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Kinderfreundschaften

Geschlechtshomogene Peerbeziehungen und Interaktionen über die Geschlechtergrenze hinweg

Hans Oswald

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Hans Oswald, Kinderfreundschaften (2018), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 2191-8325, p.1

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Ab dem dritten Lebensjahr beginnen sich die Gleichaltrigenwelten der Mädchen und Jungen, die Peers und die Peergroups, insofern zu trennen, als die Kinder es zunehmend vorziehen, mit gleichgeschlechtlichen Gleichaltrigen zu spielen, Gruppen zu bilden und sich zu befreunden. In gewissem Sinn bildet jede der beiden Geschlechtsgruppen eine Kultur für sich, in der sich die Geschlechtsrollen und die Geschlechtsunterschiede der Mädchen und Jungen weiter entwickeln. Die korrelativen Geschlechtsunterschiede sind zwar deutlich nachweisbar, aber die Unterschiede innerhalb eines Geschlechtes sind oft größer als die zwischen den Geschlechtern. Bereits im Kindergarten, vermehrt aber am Ende der Grundschulzeit gibt es zahlreiche Brücken zwischen der Mädchen- und der Jungenwelt, die in gemeinsamen Spielen und Interaktionen bestehen und sich häufig um Verliebtsein und das Miteinander-Gehen drehen. Durch diese Brücken wird die Grenze zwischen den Geschlechtern sowohl betont als auch durchlässig. Am Ende der Grundschulzeit und zu Beginn der Sekundarschule kommt es zunehmend zu gemischtgeschlechtlicher Paar- und Cliquenbildung. Liebes- und Sexualbeziehungen werden dabei von gleichgeschlechtlichen Freundinnen und Freunden kommentiert und beeinflusst, bilden aber zunehmend eine gemeinsame Welt von Frauen und Männern, in der die Segregation der Geschlechter überwunden wird.

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