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Narrative Kriminologie? Eine kritische Reflexion neuerer narrativer Positionen der Kriminologie

Bernd Dollinger und Holger Schmidt

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Bernd Dollinger, Holger Schmidt, Narrative Kriminologie? Eine kritische Reflexion neuerer narrativer Positionen der Kriminologie (17.09.2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0341-1966, 2020 #4, S.280

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

In der englischsprachigen Kriminologie ist derzeit viel von Narrationen die Rede. Als narrative criminology etablierte sich jüngst eine Sammelbezeichnung für unterschiedlichste Forschungen, die Narrationen und Kriminalität bzw. Kriminalitätskontrolle aufeinander beziehen. Damit wird ein älteres Thema neu aufgenommen; bereits seit längerer Zeit sind Narrationen auf vielfältige Weise ein Gegenstand kriminologischer Forschung. Wir schildern zunächst diesen Ausgangspunkt, um ihn mit der spezifischen Richtung zu kontrastieren, die maßgebliche VertreterInnen der narrative criminology einnehmen. Im Blickpunkt steht insbesondere die Frage, ob sie mit Recht beanspruchen kann, der Kritischen Kriminologie neue theoretische und/oder empirische Perspektiven zu eröffnen. Wir melden diesbezüglich Zweifel an. Schwierig erscheint aus unserer Sicht, dass die narrative criminology in nicht geringem Maße ätiologisch orientiert ist. Zudem bedient sie sich einer dualistischen Ontologie, die gleichzeitig einem „realistischen“ und einem „konstruktivistischen“ Wirklichkeitsverständnis verpflichtet ist. Damit können zwar unterschiedliche kriminologische Bezüge hergestellt werden, die Kehrseite ist jedoch eine gewisse Inkonsistenz. Wir postulieren demgegenüber eine konsequentere konstruktivistische Ausrichtung, die es zulässt, die Konstitution von Kriminalität als kulturell eingebettete, narrative Praxis zu analysieren.

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