Zwei Schritte vor, eineinhalb Schritte zurück. Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und Sozialisation aus Perspektive des Lebensverlaufs

Daniela Grunow

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Daniela Grunow, Zwei Schritte vor, eineinhalb Schritte zurück. Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und Sozialisation aus Perspektive des Lebensverlaufs

(02.02.2023), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 1436-1957, 2013 #4, S.384

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Beschreibung / Abstract

Die Erforschung arbeitsteiliger Prozesse zwischen Männern und Frauen aus dynamischer Perspektive gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Übergang zur Elternschaft stellt hier eine Schlüsselphase im Beziehungsverlauf von Paaren dar. Dieser Beitrag fasst den Stand der Forschung aus der Perspektive des Lebensverlaufs zusammen und reflektiert die Bedeutung geschlechtsspezifischer Sozialisationserfahrungen für die Veränderung und Verfestigung von geschlechtsspezifischen Arbeitsteilungsarrangements auf Basis aktueller Forschungsergebnisse. Das Gesamtbild nur geringfügig veränderter Geschlechterrollenarrangements ist zumindest teilweise darauf zurückzuführen, dass anfänglich geschlechteregalitäre Formen der Aufteilung von Erwerbs- und Hausarbeit im Beziehungsverlauf zugunsten geschlechterdivergenter Arbeitsformen aufgegeben werden. Junge Paare gehen sozusagen - bezogen auf die Realisierung egalitärer Geschlechterideale -zunächst zwei Schritte vor, im Beziehungsverlauf jedoch eineinhalb Schritte wieder zurück. Der Einfluss geschlechtsspezifischer Sozialisationsprozesse auf Geschlechterrollenarrangements muss vor diesem Hintergrund überdacht werden.



Schlüsselwörter: Arbeitsteilung, Geschlecht, Sozialisation, internationaler Vergleich, Lebenslauf, Elternschaft



Scholars interested in gendered labour division increasingly turn to theoretical concepts and research designs that allow for a dynamic analysis of change over time. The transition to parenthood has been identified as a key phase in which couples adapt established patterns of gendered labour division to more traditional arrangements. The paper summarises recent findings established in this area of empirical research and reflects on the potential impact of gender socialization on the reproduction of the traditional gender binary. Current diagnoses of resistance to change in the gender division of labour at least partly reflect the shortcomings of cross-sectional analysis. Young couples in fact practise egalitarian forms of gendered labour division, thereby moving two steps forward in the direction of gender equity. At the transition to parenthood many of them are taking one and a half steps back though. Against this background, the impact of gender socialization on traditional gendered labour division needs to be re-conceptualized.



Keywords: Housework, gender division of labour, socialization, international comparison, life course, parenthood

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