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Hegel und Durkheim

Konturen einer geistigen Wahlverwandtschaft

Axel Honneth

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Axel Honneth, Hegel und Durkheim (2021), Campus Frankfurt / New York, 60486 Frankfurt/Main, ISSN: 1860-2177, 2021 #1, S.49

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Das Ziel des Beitrags ist der Nachweis von drei Berührungspunkten zwischen Hegels Rechtsphilosophie und Durkheims Moralsoziologie in Hinblick auf ihren Begriff der Gesellschaftsmoral. Im ersten Schritt soll dargestellt werden, dass beide Denker die Moral nicht in abstrakten Prinzipien verankert sehen, sondern in tatsächlich praktizierten und sozial institutionalisierten Normen, die vorschreiben, wer jeweils welche Rollenverpflichtungen zu erfüllen hat. Anschließend wird gezeigt, dass Hegel und Durkheim auch die Überzeugung teilen, in modernen Gesellschaften ließen sich grundsätzlich drei solche Sphären institutionalisierter Normen (Familie – Markt – Staat) unterscheiden, die dem Einzelnen daher jeweils spezifische Rollenverpflichtungen auferlegen; in diesem Zusammenhang soll auch geklärt werden, wie die beiden Autoren das Problem der Desintegrationstendenzen des kapitalistischen Marktes zu behandeln versuchen. Im dritten Schritt wird schließlich die Frage aufgerollt, ob sich in Hegels Rechtsphilosophie auch ein Platzhalter für diejenige gesellschaftsübergreifende Moral auffinden lässt, die Durkheim in seiner Idee einer kosmopolitischen Ethik umrissen hat. Von hier aus soll dann in einer Abschlussbetrachtung kurz die Frage erörtert werden, ob die von Hegel und Durkheim entwickelten Vorstellungen über die Wurzeln und das Wirken der Gesellschaftsmoral heute noch irgendeine Relevanz für die Politische Philosophie und die Sozialphilosophie besitzen.

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