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Grenzgänge

Robert Feustel

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Robert Feustel, Grenzgänge (2013), Wilhelm Fink Verlag, 33098 Paderborn, ISBN: 9783846754757

Description / Abstract

Ob Rauscherfahrungen gut oder schlecht sind, wird viel diskutiert. Was es jedoch heißt, »berauscht« zu sein, spielt zumeist keine Rolle - es scheint immer schon klar. Ein Blick in die Kulturgeschichte des Rauschs zeigt: Es gibt keinen echten oder authentischen Rausch. Der Rausch kann viele Gesichter haben.
Drogenerfahrungen gelten als bedeutsamer Ausdruck verwirrter oder erleuchteter Seelen, als basale Sinnestäuschung eines »angebrannten Gehirns«, als Möglichkeitsbedingung absoluter Selbsterkenntnis oder als Modus, das »Unaussprechliche« auszusprechen. Von Drogen provozierte Grenzüberschreitungen sind also substantiell unterschiedlich. Die üblicherweise angenommene Authentizität der Erfahrung erodiert im Moment des historischen Vergleichs, und Rausch zeigt sich als Konzept oder »epistemisches Ding«, das erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickte.

Table of content

  • BEGINN
  • GRENZGÄNGE
  • INHALT
  • EINLEITUNG ODER: »REALITY IS FOR PEOPLE WHO CAN’T HANDLE DRUGS.«
  • 1 HEILIGER QUELL – BÖSER GEIST: TRUNKENHEIT UND IMAGINATION IM 16. UND 17. JAHRHUNDERT
  • 1.1 »DIE ZEIT ZWISCHEN DEN ZEITEN«: ZU RAUSCH UND FESTKULTUR
  • 1.2 JENSEITS DES RAUSCHS: IMAGINATIONEN UND VISIONEN
  • 1.3 ÜBERGÄNGE: PRÄSENTATION, RE-PRÄSENTATION, ZWEIFEL
  • 2 ZWISCHEN WAHN UND WAHRHEIT: RAUSCHDISKURSE IM 19. JAHRHUNDERT
  • 2.1 DIE MEDIZINIERUNG DES ANDEREN BEWUSSTSEINS
  • 2.2 HIMMLISCHE DROGEN: RAUSCH ALS ERHABENSTE INTELLIGENZ UND FALSCHE WAHRHEIT
  • 2.3 ZWISCHENBILANZ: DIE ENTDECKUNG DES SUBJEKTS UND DER RAUSCH
  • 3 ZWISCHEN KONTINUITÄT UND DESTRUKTION: RAUSCH IM FRÜHEN 20. JAHRHUNDERT
  • 3.1 DIE MEDIZINIERUNG UND DAS LANGE 19. JAHRHUNDERT
  • 3.2 VON DER ENTDECKUNG DES SUBJEKTS ZUM »ICH-ZERFALL«
  • 3.3 ÜBERGANG: FREUDS »UNBEHAGEN« UND DER RAUSCH
  • 4 ZWISCHEN DROGENKULT UND KLINIK: DER PSYCHEDELISCHE RAUSCH ALS UTOPIE VOM ENDE DES SUBJEKTS
  • 4.1 VORLÄUFER I: PSYCHEDELISCHE VISIONEN IN PSYCHIATRIE UND PSYCHOANALYSE
  • 4.2 VORLÄUFER II: »EIN TRÜMMERFELD DER MÖGLICHKEITEN«. DIE BEATS IM RAUSCH
  • 4.3 »PROBLEM-SOLVING PSYCHEDELICS«:WISSENSCHAFT, RELIGION, KYBERNETIK
  • 5 EPILOG: OPTIMIEREN STATT ÜBERSCHREITEN. AUF DEM WEG ZUM »MASTER BRAIN«?
  • Rave und Techno
  • Kreativität
  • SCHLUSS ODER: RAUSCH ALS »ANTWORT DES REALEN«?
  • LITERATUR

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