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"Das Wunder des Verstehens"

Ein interdisziplinärer Blick auf ein 'außer-ordentliches' Phänomen

Cite this publication as

Kevin Liggieri(Hg.), Prof. Hans-Ulrich Lessing(Hg.), "Das Wunder des Verstehens" (2019), Verlag Karl Alber, Freiburg, ISBN: 9783495817650

Description / Abstract

Verstehen ist nicht nur ein Grundbegriff menschlicher Lebensführung und Lebenswelt, sondern besitzt auch in der Philosophie und den verschiedenen Wissenschaften eine zentrale Bedeutung. Die Frage nach der Möglichkeit von Verstehen ist dabei immer auch die Frage nach dem Subjekt und Objekt des Verständnisses. Wer versteht wen oder was? Ist "Verstehen" also nur rationales Erfassen, Erkennen tieferer Einsichten und komplexerer Zusammenhänge oder impliziert es mehr? Versteht man den Anderen, den Fremden, aber auch den Text wirklich so einfach? Und wenn ja, wie strukturiert sich dieses Verstehen? Es soll in dem interdisziplinären Band versucht werden, mit den genannten Fragen Anschlussfähigkeit zu evozieren, so dass die Vieldimensionalität des Verstehens thematisiert und nach Funktion, Leistung und Grenzen des Verstehens vor allem in Philosophie, Geistes- und Naturwissenschaft gefragt werden kann.
Mit Beiträgen von Christina Brandt, Selin Gerlek, Julia Gruevska, Felix Hüttemann, Bernhard Irrgang, Gudrun Kühne-Bertram, Hans-Ulrich Lessing, Kevin Liggieri, Käte Meyer-Drawe, Sabine Ohlenbusch, Tobias Schlicht, Gunter Scholtz und Volker Steenblock.

Description

Dr. phil. Kevin Liggieri ist DFG-geförderter Forschungsstipendiat an der Professur für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich. Im Verlag Karl Alber gab er 2015 den Band "Fröhliche Wissenschaft". Zur Genealogie des Lachens und 2018 den Band "Das Wunder des Verstehens". Ein interdisziplinärer Blick auf ein 'außer-ordentliches' Phänomen heraus.

Hans-Ulrich Lessing, geboren 1953 in Dortmund, 1981 in Bochum promoviert und dort 1995 habilitiert. Seit 2001 apl. Professor für Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum, Dilthey-Forschungsstelle. Mitherausgeber von Diltheys Gesammelten Schriften.

Weitere Buchpublikationen bei Alber: (zus. mit H.-P. Göbbeler) Hrsg.: Otto Friedrich Bollnow im Gespräch (1983); (zus. mit A. Mutzenbecher) Hrsg.: Josef König - Helmuth Plessner: Briefwechsel 1923-1933. Mit einem Briefessay von Josef König über Helmuth Plessners "Die Einheit der Sinne" (1994); Hermeneutik der Sinne. Eine Untersuchung zu Helmuth Plessners Projekt einer "Ästhesiologie des Geistes" nebst einem Plessner-Ineditum (1998); (Hrsg.): Philosophische Hermeneutik (1999).

Table of content

  • Cover
  • Inhalt
  • Einleitung: »Das Wunder des Verstehens« – Ein interdisziplinärer Blick auf ein ›außer-ordentliches‹ Phänomen
  • I. Klassische und aktuelle Positionen
  • Gunter Scholtz: Das Verstehen in der klassischen Hermeneutik
  • 1. Ein vieldeutiges Wort
  • 2. Die Selbstverständlichkeit des Verstehens in der älteren Hermeneutik
  • 3. Verstand und Einbildungskraft
  • 4. Wahrheit oder Autorintention?
  • 5. Die Individualität als Grenze des Verstehens
  • 6. Autorintention oder Sinn des Textes?
  • 7. Das Ganze und die Teile
  • 8. Verstehen und Auslegen
  • Gudrun Kühne-Bertram: Der Verstehensbegriff Wilhelm Diltheys
  • 1. Voraussetzungen und Merkmale des Verstehens
  • 2. Verstehen, Auslegung und Hermeneutik
  • 3. Zur erkenntnistheoretischen Bedeutung des Verstehens
  • Käte Meyer-Drawe: Zum Sinn verdammt
  • 1. Zum Sinn verdammt
  • 2. Provokationen durch Edmund Husserls Transzendentalphänomenologie
  • 3. Heideggers Umschrift
  • 4. Merleau-Pontys Konzept des Verstehens
  • Hans-Ulrich Lessing: Verstehen als Geschehen
  • I.
  • II.
  • III.
  • Julia Gruevska: »Natürliches Verstehen«
  • 1. Verstehen und Experiment: Philosophie nach Hegel
  • 2. Zur Konzeption eines natürlichen Verstehens
  • 3. Buytendijks Plädoyer für die Konvergenz von experimenteller Tätigkeit und Biophilosophie
  • Christina Brandt: Eine Hermeneutik der Lebenswissenschaften?
  • 1. Hans Blumenberg und die Molekularbiologie
  • 2. Information, Programm, Struktur: Tendenzen der Entzeitlichung in der Genetik und Molekularbiologie des 20. Jahrhunderts
  • 3. Blumenbergs Hermeneutik der Molekularbiologie im Kontext seiner Metaphorologie
  • 4. Das Kapitel: »Der genetische Code und seine Leser«
  • 5. Ausblick: Blumenbergs Die Lesbarkeit der Welt im Zeitalter des Digitalen
  • Tobias Schlicht: Kognition und Bewusstsein
  • 1. Hermeneutik vs. Kognitionswissenschaft
  • 2. Kognition und Bewusstsein
  • 3. Zur Kohärenz des Begriffs eines philosophischen Zombies
  • 4. Erweiterte Kognition, erweitertes Bewusstsein?
  • 5. Schluss
  • Selin Gerlek: Begriffenes Verstehen?
  • 1. Deleuzes Denkweg
  • 2. Begriffenes Verstehen?
  • II. Systematische Perspektiven
  • Volker Steenblock: Chancen des Verstehens
  • 1. Zur Mehrdimensionalität kultureller Erfahrung
  • 2. Theorieformate
  • 3. Drei Paradigmata (Theoriefamilien) der Kulturforschung
  • 4. Natur, Gesellschaft und Kultur – Kontinuität oder Negation?
  • 5. Probleme der Emergenz
  • 6. Abschließende Bemerkungen unter Rekurs auf die Kategorie der Geschichte
  • Sabine Ohlenbusch: Verstehen und Verständnis
  • 1. Einleitung
  • 2. Krafft-Ebings Krankheitskonzepte und deren Grundlagen bei Wilhelm Griesinger
  • 3. Emil Kraepelins naturwissenschaftliche Rhetorik
  • 4. Verständnis und Beschreibung bei Krafft-Ebing in der forensischen Psychiatrie
  • Bernhard Irrgang: Kognitives Verhalten als Wurzel des Verstehens und impliziten Wissens
  • 2. Über Geist und Verstehen bei Tieren
  • 3. Ein epistemologisches Zwischenspiel: Das Erschließen des Geistigen im Körperlichen
  • 4. Neurodarwinismus und Evolution des Verhaltens
  • 5. Schluss: Verstehen des Verstehens – einige methodologische Anregungen
  • Felix Hüttemann: »Ein eigentümlicher Apparat« oder »Wenn es der Wahrheitsfindung dient!«
  • 1. Der Polygraph oder einschreibendes Missverstehen
  • 2. Kleine Geschichte des ›Lügendetektors‹
  • 3. Affective Computing oder: Von kleinen Schwestern
  • Kevin Liggieri: Verstehen und Gestalten
  • 1. Inter-Face – Zu Konzeptionen von Mensch-Maschine-Interaktion
  • 2. Eine geschichtstheoretische Betrachtung des Interface
  • 3. Bestmögliche Gestaltung von Schnittstellen
  • 4. Asymmetrie und Medialisierung
  • 5. Das Interface als hermeneutisches Symbol
  • Autorenverzeichnis

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