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Missachtete Menschenrechte

Opferverbände und die Legitimation eugenischer Gewalt in der frühen Bundesrepublik

Ulrika Mientus
Missachtete Menschenrechte
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Ulrika Mientus, Missachtete Menschenrechte (2026), Campus Frankfurt / New York, 60486 Frankfurt/Main, ISBN: 9783593463964

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Beschreibung / Abstract

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs forderten Überlebende individuell und ab 1950 kollektiv die Anerkennung der Zwangssterilisationen und »Euthanasie« als NS-spezifisches Unrecht. Ihre Entschädigungsansprüche begründeten sie mit der Verletzung ihrer Menschenrechte. Diese Studie untersucht, wie Überlebende nach Anerkennung strebten und wie dies mithilfe der Konstruktion der »Erbkranken« abgewehrt wurde. Anhand der ersten Opferverbände und unter Berücksichtigung verfolgter Gehörloser zeigt Ulrika Mientus die Grenzen ihrer Handlungs- und Deutungsmacht in der Entschädigungsdiskussion, in der unterschiedliches Wissen über die Verbrechen und Betroffenen zirkulierte und um Durchsetzung konkurrierte. Indem sie die Betroffenen in den Fokus rückt, dekonstruiert sie hegemoniale Deutungsmuster und arbeitet Handlungsspielräume heraus. So wird deutlich, dass die verweigerte Anerkennung eine wiederholt getroffene, aber keineswegs alternativlose Entscheidung war. Das Buch leistet damit einen Beitrag zur Geschichte der nicht-anerkannten NS-Verfolgten in der frühen Bundesrepublik sowie zur Historisierung von Gewalt, Opferschaft und Menschenrechten nach 1945. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

Beschreibung

Ulrika Mientus ist Historikerin und Politikwissenschaftlerin. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt »Opferverbände und Anerkennungsdynamiken in Westdeutschland, 1945-1975« an der Universität Marburg und arbeitet als politische Bildnerin.

Lizenz

Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode)

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • Einleitung
  • Fragestellung und Gegenstand
  • Forschungskontexte
  • Theoretischer Rahmen und methodische Bezüge
  • Quellen und Anmerkungen zur Sprache
  • Aufbau der Arbeit
  • I. Weichenstellung: Ordnungsgemäße Gewalt und falsche Opfer (1945–1949)
  • Die »Erbgesundheit« der »Volksgemeinschaft«
  • 1. Betroffene ergreifen das Wort
  • 2. Grundsteinlegung: Die Entnazifizierung der Zwangssterilisationen
  • 3. Der (ab)wertende Blick auf die »Euthanasie«‐Opfer
  • 4. Die doppelte Nachgeschichte des GzVeN
  • Zwischenfazit I
  • II. Formierung: Erste Verbände und die Frage der Menschenrechte (1950–1954)
  • »Vollwertiges Menschsein«
  • 5. Der Zentralverband der Sterilisierten und Gesundheitsgeschädigten
  • 6. Die neue alte Entschädigungspolitik
  • 7. Der delegitimierende Expertenblick
  • Zwischenfazit II
  • III. Konsolidierung: Ein neuer Verband und konträre Opferkonstruktionen (1954–1970)
  • Eugenische Schreckbilder
  • 8. Der Bund der Opfer des Faschismus
  • 9. Die Entschädigungsfrage wird brisanter
  • 10. Die Persistenz eugenischen Denkens
  • 11. »Vollwertige Menschen«?! Gehörlose in der westdeutschen Gesellschaft
  • Zwischenfazit III
  • Schluss
  • Das uneingelöste Versprechen gleicher Menschenrechte
  • Anhang
  • Abkürzungen
  • Abbildungen
  • Quellen und Literatur
  • Dank

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