Zur Informatisierung Sozialer Arbeit

Eine qualitative Analyse sozialpädagogischen Handelns im Jugendamt unter dem Einfluss von Dokumentationssystemen

Thomas Ley

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Thomas Ley, Zur Informatisierung Sozialer Arbeit (2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISBN: 9783779945574

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Beschreibung / Abstract

Die zunehmend eingesetzten digitalen Dokumentationssysteme in der Sozialen Arbeit werden in dieser Arbeit in technik-, professions- und organisationstheoretischen Zugängen analysiert. Daraufhin wird ein Konzept dokumentarischen Handelns in mehreren Spannungsfeldern entwickelt. Auf der Grundlage von vier Fallstudien wird der Einfluss von Informationstechnologien auf das berufliche Handeln von Jugendamts-MitarbeiterInnen in den Blick genommen. Die empirischen Ergebnisse werden sowohl in organisationalen Deutungsmustern als auch in ihren Folgen für berufliche Arbeitsvollzüge zusammengeführt.

Beschreibung

Dr. Thomas Ley arbeitet als Project Manager im Programm Lebenswerte Kommune der Bertelsmann Stiftung. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Soziale Arbeit und Digitalisierung, Jugendhilfeforschung sowie Methoden qualitativer Sozialforschung.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • Abbildungsverzeichnis
  • 1 Einleitung
  • 1.1 Der mediale Fall JUS-IT in Hamburg
  • 1.2 Phänomene des Scheiterns als Zugriffe auf das Innere technischer und sozialer Welten
  • 1.3 Zum Gegenstand und zur Fragestellung der Arbeit
  • 1.4 Zum Aufbau der Arbeit
  • 2 IT in der Sozialen Arbeit – Funktionen, Verbreitung und Strukturmerkmale
  • 2.1 Nutzung und Funktionen von IT in der Praxis Sozialer Arbeit
  • 2.2 Verbreitung und Diffusion von Fachsoftware in der Sozialen Arbeit und der Jugendhilfe
  • 2.3 Expertensysteme für Expert*innen? – Strukturmerkmale der zugrunde liegenden Fachsoftware
  • 3 Der wissenschaftliche Diskurs – von der Sozialinformatik zur Digitalisierung (in) der Sozialen Arbeit
  • 3.1 Zur Mediatisierung von Lebens- und Informatisierung von Arbeitswelten
  • 3.2 Zwischen „Sozialarbeit und Computer“ und Sozialinformatik – ein historischer Blick in die disziplinäre Debatte
  • 3.3 IT und Soziale Arbeit im angloamerikanischen Diskurs
  • 4 Der Allgemeine Soziale Dienst – Positionierungen und empirische Ergebnisse
  • 4.1 „Technologiewünsche“ der Praxis?
  • 4.2 Wann wird der Fall zu einem Fall? – Oder die elektronische Konstitution der Kindeswohlgefährdung
  • 4.3 Hilfeplanung als ‚technologische Krücke†˜?
  • 5 Zwischenfazit I – Dokumentation als Phänomen- und Analyseebene
  • 5.1 Dokumentationen als Konstruktionsleistungen – zwischen Vagheit und Exaktheit
  • 5.2 Dokumentation als Analyseebene – theoretische Perspektiven auf ihre Erstellung, Bearbeitung und Einbettung
  • 6 Zur Materialität Sozialer Arbeit – techniktheoretische Perspektiven
  • 6.1 Zum Begriffsfeld der Technik
  • 6.2 Zusammenführung I – Die Form der Technik und die Differenz der Medien
  • 6.3 Wofür steht nun Software?
  • 6.4 Zur Kombination zweier techniktheoretischer Zugänge
  • 6.5 Der Beitrag der ANT und das Konzept technowissenschaftlicher Skripte
  • 6.6 Die pragmatistische Technikforschung und das Konzept der Grenzobjekte
  • 6.7 Zusammenführung II: Schaffen Artefakte Fakten? – Annäherungen an die Materialität Sozialer Arbeit und professionstheoretische Konsequenzen
  • 7 Informatisierung Sozialer Arbeit – wo liegt das professionstheoretische Problem?
  • 7.1 Eingrenzung und Abgrenzung von Professionstheorien – gleichzeitig Begriffsklärung(en)
  • 7.2 Strukturfunktionalistischer Zugang
  • 7.3 Symbolisch-interaktionistischer Zugang
  • 7.4 Zusammenführung in Querdimensionen
  • 8 Fachsoftware als mediatisierte Repräsentation des Jugendamtes? – Organisationstheoretische Perspektiven
  • 8.1 Software als Rationalitätsmythos – oder über den notorisch unproduktiven Umgang mit Computersystemen
  • 8.2 Mikropolitische Arenen der Softwareeinführung – oder von der IT-Strategie zur Mikropolitik?
  • 8.3 Zusammenführung beider organisationstheoretischen Perspektiven
  • 9 Zwischenfazit II – Die dokumentarische Wirklichkeit Sozialer Arbeit
  • 9.1 Ertrag der theoretischen Zugänge und Zusammenführung in Spannungsfelder
  • 9.2 Die polyvalente Nutzbarkeit von Dokumentation
  • 9.3 Vernetzung als technisches und soziales Paradigma
  • 9.4 Dokumentation zwischen aktuariellem und kontraktuellem Gebrauch
  • 9.5 Dokumentieren zwischen Vagheit und Exaktheit
  • 9.6 Nähe und Distanz unter den neuen Vorzeichen von Dokumentationssystemen
  • 9.7 Dokumentation zwischen Sichtbar- und Unsichtbarmachung
  • 9.8 Formalisierung des Falls und Vereinheitlichung des Arbeitsbogens
  • 10 Methodologie und Methode
  • 10.1 Der Feldzugang und der Methodenzwang des Feldes
  • 10.2 Zur Anlage der Studie
  • 10.3 Anrufungen der Expert*innen in der Organisation deren Konfiguration in der Forschung
  • 10.4 Zur Auswertung des empirischen Materials
  • 10.5 Zur Gliederung des empirischen Materials
  • 11 Fallporträts der Jugendämter
  • 11.1 Der Stolperstein – oder Grabenkämpfe um kollektive Routinen
  • 11.2 Das Statistikerfassungsinstrument – oder der kleinste gemeinsame Nenner
  • 11.3 Das Schlüssellochmedium – oder (un)kontrolliertes Controlling im ersichtlichen Jugendamt
  • 11.4 Das Verfahrensprogramm – von der sachlichen, sozialen und zeitlichen Einbindung des Computerverfahrens
  • 11.5 Zwischenfazit I – die Technik als mediatisierte Repräsentation der Jugendämter
  • 12 (Neu)Positionierungen im soziotechnischen Arrangement – neu geschaffene Rollen, Verknüpfungen von Fachbereichen und alte Hierarchien
  • 12.1 Von neu geschaffenen Rollen der Key-User
  • 12.2 Verknüpfungen mit der Wirtschaftlichen Jugendhilfe – oder zur Infiltration des Ökonomischen?
  • 12.3 Wiederkehrende Hierarchien und gefühlte Kontrolle – von Leitung und Führung im technischen Gewand?
  • 12.4 Zwischenfazit II – von ‚vernetzen Klienten†˜ und ‚artifiziellen Assistenten†˜
  • 13 Der Alltag mit digitalen Akten – zwischen losen Vorgängen und Handakten im Schrank
  • 13.1 Fallkategorisierung – zwischen Beratungs- und HzE-Fall
  • 13.2 „Ein Fall ist dann ein Fall, wenn …“ – die 3-Kontakte- Regel als unzureichende Krücke
  • 13.3 „Doppelte Buchführung“ – zwischen laufenden digitalen Akten und holistischen Handakten
  • 13.4 Fallkonstitution – bei Installation der Hilfe: Anlegen der Akte
  • 13.5 Fallprozessierung – oder der „Hilfeplan als solcher“
  • 13.6 Fall im Übergang – „Wenn Aktenübergaben hier erfolgen“
  • 13.7 Konstitution und Relevanz der digitalen Aktenwelt – oder was ersichtlich sein muss und was verborgen bleibt
  • 14 Vom Nutzen der Software – der Wunsch nach Strukturierung und die (fehlende) Passung der Software
  • 14.1 Zum Nutzen der Software – zwischen Antizipation und Zuschreibung
  • 14.2 Die Software nutzen – oder zwischen Eingabe und Nützlichkeit
  • 14.3 „Das Programm ist einerseits †™ne Hilfe für uns, aber andererseits bestimmt†™s natürlich unsere Arbeit“ – zwischen institutionellem und subjektiven Relevanzkontext
  • 15 Das Technische und das Soziale
  • 15.1 „Das habe ich gemacht, um die Software zu beruhigen“ – oder Eingaben zwischen Zwang und Fiktion
  • 15.2 Warten auf das Update – technische Innovation oder „Warten auf Godot“?
  • 15.3 Die perfekte Software – eine „mitdenkende Software“?
  • 16 Dilemmata des Dokumentierens – professionelle Paradoxien
  • 16.1 Angreifbar in der Organisation – oder ‚gläsern†˜ in der Positionierung
  • 16.2 Angreifbar in der Formulierung – oder vage im Schreiben
  • 16.3 Persönliche Eindrücke – „was man nicht auf†™s Papier bringen kann“
  • 16.4 Statistische Logik vs. Falllogik – oder „das geschärfte Messer und das falsche Skalpell“
  • 16.5 Moralische Dilemmata – oder über die Authentizität Sozialer Arbeit?
  • 17 Schlusskapitel
  • 17.1 Zusammenfassung der empirischen Erträge179
  • 17.2 Forschungsdesiderata und -perspektiven
  • 17.3 Reflexive Informatisierung – oder ein neues dokumentarisches Professionsverständnis? Konsequenzen und Ausblick
  • Literaturverzeichnis
  • Anlagen

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