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Where are the missing practises? Bruno Latours experimentale Metaphysik

Markus Holzinger

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Markus Holzinger, Where are the missing practises? Bruno Latours experimentale Metaphysik (08.04.2020), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 2195-0695, 2013 #1, S.31

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Beschreibung / Abstract

Der Begriff Praxis avancierte in der Philosophie und Gegenwartssoziologie nach dem "pragmatic turn" zu einem paradigmatischen Schlüsselbegriff, um soziale Beziehungen und die damit zusammenhängende Entstehung sozialer Ordnung zu verstehen. Betrachtet man jedoch einige Praxistheorien genauer, so fällt auf, dass den zentralen pragmatischen Ansätzen häufig ein essentielles Element fehlt: nämlich Praktiken. Zumindest bleibt die Praxis als fundierendes Ereignis in seiner systematischen Relevanz für die Theoriebildung unklar. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, zu zeigen, dass und wie sich das Kernanliegen der Praxistheorie im Rahmen von Bruno Latours Akteur-Netzwerk-Theorie präziser zur Geltung bringen lässt als in anderen geläufigen Praxistheorien. Latours zentraler Gedanke ist, dass alles, was die Soziologie über die Wirklichkeit der Alltagswelt wissen kann, über den Weg des Explizitmachens der faktischen Gepflogenheiten in tatsächlich bestehenden Situationskontexten zurückgeführt werden muss (Ludwig Wittgenstein). Der Aufsatz erkundet die heuristischen Potentiale von Latours Forschungsprogramm und versucht aufzuzeigen welche Konsequenzen daraus für die soziologische Theoriebildung gezogen werden müssen.

Schlagwörter: Practise turn, Akteur-Netzwerk-Theorie, Realismus, Pragmatismus, Konstruktivismus, Latour, Wittgenstein, Mikro-Makro-Problem, Kontingenz, Historische Soziologie



Notions of "practice" are often used in the practice-theoretical approaches as basic concepts for understanding social relations and the emergence of social order. A closer look reveals that in many approaches of the practice-theoretical discourse often something important is missing: namely practices: At least the systematic relevance of practices for social theory has remained often unclear. The aim of the paper is to show that the role of practices can be analyzed more clearly within Bruno Latour´s Actor-Network Theory than in other theories of the so called "practice turn". Starting from the thesis, that all knowledge about society is grounded in embodied social practices (Ludwig Wittgenstein), this article analyzes the research program of Latour and discusses its implications for the analysis of social theory.

Keywords: Practise turn, Actor-Network Theory, realism, pragmatism, constructivism, Latour, Wittgenstein, micro-macro-problem, contingency, historical sociology



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