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»Weil ich nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker bin«

Der Fall des SS-Richters Konrad Morgen

Herlinde Pauer-Studer y J. David Velleman

Cite this publication as

Herlinde Pauer-Studer, J. David Velleman, »Weil ich nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker bin« (2017), Suhrkamp Verlag, Berlin, ISBN: 9783518750988

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Descripción / Abstract

Man habe »das moralische Recht«, dieses Volk »umzubringen«, sagte Heinrich Himmler im Oktober 1943 über den millionenfachen Mord an den Juden. »Wir haben aber nicht das Recht«, fuhr er fort, »uns auch nur mit einem Pelz, einer Uhr, mit einer Mark oder mit einer Zigarette oder sonst etwas zu bereichern.« Tatsächlich hatte Himmler 1939 eine SS-Gerichtsbarkeit geschaffen, die über die »Moral« und die Einhaltung des »Ehrenkodex« der Organisation wachen sollte.


Ein solcher SS-Richter war Konrad Morgen (1909-1982). Morgen ermittelte gegen hochrangige Nationalsozialisten, u. a. gegen Karl Otto Koch, den ehemaligen Kommandanten des Lagers Buchenwald, und gegen Adolf Eichmann, dem er vorwarf, Juwelen unterschlagen zu haben. Sich selbst bezeichnete Morgen als »Gerechtigkeitsfanatiker«.


Gestützt auf seine Berichte und Briefe aus der Kriegszeit sowie auf seine Aussagen in Nürnberg und beim Frankfurter Auschwitz-Prozess, zeichnen Herlinde Pauer-Studer und J. David Velleman die wichtigsten Stationen in der Karriere des SS-Richters Konrad Morgen nach. Die Biografie dieses ambivalenten Charakters ist zugleich eine Studie in moralischer Komplexität und verdeutlicht die strukturelle Pervertierung von Recht und Moral im »Dritten Reich«.

Reseña

»Pauer-Studer und Velleman haben für ihre Fallstudie nicht nur neue Quellen zu Morgen aufgearbeitet … Vor allem aber analysieren sie den komplexen und ambivalenten Fall aus unterschiedlichen rechts- und moralphilosophischen Perspektiven (in der deutschen Ausgabe noch mehr als in der englischen). Dieser neue Ansatz macht das Buch nicht nur zu einem Lehrbeispiel angewandter Ethik.«

Klaus Taschwer, der Standard 12.04.2017

Descripción

<p>Herlinde Pauer-Studer, geboren 1953, ist Professorin f&uuml;r Praktische Philosophie an der Universit&auml;t Wien und Leiterin des Projekts des Europ&auml;ischen Forschungsrats &raquo;Verzerrungen des Normativen&laquo;. Im Suhrkamp Verlag hat sie<em> Autonom leben</em> (stw 1496) ver&ouml;ffentlicht und David Humes <em>&Uuml;ber Moral</em> (stb 6) kommentiert. Zuletzt gab sie (zusammen mit Julian Fink) den Band <em>Rechtfertigungen des Unrechts. Das Rechtsdenken im Nationalsozialismus in Originaltexten </em>(stw 2043) heraus.</p>


<p>J. David Velleman, geboren 1952, ist Professor f&uuml;r Philosophie an der New York University.</p>

Índice

  • [Cover]
  • [Informationen zum Buch/Autor]
  • [Titel]
  • [Impressum]
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Zeittafel
  • Einleitung: Der rechtstheoretische Kontext
  • 1. Eine Art Ausgangspunkt
  • 2. Morgens Eintritt in die SS
  • 3. Die SS- und Polizeigerichtsbarkeit
  • 4. Kriminelle und Spione
  • 5. Die Charaktertypologie des Kriminellen
  • 6. »Rasse« und »Rassenfrage«
  • 7. Von Krakau nach Buchenwald
  • 8. Karl Otto Koch
  • 9. Von Korruption zu Mord
  • 10. Komplizen des Verbrechens
  • 11. »Legale« Tötungen
  • 12. Die »Endlösung«: Widersprüchliche Narrative
  • 13. »Aktion Erntefest«
  • 14. Auschwitz
  • 15. Adolf Eichmann
  • 16. Die SS-Prozesse in Weimar 1944
  • 17. Eleonore Hodys: Zeugin gegen Rudolf Höss
  • 18. Neuerliche Versetzung nach Krakau und Kriegsende
  • Nachwort
  • Hauptpersonen
  • Archivmaterialien und Abkürzungen
  • Literaturverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis und Nachweise
  • Personenregister
  • Sachregister

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