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L'homme copie

Kristian Donko

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Kristian Donko, L'homme copie (2011), Wilhelm Fink Verlag, 33098 Paderborn, ISBN: 9783846752678

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Description / Abstract

Im späten 18. Jahrhundert wurde die Idee des modernen Individuums geboren. Doch es kam als Zwillingsfigur auf die Welt: in Gestalt des vermeintlich aus sich selbst schöpfenden, einmaligen Subjekts und in Gestalt eines ungeliebten Schattens - des homme copie.
Das späte 18. Jahrhundert gilt als Entstehungszeit des modernen Individualismus und somit der Idee eines einzigartigen, unvergleichlichen und eben deshalb unnachahmlichen Ichs. Die Nachahmung wurde damit zum Sündenfall des modernen Originalitätskults. Die Krisen und Paradoxien, aber auch die Vitalität und Produktivität der modernen Individualitätsauffassung entspringen dieser Spannung zwischen Einzigartigkeit und Nachahmung.
Kristian Donko kommt anhand literatur- und kulturgeschichtlicher Untersuchungen dieser zentralen Konfiguration der modernen Individualitätsgeschichte auf die Spur.

Table of content

  • BEGINN
  • EINLEITUNG
  • I. GESELLSCHAFT DER NACHAHMUNG – NACHAHMUNG DER GESELLSCHAFT
  • 1. Mode und Nachahmung im ›eisernen Zeitalter‹
  • 2. Nachahmung und die Kunst des Gefallens
  • 3. Die Einzigartigkeit der Prinzessin von Clèves
  • 4. Zwischenbetrachtung: Identität, Inklusion, Imitation
  • 5. Nachahmung der Literatur (1) – Das höfische Modell (Cervantes, d’Urfé)
  • 6. Die Lesbarkeit der Anderen (1) – Leseautomaten
  • 7. Die Lesbarkeit der anderen (2) – Tugendautomaten
  • 8. Nachahmung der Literatur (2) – Neue Konstellationen (La Roche/Lenz)
  • II. INDIVIDUALITÄT UND IMITATION IM 18. JAHRHUNDERT – RATIONALISMUS, EMPFINDSAMKEIT UND STURM UND DRANG
  • 1. Vorbemerkung: Zur Epoche des 18. Jahrhunderts
  • 2. Rationalismus der Frühaufklärung
  • 2.1. Von Menschen und Affen – Zur Anthropologisierung der Nachahmung
  • 2.2. Von der Vernunft und Unvernunft der Nachahmung
  • 3. Zärtlicher Zwang – Die empfindsame Gefühlsmoral und die Ambivalenz der Beispiele
  • 3.1. Gellerts »Moralische Vorlesungen« und die doppelte Nachahmung
  • 3.2. Imitierte Individualität und das Problem der Scheintugenden
  • 4. Die Erfindung des Individuums und die Nachahmung – Individualitätsdiskurse nach 1770
  • 4.1. Die ›Freigelassenen der Schöpfung‹ – Individuum vs. Gesellschaft
  • 4.2. Die zwei Typen der Individualität und die Kritik der Nachahmung (Kant, Sturm und Drang
  • III. DER HOMME COPIE UND DIE ÄSTHETISIERUNG DES LEBENS IM SPÄTEN 18. JAHRHUNDERT
  • 1. Das moderne Identitätsparadox – Wie lässt sich Einzigartigkeit kopieren?
  • 2. Das schöne Leben und der Konsum
  • 3. Konsum, Künstlichkeit, Kopie – Die Kritik an der Ästhetisierung des Lebens
  • 4. Langeweile, Leere, Unzufriedenheit – Zur Psychologie des homme copie I (Kant, Tieck)
  • IV. ASPEKTE EINER DISKURSGESCHICHTE DES HOMME COPIE
  • 1. Natürlichkeit als Stil – Zur Individualität in pragmatischer Absicht
  • 2. Paradoxien der Selbstbeobachtung
  • 3. Individualität als Selbsttäuschung – Zur Psychologie des homme copie II (Karl Ph. Moritz)
  • 4. Von der Anthropologie zur Psychologie der Nachahmung
  • 5. Seelenspionage um 1800: Das gläserne und das verborgene Ich
  • 6. Vom erlaubten Schein des Selbst – Das Individuum als Rollenspieler
  • 7. Ansichten des homme copie – Diderots »Rameaus Neffe« und »Das Paradox über den Schauspieler«
  • 8. Die Einzigartigkeit des homme copie – Zwischenbetrachtung zu einem Paradoxon
  • 9. Die Sucht zu lesen und das Problem der Individualität
  • SCHLUSS
  • LITERATUR
  • DANK

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