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Einige Bemerkungen zur Theoriediskussion in der Pflegewissenschaft

Hermann Brandenburg

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Hermann Brandenburg, Einige Bemerkungen zur Theoriediskussion in der Pflegewissenschaft (2019), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 1430-9653, 2019 #2, p.139

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Vor einigen Jahren ist in der Zeitschrift „PFLEGE“ ein Beitrag über die „spärliche Theoriebildung“ in der Pflegewissenschaft erschienen (Moers/Schaeffer/Schnepp 2011). Nach den produktiven Entwicklungen der 1980er- und 1990er-Jahre ist der theoretische Diskurs in der deutschen Pflegewissenschaft – so das Autorenteam – bereits im letzten Jahrzehnt beinahe zum Erliegen gekommen, während die Zahl empirischer Arbeiten sprunghaft angestiegen sei. U. a. sah man in der Tatsache der extremen Beanspruchung und der Überlastung der Akteure eine Erklärung für diese Behauptung. Denn viele Akteure sind in verantwortlicher Position an Hochschulen involviert, z. T. mit erheblicher Lehrlast. Eine andere mag darin liegen, dass mit der zunehmenden Dominanz klinischer und evidenzbasierter Pflegeforschung ein ganz bestimmtes Forschungsparadigma bestimmend wurde, das weniger strukturkritisch und sozialwissenschaftlich ausgerichtet war. Vor allem die Verbesserung der klinischen Praxis stand nun im Vordergrund, Probleme und Herausforderungen einer fachsystematischen und wissenschaftstheoretisch akzentuierten Theoriediskussion spielten eine untergeordnete Rolle. Meiner Einschätzung nach hat sich an der grundlegenden Diagnose nicht viel geändert – im Gegenteil. Eine weitgehende Theorieabstinenz in der Pflegewissenschaft ist heute unverkennbar, ablesbar an den Publikationsschwerpunkten der führenden Zeitschriften. Die Folgen lassen sich bereits erkennen. Mein Beitrag skizziert grob den Ausgangspunkt, beschreibt kurz die Theorieentwicklung und macht einen konkreten Vorschlag, wie es weitergehen kann.

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