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Stigmatisierende Deutungsrahmen und institutionalisierte Verantwortungslosigkeit. Strukturelle Ermöglichungsbedingungen für Gewalt und Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen in stationärer Unterbringung in der jüngeren Geschichte Wiens

Hemma Mayrhofer
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Hemma Mayrhofer, Stigmatisierende Deutungsrahmen und institutionalisierte Verantwortungslosigkeit. Strukturelle Ermöglichungsbedingungen für Gewalt und Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen in stationärer Unterbringung in der jüngeren Geschichte Wiens (05.12.2020), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 2628-4502, 2019 #1, p.22

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Description / Abstract

Der Beitrag arbeitet zwei wichtige strukturelle Ermöglichungsbedingungen für Gewalt und Vernachlässigung anhand von zwei Institutionen zur stationären Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in der jüngeren Geschichte Wiens vergleichend heraus. Erstens werden stigmatisierende Deutungsschemata und die daraus resultierenden gewaltfordernden Konsequenzen rekonstruiert: Während die Jugendfürsorge mit sittlich-moralischen Etikettierungen arbeitete, definierte der medizinisch-psychiatrische Deutungsrahmen die betroffenen Kinder mit Behinderungen vorrangig als bildungsunfähige, empfindungslose Objekte. Zweitens zeigen sich Verantwortungsabwälzung und -diffusion sowie niedrige Risikobereitschaft in unterschiedlicher Weise als Faktoren, die zum Fortbestand der Missstande beitrugen. In ihrem Zusammenwirken schufen die beiden Faktoren besondere Gelegenheitsbedingungen für Gewalt und sonstige Missstande in den Einrichtungen.

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