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Integration und Inklusion als Möglichkeitsräume

Georg Feuser

Diese Publikation zitieren

Georg Feuser, Integration und Inklusion als Möglichkeitsräume (22.09.2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0943-8394, 2009 #3, S.156

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Der Diskurs um Integration und Inklusion ist in den letzten Jahren zunehmend von einem Verständnis getragen, in dem das Bemühen um gleichberechtigte, gleichwertige, barrierefreie und unbegrenzte Teilhabe aller an allen Bereichen des Gemeinwesens als Realisierung eines Menschenrechtes verstanden wird. Diese alle Lebensbereiche und Altersstufen umfassende Generalia im Verständnis dieses Bemühens enthebt nicht der Tatsache, dass es in einer sich funktional immer weitere differenzierenden Gesellschaft keine für alle Menschen gleichzeitig besetzbare Sozialräume gibt, an denen sie partizipieren könnten. Entsprechend bleibt nicht nur die Notwendigkeit bestehen, die verschiedenen Sozialräume eines Gemeinwesens auf ihre Exklusions-Inklusionsverhältnisse hin zu untersuchen, sondern für die Beschreibung der Analyseergebnisse entsprechend differenzierte Begrifflichkeiten zu verwenden und diese hinsichtlich ihrer strukturbildenden Funktionen und prozesssteuernden Eigenschaften im jeweiligen Sozialraum, in dem sie wirksam werden, zu präzisieren. -- Dieser Beitrag versucht in einem ersten Punkt das Verhältnis der Begriffe Integration und Inklusion unter der vorangestellten generellen Zielsetzung im Feld des Erziehungs-, Bildungs- und Unterrichtssystems als reformpädagogisches Bemühen zu verorten. In einem zweiten Punkt wird versucht, unter Aspekten des in der Soziologie geführten Diskurses um das Exklusions-Inklusionsverhältnis im Gesellschaftssystem das Dilemma der Integration - vor allem mit bezug auf schwer beeinträchtigter Menschen - zu skizzieren und zu verdeutlichen, dass ihre Identifikation als (gesellschaftlich) "Überflüssige" deutlich in die Lebenswertfrage hineinführt, der nur mit "Anerkennung" begegnet werden kann, die mit "symbolischem Kapital" ausgestattet ist. Im dritten Punkt wird unter Rückgriff auf den in der Relativitätstheorie verwendeten Begriff des "Möglichkeitsraumes" und anhand dokumentarischen (Film-)Materials verdeutlicht, dass Inklusion dort und dann Wirklichkeit zu werden vermag, wo und wenn in einem durch Differenz gekennzeichneten Sozialraum ein auf Anerkennung und Teilhabe beruhendes Kollektiv entstehen kann, in dem Kommunikation durch Kommunikation erzeugt wird und in deren Prozessen potentiell jede und jeder eine führende Rolle übernehmen kann, was heißt: Macht abgeben! -- --

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