, werden oft Selbstzweifel sowie die Suche nach Mängeln und der Drang zur Optimierung geprägt. Die Folge ist dann, mit allen Mitteln zu versuchen, dem Ideal nahe zu kommen – angefangen von Nahrungsergänzungsmitteln, Diäten, angeblichen Wundermitteln bis hin zu plastischer Chirurgie. Hat man jedoch gelernt, den eigenen Körper zu akzeptieren so wie er ist, – ohne den eigenen Wert in Frage zu stellen – dann ist ein zufriedeneres Leben in und mit ihm möglich. Besonders deutlich wird das für Menschen, die schon seit ihrer Geburt mit einem als behindert markierten Körper leben. Sie lernen auf ihre Weise, mit ihrem Körper umzugehen und kommen häufig sogar gut klar. Da sie so geboren wurden, ist für sie das Leben in ihrem Körper gewohnt und in diesem Sinne ‚normal‘ – bis sie auf ihre vermeintliche ‚Unnormalität‘ aufmerksam (gemacht) werden. Nicht als normal geltende Körper werden mehrheitlich zur Projektionsfläche für gesellschaftliche Zuschreibungsprozesse. Ähnlich, wie der Diskurs um ‚Sex‘ und ‚Gender‘ zeigt, hat auch diese Form der Diskriminierung immense Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung und letztlich auf die Identitätsausbildung. Im vorliegenden Artikel wird entlang persönlicher Erfahrungswerte von Körpern mit besonderem Augenmerk auf Normalitätskonstruktionen und der eigenen Körperwahrnehmung nachgegangen.

Mehr von dieser Ausgabe

    Ähnliche Titel

      Mehr von diesem Autor