Purchase access. Login

Martin Heidegger und die "konservative Revolution"

Reinhard Mehring

Cite this publication as

Reinhard Mehring, Martin Heidegger und die "konservative Revolution" (2019), Verlag Karl Alber, Freiburg, ISBN: 9783495817117

Tracked since 05/2018

40
downloads

Description / Abstract

Der Rechtsintellektualismus der Zwischenkriegszeit (1918-1938) wird oft unter dem Stichwort der "konservativen Revolution" diskutiert. Martin Heidegger wird selten dazu gezählt, war mit seiner Traditionskritik und seiner Denkfigur vom "anderen Anfang" im "Schritt zurück" aber ein Hauptvertreter dieser Bewegung. Das vorliegende Buch betrachtet Heidegger innerhalb dieser Bewegung primär als Revolutionär, Nietzscheaner und Utopiker des Übermenschen. Es vergleicht ihn mit Ernst Jünger und Carl Schmitt, erörtert produktive Aneignungen bei Manfred Riedel und Friedrich Kittler und spielt Thomas Mann als positive Alternative und Hauptvertreter einer liberalen Variante konservativer Revolution gegen Heidegger aus.

Inhalt:
I. Stabilisierungsmodelle der Konservativen Revolution;
II. Heideggers prometheische Revolution;
III. Von der Mitwelt zur Nachwelt: Goethe, Wagner, Nietzsche, Hölderlin;
IV. "Die Versuchung Zarathustras". Nietzsches kritisches Modell des Nietzscheanismus und Wagnerianismus;
V. "›Kreise‹ sind keine Freundschaften"! Briefwechsel mit Karl Löwith;
VI. Heideggers Publikationspolitik bis 1937;
VII. "Das Jüdische" in der Metaphysik;
VIII. Der "konkrete Feind" und der Übermensch: Judentum und Antisemitismus bei Schmitt, Jünger und Heidegger;
IX. Heidegger-Revision: Manfred Riedels Sicht des "geheimen Deutschland";
X. Mathematikvergessenheit: Friedrich Kittlers Auffassung des "anderen Anfangs";
XI. Übermensch Andromache. Zu einer Zarathustra-Adaption im Circus-Kapitel von Thomas Manns "Felix Krull";
XII. Schluss: Konservatismus, Utopismus, Humanismus.

Description

Prof. Dr. Reinhard Mehring, Studium der Philosophie, Germanistik und Politikwissenschaft; Promotion in Politikwissenschaft (Freiburg), Habilitation in der Philosophie (HU Berlin), seit 2007 Professor für Politikwissenschaft an der PH Heidelberg. Zahlreiche Monographien u.a. über Thomas Mann, Carl Schmitt, Martin Heidegger, die Geschichte der philosophischen Pädagogik und die deutsch-jüdische Emigrationsphilosophie. Zuletzt im Verlag Karl Alber erschienen sind: Carl Schmitt: Denker im Widerstreit. Werk – Wirkung – Aktualität (2017), Martin Heidegger und die "konservative Revolution" (2018).

Table of content

  • Cover
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Teil I
  • I. Stabilisierungsmodelle der »Konservativen Revolution«
  • 1. Umstrittenes Label
  • 2. Weltanschauungsfermente
  • 3. Stabile Diktaturen
  • 4. Exklusive Gesellschaft: Hofmannsthal
  • 5. Polemischer Utopismus: Heidegger
  • 6. Vernünftige Traditionsbildung und vertretbarer Ansatz: Thomas Mann
  • 7. Zum Schluss
  • II. Heideggers prometheische Revolution
  • 1. Mythos der Nation
  • 2. Der »andere Anfang« als Historie und Mythos
  • 3. Heideggers prometheische Auffassung der mythischen »Daseinsform«
  • 4. Der »Ruch« des Unfugs: Anaximanders zeitgenössischer Spruch
  • 5. Dionysische Verheißung
  • III. Von der Mitwelt zur Nachwelt: Goethe, Wagner, Nietzsche, Hölderlin
  • IV. »Die Versuchung Zarathustras«. Nietzsches kritisches Modell des Nietzscheanismus und Wagnerianismus
  • 1. Zur Entstehung von Also sprach Zarathustra
  • 2. Kampf um den »Alleinbesitz« des Werkes
  • 3. Metaphilosophisches Modell
  • 4. Die Rahmenhandlung von Also sprach Zarathustra
  • 5. Also sprach Zarathustra als Wagner-Kritik
  • 6. »Selbstmythisierung« und Selbstkritik des Erziehers
  • Teil II
  • Überleitung
  • V. »›Kreise‹ sind keine Freundschaften«. Der Briefwechsel mit Karl Löwith
  • VI. Heideggers Publikationspolitik bis 1937
  • 1. Heideggers Destruktionsprogramm
  • 2. Publikationsphase I (bis 1933): nur das Nötigste!
  • 3. Vorträge und Vortragspublikationen
  • 4. Publikationsphase II (seit 1933): politischer Anspruch
  • 5. Das »sogenannte Buch« Sein und Zeit
  • 6. Ergebnis
  • VII. »Das Jüdische« in der Metaphysik
  • 1. Der Rahmen der vierten Abteilung
  • 2. Holistische Exegese
  • 3. Die biographisch-psychologische Eisbergthese
  • 4. Politisch-pädagogischer Anwendungsdiskurs
  • 5. Zur Trennung von Metaphysik- und Monotheismuskritik
  • 6. Heideggers »metaphysische« Identifikation von Judentum und Nationalsozialismus
  • 7. Retourkutschenlogik
  • VIII. Der »konkrete Feind« und der Übermensch: Judentum und Antisemitismus bei Schmitt, Jünger und Heidegger
  • 1. Eingangsthese
  • 2. Divergierende Prägungen und Konzeptionen
  • 3. Carl Schmitts Antisemitismus
  • 4. Jüngers utopischer Nationalismus
  • 5. Heideggers abstrakter Heideggerianer
  • 6. Im Horizont Nietzsches
  • 7. Schluss: Mitwelt und Nachwelt als Kriterium und Adressat
  • Teil III
  • IX. Heidegger-Revision: Manfred Riedels Sicht des »geheimen Deutschland«
  • 1. Von Hegel zu Nietzsche und von der »Dialektik« zum »dionysischen« Sprechen
  • 2. Heidegger-Tabus als Referenzautoren: Goethe, George, Stauffenberg
  • X. Mathematikvergessenheit. Friedrich Kittlers Revision von Heideggers Seinsgeschichte
  • 1. Späte Bekehrung?
  • 2. Freiburger Prägung
  • 3. Akademische Referenzen
  • 4. Kittlers Heidegger
  • 5. Kittlers Götter
  • XI. Übermensch Andromache. Zu einer Zarathustra-Adaption im Circus-Kapitel von Thomas Manns Felix Krull
  • 1. Manns Transposition philosophischer Anthropologie
  • 2. Übergang mit Cervantes
  • 3. Das Circus-Kapitel des Felix Krull
  • 4. Zarathustras Vorrede als Quelle des Circus-Kapitels
  • XII. Schluss: Konservatismus, Utopismus, Humanismus
  • 1. Konservatismus als revolutionärer Utopismus (Heidegger)
  • 2. Konservatismus als Humanismus
  • Siglenverzeichnis
  • Nachweise

Related titles

    More of this author(s)