Amalarius Fortunatus in der Trierer Tradition

Eine quellenkritische Untersuchung der trierischen Zeugnisse über einen Liturgiker der Karolingerzeit

David Dià³si

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David Dià³si, Amalarius Fortunatus in der Trierer Tradition (2006), Aschendorff Verlag, Münster, ISBN: 9783402191583

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Description / Abstract

Amalar von Metz, wie der wohl bedeutendste Liturgiker der Karolingerzeit gewöhnlich in den Nachschlagewerken genannt wird, gibt der Forschung noch immer Rätsel auf. In welcher Beziehung er tatsächlich zu Metz stand, ist quellenmäßig nicht zu belegen. Hingegen ist er sicher um 810 mehrere Jahre lang Bischof von Trier gewesen. Im Auftrag Karls des Großen reiste er 813/814 an der Spitze einer offiziellen Delegation nach Konstantinopel. In Rom war er der authentischen römischen Liturgie auf der Spur. Seine beiden wichtigsten Schriften, »Liber officialis« und »De Ordine antiphonarii«, haben hohen Quellenwert. Die von ihm entscheidend ausgebildete allegorische Liturgieerklärung beherrschte, obwohl schon zu seiner Zeit umstritten, das ganze Mittelalter bis weit in die Neuzeit.
Die Trierer liturgiewissenschaftliche Dissertation von Dà¡vid Dià³si schließt eine Lücke in der Amalar-Forschung. Zum ersten Mal werden hier die bisher zu wenig beachteten trierischen Zeugnisse über Amalar systematisch und kritisch ausgewertet. Darin erscheint Amalar gewöhnlich mit dem Doppelnamen »Amalarius Fortunatus«. Er gilt in der trierischen Historiographie seit dem 11./12. Jahrhundert als Erzbischof von Trier, Metropolit und liturgische Autorität ersten Ranges. Es wird ihm sogar der unzutreffende Titel eines »Cardinalis Romanus« zuerkannt. Irrtümlicherweise hat ihn die Lokaltradition mit einem apokryphen Trierer Bischof namens AFortunatus« identifiziert, dessen angebliche Reliquien in der ehemaligen Trierer Stiftskirche St. Paulin verehrt wurden. Während die Trierer Heiltumsschriften des 16. Jahrhunderts das Grab dieses »heiligen Amalarius Fortunatus« im Hochaltar von St. Paulin lokalisieren, zeigte man in Metz das Amalar-Grab in der Krypta der ehemaligen Abteikirche St. Arnulf. Dià³si untersucht erstmals in einer faszinierenden Quelleninterpretation zusammenhängend beide Traditionen. Die Frage, wo Amalar tatsächlich bestattet war, bleibt am Ende aber weiterhin offen. Das gilt auch für die exakte Bestimmung seines Todesjahres (850/853). Doch erlaubt die erstmalige akribische Auswertung der Trierer Amalar-Zeugnisse in Auseinandersetzung mit dem aktuellen Forschungsstand Amalars Biographie in mehr als einem Punkt zu präzisieren und zu ergänzen. Damit sind nunmehr die besten Voraussetzungen gegeben für eine Gesamtstudie zur Liturgietheologie Amalars, die weiterhin ein Desiderat der Forschung bleibt.

Table of content

  • BEGINN
  • Title
  • Vorwort
  • Inhalt
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Quellen- und Literaturverzeichnis
  • I. VERZEICHNIS DER HANDSCHRIFTLICHEN QUELLEN
  • II. GEDRUCKTE QUELLEN BIS ZUM 18. JAHRHUNDERT
  • III. EDIERTE QUELLEN
  • IV. QUELLENSAMMLUNGEN, HANDBÜCHER UND HILFSMITTEL
  • V. LITERATUR
  • 1. Einführung
  • 2. Das Zeugnis der Hs. 592/1578 (StB Tr) über Amalar
  • 3. Die Aussagen des „Libellus de rebus Trevirensibus“über Amalar
  • 3.1 DIE BISCHOFSWEIHE VON FROTHAR IN REIMS
  • 3.2 ZUSAMMENFASSUNG
  • 4. Amalar in den Gesta Treverorum undin den Trierer Bischofslisten
  • 4.1 DIE GESTA TREVERORUM
  • 4.2 DIE TRIERER BISCHOFSLISTEN
  • 5. Eine Darstellung Amalars auf dem Titelblattder Hs. 1736/88 (StB Tr)
  • 5.1 BESCHREIBUNG DES TITELBLATTES
  • 5.2 UNTERSUCHUNG DER EINZELNEN STELLEN
  • 5.3 DATIERUNG
  • 5.4 ZUSAMMENFASSUNG
  • 6. Amalar in den ältesten Trierer Heiltumsschriftenzu Beginn des 16. Jahrhunderts
  • 6.1 HINWEISE AUF AMALARS BESTATTUNGSORT IN DERKIRCHE ST. PAULIN ZU TRIER
  • 6.2 DAS WEITERLEBEN DER BESTATTUNGSTRADITION AMALARS IN TRIER
  • 6.3 DIE METZER TRADITION ÜBER AMALARS BESTATTUNGSORT IM KLOSTER ST.ARNULF VOR METZ
  • 7. Die Amalar-Tradition in der SchriftAntiquitatum et annalium Trevirensium libri XXVvon Christoph Brouwer (1670)
  • 8. Die Amalar-Tradition bei Johannes Nikolausvon Hontheim (†  1790)
  • 9. Amalar in den Veröffentlichungen vom 19. Jahrhundertbis zur Gegenwart
  • 10. Schlussbemerkungen
  • Anhang: Abbildungen

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