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Im Prozess der Interkulturellen Öffnung der sozialen Dienste: Die AWO Nürnberg

Christine Schubert und Helmut Herz

Diese Publikation zitieren

Christine Schubert, Helmut Herz, Im Prozess der Interkulturellen Öffnung der sozialen Dienste: Die AWO Nürnberg (22.10.2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0342-2275, 2008 #4, S.268

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Die AWO versteht die Integration von Zuwanderern als eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft. Durch entsprechende Angebote hat sie als Verband schon frühzeitig auf diese Herausforderung reagiert. Auf der Bundeskonferenz 2000 wurde ein weitergehender Auftrag an alle Gliederungen der AWO beschlossen: sie wurden aufgefordert, alle Dienste und Einrichtungen "interkulturell" zu öffnen, d. h. Migranten den Zugang zu allen Angeboten der AWO zu ermöglichen. Dies gelingt nur, wenn ihre besonderen Bedürfnisse, sei es Sprache oder auch ein anderes Verständnis von "Hilfe", bei der Gestaltung von Angeboten berücksichtigt werden. Über 30 % der Nürnberger Bevölkerung sind nicht deutscher Herkunft, das sind über 150.000 Menschen. Diese Zahl macht deutlich, wie wichtig die gleichberechtigte Teilhabe von Zuwanderern und Einheimischen an allen Angeboten unserer Stadtgesellschaft für eine gelingende Integration ist. Dies und damit verbunden der Umgang miteinander auf gleicher Augenhöhe spiegelt sich in Leitgedanken und Zielen der AWO wider. Diese Haltung und auch die Tatsache, dass ca. 40 % der AWO-Mitarbeiter selbst einen Migrationshintergrund aufweisen, hat die Nürnberger AWO dazu veranlasst, an der interkulturellen Öffnung ihrer Dienste zu arbeiten. Daraus folgt, die Angebote und Dienstleistungen sowie die Organisation selbst unter diesem Aspekt unter die Lupe zu nehmen, um Barrieren zu erkennen und abzubauen. Also Zuwanderer ernst nehmen, genau hin schauen, was sie wollen, brauchen oder können. Selbstkritisch prüfen, inwieweit die AWO selbst Zugänge verbaut, unbewusst oder aus Unaufmerksamkeit. Zuwanderer auf gleicher Augenhöhe nicht nur als Klienten und Kunden, sondern auch als potentielle Mitarbeiter, Ehrenamtliche oder Mitglieder wahrzunehmen. Die AWO Nürnberg nimmt diese Forderung sehr ernst und versteht sich als ein "lernender Verband" im Hinblick auf die Frage nach seiner Offenheit für Migranten im täglichen Geschäft der sozialen Arbeit und des Vereinslebens in der Einwanderungsgesellschaft.

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