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Gestalt und Wirkung des Religionsunterrichts: Empirische Befunde und interkonfessionelle Perspektiven

Friedrich Schweitzer und Hans-Georg Ziebertz

Beschreibung

Zusammenfassung: Dieser Beitrag greift die Frage auf, wie es gegenwärtig um den Religionsunterricht in Deutschland bestellt ist. Dafür stellt er zunächst historische Ausgangsbedingungen und die - soweit verfügbar - gegenwärtige zahlenmäßige Verteilung unterschiedlicher Formen des Religionsunterrichts dar, um anschließend anhand der vorhandenen empirischen Studien zu zeigen, welche Realität sich mit diesem Unterricht verbindet, welche Herausforderungen sich daraus ergeben und mit welchen Entwicklungen gerechnet werden kann. 1949 wurde im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ein Religionsunterricht an der Schule verankert, der "in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften" zu erteilen ist. Waren zunächst noch allein der katholische und evangelische Religionsunterricht im Blick, werden gegenwärtig zunehmend auch andere Formen, wie der islamische Religionsunterricht, eingeführt. Beim Religionsunterricht handelt es sich um eine sogenannte gemeinsame Angelegenheit von Staat und Religionsgemeinschaften. Als konfessionsgebundener Religionsunterricht muss er sich einerseits an den inhaltlichen Erwartungen der Religionsgemeinschaften ausrichten, andererseits hat er als Schulfach allgemeinen bildungstheoretischen und didaktischen Anforderungen zu entsprechen. Dieser Beitrag geht deshalb auch kurz auf die rechtlichen Grundlagen ein und pointiert die Erwartungen der Religionsgemeinschaften an den Religionsunterricht. Anschließend wird gezeigt, welchen Ort religiöse Bildung im Kontext der Schule, als Teil der ausdifferenzierten Fächerstruktur, hat. Der letzte Abschnitt geht auf empirische Forschung zum Religionsunterricht ein. Es wird gezeigt, wie SchülerInnen den Religionsunterricht bewerten, mit welchen Intentionen ReligionslehrerInnen das Fach unterrichten und welche Wirkung der Religionsunterricht hat.



Schlagworte: Religionsunterricht, Deutschland, Rechtlicher Status, Bildungstheorie, Empirische Forschung



Abstract: This article describes the current situation with regard to religious education (RE) as a school subject in Germany. As a background for understanding RE in Germany the authors present a brief history of RE as a school subject and give an outline of how it is organised. The main purpose of the article is to explore the reality of RE based on empirical research, in order to identify challenges and to anticipate developments in the future. Article 7 of the constitution (Grundgesetz) of the Federal Republic of Germany, introduced in 1949, states that RE is an "ordinary subject" taught "in accordance with the principles of the religious communities". In 1949 this referred to the Catholic and Protestant churches, although the clause also covers, for example, Jewish RE that exists in many places. More recently, Islamic RE has become more and more important. RE in Germany is a so called "res mixta", a subject for which state and churches (or other religious communities) have a shared responsibility. As a denominational subject, RE has to meet both the expectations of the respective religious communities and the expectations arising from educational theory and standards for teaching. For these reasons the article includes some basic information about the legal status of RE, the general expectations of different religious communities and the place that RE has in the context of a differentiated structure of the subjects taught in school. Moreover, the article presents empirical findings from research into RE and shows how students evaluate the subject, which objectives RE teachers have and what can be said about the impact of RE.



Keywords: Religious Education, Germany, Legal Status, Educational Theory, Empirical Research

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