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Feminisierung der Pädagogik?

Thomas Viola Rieske

Diese Publikation zitieren

Thomas Viola Rieske, Feminisierung der Pädagogik? (18.10.2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 1438-5295, 2012 #1, S.16

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

In vielen Kommentaren zur Bildungssituation von Jungen wird gegenwärtig eine Feminisierung von Pädagogik beklagt. Diese sei ursächlich verantwortlich für die im Vergleich zu Mädchen durchschnittlich geringeren Erfolge von Jungen hinsichtlich Abschlüssen und Noten und für die Widerstände, die Jungen häufiger als Mädchen gegenüber schulischen Anforderungen zeigen. "Feminisierung" taucht dabei in drei Varianten auf (vgl. Francis/Skelton 2005): Eine numerische Feminisierung bezieht sich auf den Anteil von Frauen am pädagogischen Personal. Es wird behauptet, dass ein hoher Frauenanteil mit vermehrten Bevorzugungen von Mädchen einhergehe und zugleich zu einem Mangel an gleichgeschlechtlichen Identifikationsfiguren, Modellen bzw. Bezugspersonen für Jungen führe. Eine kulturelle Feminisierung meint eine Schulkultur, die als weiblich geltende bzw. bei Frauen und Mädchen häufiger vorhandene Fähigkeiten, Interessen, Lernstile und Verhaltensweisen höher schätzt und stärker fördert. Eine politische Feminisierung meint die Verbreitung feministischer Positionen, einen Fokus von Geschlechterpolitik auf Mädchen- und Frauenförderung und eine damit einhergehende Ablehnung von Jungen und Männern bzw. (bestimmten) Männlichkeiten. Teilweise werden die drei Varianten unter der Annahme von Wechselwirkungen miteinander kombiniert. -- Im Folgenden diskutiere ich die Feminisierungsthese in ihren verschiedenen Varianten dahingehend, inwieweit dieser Begriff die Situation in pädagogischen Institutionen angemessen beschreibt und inwieweit eine Feminisierung ursächlich für Probleme von Jungen sein kann. --

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