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Gier

Heinz-Kurt Wahren

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Heinz-Kurt Wahren, Gier (2011), Wilhelm Fink Verlag, 33098 Paderborn, ISBN: 9783846750971

Description / Abstract

Mitte September 2008 läutete der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers den Beginn einer der größten Finanzkrisen aller Zeiten ein. Auch heute noch herrscht unter Experten große Uneinigkeit, was die Ursachen der Krise waren. Gier wurde dabei eher strukturell als "Geist des Kapitalismus" und insbesondere des Finanzkapitals diskutiert, nicht als menschliche Versuchung und als Schwäche.
Heinz-Kurt Wahren stellt dagegen den menschlichen Faktor in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. Hierbei wird die Gier - und ihre Beziehung zu Finanzkrisen - aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. So kann Wahren klären, inwieweit sie zur Erklärung von Finanzkrisen taugt und in welcher Beziehung sie zu anderen Erklärungsansätzen steht, welche Quellen die Gier hat, in welchem Klima sie gedeiht, was sie fördert, mitunter auch besonders explosiv werden lässt, wie sie individuell und gesellschaftlich wirkt, welche Folgen das auf die Entwicklung von Finanzkrisen hat, und wie man die Gier dämpfen oder einhegen kann.

Table of content

  • BEGINN
  • INHALT
  • 1. EINLEITENDE BEMERKUNGEN
  • Folgen der Krise
  • Suche nach den Ursachen
  • Finanzkrisen sind keine Naturkatastrophen
  • Nur ganzheitliche Ansätze können Finanzkrisen sinnvoll erklären
  • 2. EIN KURZER RÜCKBLICK AUF VERGANGENE KRISEN
  • Die 80er Jahre: Auftritt der „Master of the Universe“
  • Die 90er Jahre: Auf dem Weg zum Kasino-Kapitalismus
  • Beginn des neuen Jahrtausends: Internet-Euphorie und „Geld-Rausch“
  • Finanzskandale stoppen vorerst die „Gier ohne Grenzen“
  • Das wieder zum Leben erwachte „Prinzip Gier“ verursacht die größte Krise seit 80 Jahren
  • Gier und Ethik kommen in Zyklen
  • Gier: Nur ein geeigneter Aufhänger zur Dramatisierung von Diskussionen und Berichterstattungen?
  • 3. RISIKEN WURDEN FALSCH BEWERTET UND VERDRÄNGT
  • „Why had nobody noticed the credit crunch was on its way?“
  • Von der Schwierigkeit, Risiken zu bewerten
  • Die Frage nach Risiko und Sicherheit: eine Schlüsselfrage moderner Gesellschaften
  • 4. VERURSACHT DIE GIER (WIRKLICH) FINANZKRISEN?
  • Erlernte Sorglosigkeit, Kontrollillusion, Herdenverhalten…
  • Von der Hedge- zur Ponzi-Finanzierung
  • Konjunkturen und Gepflogenheiten bei der Verwendung des Begriffs „Gier“
  • Wie Theorien und Ideologien den Umgang mit dem Begriff „Gier“ prägen
  • Das Argument der Gier: mehr als nur bloßes Gerede?
  • Wege zu einem besseren Verständnis der Gier
  • 5. DIE GIER IM KLASSISCHEN GRIECHENLAND
  • Xenophons Oikonomikos
  • Aristoteles Lehre von der richtigen Wirtschaft
  • Genug zu haben ist die Regel der Klugen und Altersweisen
  • 6. DIE GIER AUS THEOLOGISCHER PERSPEKTIVE
  • Die heutige Einstellung der Kirchen zur Gier
  • „Kapitalismus als Religion“
  • 7. DIE GIER AUS ANTHROPOLOGISCHER PERSPEKTIVE
  • Der Menschen wie „er wirklich ist“
  • Das Schlechte, das zum Guten sich wendet
  • Der Schritt von den Leidenschaften zu den Interessen
  • 8. DIE GIER AUS SICHT DER POLITISCHEN ÖKONOMIE
  • Der „Produktionsprozess des Kapitals“
  • „Geld gibt ein Kommando. Seine Order lautet ‚Mehr!‘“
  • 9. DIE GIER AUS PHILOSOPHISCHER PERSPEKTIVE
  • Die „Maßlosigkeit der Geldsucht“
  • „Transökonomie der Spekulation“
  • Auf dem Weg zu einer „thymotischen Ökonomie“
  • 10. DIE GIER AUS ÖKONOMISCHER PERSPEKTIVE
  • „Ein Lob der Gier“
  • „Die ökonomische Theorie braucht kein krankhaftes, gieriges Menschenbild“
  • Der Zwang zum Wachstum erzeugt ein exzessives Gewinnstreben
  • Von der Jagd nach Kapital zur Jagd nach Renditen
  • Die Krise als Ausgangspunkt von „Erzählungen“
  • Die Schwierigkeiten der Ökonomen im Umgang mit dem Begriff „Gier“
  • 11. DIE GIER AUS SOZIOLOGISCHER PERSPEKTIVE
  • Gier, ein für (heutige) Soziologen eher fremder Begriff
  • Die „diabolische Eigenschaft“ des Geldes
  • 12. DIE GIER AUS PSYCHOLOGISCHER PERSPEKTIVE
  • Die Gier: Trieb, Motiv oder Sucht?
  • Über die Wirkungen von Boni
  • „Verstiegenheit“: Eine Form „missglückten Daseins“
  • Merkmale einer krankhaften Gier
  • Ein Psychoanalytiker im „Schlaraffenland der Börse“
  • „Das Schlimmste ist, sein Geld zu verteidigen“
  • 13. WANN WIRD GEWINNSTREBEN ZUR GIER?
  • Was ist „Gier“ – und was bewirkt sie?
  • „Quod licet Iovi, non licet bovi“
  • Wie unterscheidet sich die Gier von einem ökonomisch sinnvollen Gewinnstreben?
  • Vorschlag einer Definition des Begriffs „Gier“
  • 14. QUELLEN DER GIER: NATUR VS. KULTUR
  • „Gier hat es immer schon gegeben“
  • Die Gier: Ein kulturell geprägtes, erlerntes Verhalten
  • „Geist des Kapitalismus“
  • Der „amerikanische Traum“
  • „We are all Americans“
  • „So wurden wir erzogen“
  • Die Gier als kollektives Phänomen
  • Jeder entscheidet selbst, wie er leben will
  • 15. ROLLE UND EINFLUSS DER MEDIEN
  • Die Krise als genussvolle Ästhetisierung des Schreckens
  • Kritisch wird es, wenn die Presse zunehmend über„Finanzgenies“ und „Finanzinnovationen“ berichtet
  • Ergebnisse der medialen Selbstreflexion
  • 16. DER GIERIGE ALS KUNSTFIGUR
  • „Enrichissez-vous“ – „Von nun an werden die Bankiers herrschen“
  • Die Kunstfigur des „Gierigen“ in heutiger Zeit
  • 17. ZÄHMUNG DER GIER MITTELS MORAL
  • Moral: Ein wichtiges Element für das gedeihliche Zusammenwirken von Menschen
  • Benötigt auch die Wirtschaft für ihr Funktionieren Moral?
  • „Sie wollen keine Moraldebatte führen“
  • Der Weg zu einer „Ordnung der Moral“
  • „Mentalitätswandel“ durch „Kulturentwicklung“
  • 18. DAS ZIRKULÄRE ZUSAMMENWIRKEN VON „SYSTEM“ UND „MENSCH“
  • Welches „System“ meint man?
  • Ist es nun das „System“ oder der „Mensch“?
  • Das zirkuläre Zusammenwirken von „System“ und „Mensch“ im „Greed Cycle“
  • Wie sich die Frivolitätsspirale immer höher schraubte
  • 19. WAS TUN?
  • Veränderungen im finanztechnischen Bereich
  • Maßnahmen zur Eingrenzung der Gier
  • 20. WIE GEHT ES WEITER?
  • Wiederholt sich Geschichte?
  • „Glücklich ist, wer vergisst“
  • „Wieder läuft / Die Welt die alte Bahn unverändert“
  • LITERATURVERZEICHNIS
  • PERSONENVERZEICHNIS

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