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Kriminalitätsgeschichte

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Gerd Schwerhoff(Hg.), Andreas Blauert(Hg.), Kriminalitätsgeschichte (2000), UVK Verlagsgesellschaft, 78462 Konstanz, ISBN: 9783864963667

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Description / Abstract

Die Forschung in den Archiven der Justiz hat unser Wissen über den Zusammenhang von Herrschaft, Gesellschaft und Kultur im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit stark erweitert. Gerichtsakten dienen als Ausgangspunkt, um das breite Spektrum abweichenden Verhaltens oder die verschiedenen Formen sozialer Kontrolle und strafrechtlicher Sanktionen zu beleuchten.
Der Band enthält zum einen Berichte zum Stand der internationalen historisch-kriminologischen Forschung. Zum anderen dokumentiert er Ansätze und Ergebnisse der deutschsprachigen Kriminalitätsforschung und bietet methodische und theoretische Beiträge zur Weiterentwicklung des Wissenschaftsfeldes, z.B. durch die konsequente Einbeziehung der geschlechterhistorischen Perspektive, oder indem der engere Bereich der Kriminalitätsforschung verlassen wurde, um der vormodernen Erinnerungskultur nachzuspüren.

Description

Andreas Blauert ist Privatdozent für Mittelalterliche und Neuere Geschichte.

Gerd Schwerhoff ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der TU Dresden.

Review

"Kriminalitätsgeschichte, bis vor etwa zehn Jahren im deutschen Sprachraum - anders als in England, Frankreich oder Italien - fast nicht existent, hat mit dem anzuzeigenden Band endgültig den Zustand der Insider-Wissenschaft verlassen und wird auch von den anderen Sparten der Historiographie zur Kenntnis genommen werden müssen."
Historische Zeitschrift

"Der Band weist in durchweg beachtenswerten Studien den hohen Stellenwert der internationalen Kriminalitätsforschung in den aktuellen Geschichtswissenschaften nach."
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte

"Dem interessierten Leser steht mit diesem Kompendium eine anregende und kenntnisreiche Sammlung zur Kriminalitätsgeschichte zur Verfügung."
Zeitschrift für Geschichtswissenschaft

"In diesem vielseitigen Band kommen die wichtigsten Autoren der deutschen Diskussion mit eigenen Beiträgen zu Wort. Die Beiträge zeichnen sich durchweg durch gute Lesbarkeit, Quellennähe und umfangreiche Literaturangaben zum Weiterlesen aus. ›Kriminalitätsgeschichte‹ gibt Anregungen für eine innovative, sozial- und kulturgeschichtlich orientierte Spätmittelalter- und Frühneuzeitforschung."
Concilium medii aevi - Zeitschrift für Geschichte, Kunst und Kultur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Insgesamt gibt der Band einen guten Einblick in die aktuelle kriminalhistorische Forschung und führt eindrucksvoll deren facettenreiches, interdisziplinäres und von Methodenvielfalt geprägtes Spektrum vor, wie es sich außerhalb der juristischen Rechtsgeschichte entwickelt hat. (Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, 2/ 65.Band/ 2002)

Der Band verdient Beachtung als ein unerlässliches Hilfsmittel und ein zentraler Bezugspunkt für alle künftigen Studien im deutschsprachigen Raum, die das Forschungsfeld der historischen Kriminalitätsforschung berühren. (Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde, Band IL, 2004)

In 33 Einzelbeiträgen bietet der Band einen vorzüglichen Überblick über den historiographischen Forschungsstand dieses ›verspäteten‹ Forschungszweigs, wie Gerd Schwerhoff seinen Abriss der deutschsprachigen Kriminalitätsgeschichte untertitelt. (Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft, 113/2001)

Table of content

  • BEGINN
  • Andreas BlauertGerd Schwerhoff (Hg.): Kriminalitätsgeschichte Beiträge zur Sozial- und Kulturgeschichte der Vormoderne (Konflikte und Kultur – Historische Perspektiven. Bd. 1)
  • Dank
  • Inhalt
  • Andreas Blauert, Gerd Schwerhoff: Einleitung
  • I. Historische Kriminalitätsforschung in Europa
  • Gerd Schwerhoff: Kriminalitätsgeschichte im deutschen Sprachraum. Zum Profil eines »verspäteten« Forschungszweiges
  • Peter Wettmann-Jungblut: Von Robin Hood zu Jack the Ripper. Kriminalität und Strafrecht in England vom 14. bis 19. Jahrhundert
  • Henrik Halbleib: Kriminalitätsgeschichte in Frankreich
  • Xavier Rousseaux: Kriminalitätsgeschichte in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg (14. bis 18. Jahrhundert)
  • Peter Blastenbrei: Neuere italienische Forschungen zu Delinquenz und Kriminaljustiz 1500–1800:Tendenzen und Ergebnisse
  • Jens Chr. V. Johansen: Erträge der neuen Rechtsgeschichte in den skandinavischen Ländern
  • Christoph Schmidt: Polnische Forschungen zur Geschichte von Kriminalität und Strafjustiz (16. bis 18. Jahrhundert)
  • II. Theoretische Perspektiven
  • Andrea Griesebner, Monika Mommertz: Fragile Liebschaften? Methodologische Anmerkungen zum Verhältnis zwischen historischer Kriminalitätsforschung und Geschlechtergeschichte
  • Michael Maset: Zur Relevanz von Michel Foucaults Machtanalyse für kriminalitätshistorische Forschungen
  • III. Kriminalquellen – Sprache und Wissen
  • Klaus Graf: Das leckt die Kuh nicht ab. »Zufällige Gedanken« zu Schriftlichkeit und Erinnerungskultur der Strafgerichtsbarkeit
  • Gabriela Signori: Ein »ungleiches Paar«: Reflexionen zu den schwankhaften Zügen der spätmittelalterlichen »Gerichtsrealität«
  • Ralf-Peter Fuchs: Gott läßt sich nicht verspotten. Zeugen im Parteienkampf vor frühneuzeitlichen Gerichten
  • Heike Talkenberger: Bürger oder Außenseiter? Normerfüllung und Normverletzung in der Autobiographie des Luer Meyer (1850)
  • IV. Funktionsweisen der Justiz: Dorf, Stadt und frühmoderner Staat
  • Peter Schuster. Richter ihrer selbst? Delinquenz gesellschaftlicher Oberschichten in der spätmittelalterlichen Stadt
  • Steffen Wernicke: Von Schlagen, Schmähen und Unendlichkeit. Die Regensburger Urfehdebriefe im 15. Jahrhundert
  • Erika Münster-Schröer»: Grave gegen Düren«. Zaubereianklage und Schöffenurteil, Feme und Reichskammergericht im frühen 16. Jahrhundert
  • Gudrun Gersmann: Konflikte, Krisen, Provokationen im Fürstbistum Münster. Kriminalgerichtsbarkeit im Spannungsfeld zwischen adeliger und landesherrlicher Justiz
  • Jens Chr. V. Johansen: Das nahe Gericht. Über Kriminalität und das Rechtsbewußtsein dänischer Bauern in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts
  • Karl Härter: Strafverfahren im frühneuzeitlichen Territorialstaat: Inquisition, Entscheidungsfindung, Supplikation
  • Gerhard Sälter: Polizeiliche Sanktion und Disziplinierung. Die Praxis der Inhaftierung durch die Polizei in Paris am Beispiel des Zaubereidelikts (1697–1715)
  • V. Formen der Aneignung und Umgehung von Justiz
  • Martin Dinges: Justiznutzungen als soziale Kontrolle in der Frühen Neuzeit
  • Francisca Loetz: L’infrajudiciaire. Facetten und Bedeutung eines Konzepts
  • Carl A. Hoffmann: Außergerichtliche Einigungen bei Straftaten als vertikale und horizontale soziale Kontrolle im 16. Jahrhundert
  • VI. Geistliches Gericht und Kirchenzucht
  • Heinrich Richard Schmidt: Elsli Tragdenknaben. Niklaus Manuels Ansicht des geistlichen Gerichts
  • Frank Konersmann: Kirchenvisitation als landesherrliches Kontrollmittel und als Regulativ dörflicher Kommunikatio. Das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken im 16. und 17. Jahrhundert
  • Harriet Rudolph: Kirchenzucht im geistlichen Territorium. Das Fürstbistum Osnabrück vom Westfälischen Frieden biszu seiner Auflösung (1648-1802)
  • VII. Delinquenz und Geschlecht
  • Katharina Simon-Muscheid: Täter, Opfer und Komplizinnen – geschlechtsspezifische Strategien und Loyalitäten im Basler Mortthandel von 1502
  • Joachim Eibach: Böse Weiber und grobe Kerle. Delinquenz, Geschlecht und soziokulturelle Räume in der frühneuzeitlichen Stadt
  • Sylvie Steinberg: Wenn das Romanhafte die Wahrscheinlichkeit verbürgt: Frauen in Männerkleidern vor der Pariser Polizei im 18. Jahrhundert
  • VIII. »Social Crimes« – Imagination und Realität
  • Winfried Freitag: Das Netzwerk der Wilderei. Wildbretschützen, ihre Helfer und Abnehmer in den Landgerichten um München im späten 17. Jahrhundert
  • Eva Wiebel: Die ›Schleiferbärbel‹ und die ›Schwarze Lis‹. Leben und Lebensbeschreibungen zweier berüchtigter Gaunerinnen des 18. Jahrhunderts
  • Otto Ulbricht: Rätselhafte Komplexität: Jugendliche Brandstifterinnen und Brandstifter in Schleswig-Holstein ca. 1790–1830
  • Andreas Blauert: Zwischen literarischer Imagination und historiographischer Konkretion. Abenteurer und Piraten auf Madagaskar im 17. und 18. Jahrhundert
  • Zusammenfassungen/Summaries/Résumés
  • Autorinnen und Autoren
  • Sachregister

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