Rhetorik der Inklusion, Praxis der Exklusion

Selbstbeobachtungen der Erziehungswissenschaft

Rhetorik der Inklusion, Praxis der Exklusion

Diese Publikation zitieren

Markus Rieger-Ladich (Hg.), Rita Casale (Hg.), Flora Petrik (Hg.), Pia Rojahn (Hg.), Wolfgang Meseth (Hg.), Rhetorik der Inklusion, Praxis der Exklusion (2026), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISBN: 9783779991823

Beschreibung / Abstract

Innerhalb der Erziehungswissenschaft nehmen die Bemühungen Fahrt auf, die eigene Praxis aus einer machttheoretischen Perspektive zu untersuchen. Diesem Projekt verschreibt sich auch das vorliegende Buch. Es lenkt den Blick in den Maschinenraum der Disziplin und macht hegemoniale Kämpfe zum Gegenstand – also jene Auseinandersetzungen, die um das Profil der Disziplin geführt werden, die regulieren, wer eine Stimme erhält (und wer nicht), wer gehört wird (und wer nicht), welche Themen als diskussionswürdig gelten (und welche nicht), welche Formen der Argumentation und des Schreibens, welche Praktiken des Studierens, der Forschung und der Theoriebildung als vernünftig gelten (und welche nicht).

Beschreibung

Markus Rieger-Ladich, Prof. Dr., lehrt als Professor für Erziehungswissenschaft Allgemeine Pädagogik an der Universität Tübingen. Er engagiert sich in der Kommission Bildungs- und Erziehungsphilosophie der DGfE und ist Mitglied des Graduiertenkollegs »Doing Transitions« sowie des Netzwerks »Theoretische Forschung in der Erziehungswissenschaft«. Aktuell gilt sein Interesse der Analyse und Kritik von Privilegien sowie Tendenzen und Praktiken von Exklusion innerhalb der eigenen Disziplin oder in Bildungsinstitutionen, zum Beispiel vermittelt über autosoziobiografische Texte. Rita Casale ist Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft bzw. Theorie der Bildung an der Bergischen Universität Wuppertal. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Bildungsphilosophie, Feministische Philosophie, Wissensgeschichte und Universitätsforschung. Flora Petrik, M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Tübingen. Zu ihren Schwerpunkten in Forschung und Lehre zählen soziale Ungleichheit in Schule und Universität, interpretative Sozialforschung sowie wissenschaftstheoretische und methodologische Fragestellungen. Pia Rojahn, Dr., ist akademische Rätin in der Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Tübingen. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen in der Erziehungs- und Bildungstheorie, im Zusammenhang von Digitalisierung und Bildung, der Lehrkräftebildung sowie in der englischsprachigen Philosophy of Education. Meseth, Wolfgang, Dr. phil., Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Erziehung, Politik und Gesellschaft am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Hinter die Kulissen blicken.
  • Über das Wagnis dieses Buches
  • Markus Rieger-Ladich, Rita Casale, Flora Petrik, Pia Rojahn und Wolfgang Meseth
  • I Die Werkzeugkiste inspizieren: Wie sich Ein- und Ausschluss erforschen lassen
  • Zurichtung und Ermächtigung im wissenschaftlichen Feld.
  • Praxistheorie als Machtkritik
  • Markus Rieger-Ladich
  • „Zwerge auf den Schultern von Riesen“.
  • Zu Krisen erziehungswissenschaftlicher Wissensordnungen
  • Wolfgang Meseth
  • Das Besondere als Prüfstein des Allgemeinen: Wissenschaftsfreiheit in der Bundesrepublik nach 1945 
  • Rita Casale
  • II Historische Fallstudien: Epistemologie, Institutionen und Organisationen
  • Disziplingeschichte als gegenwärtige Vergangenheit. Erziehungswissenschaft und Nationalsozialismus im Spiegel historiographischer Deutungen
  • Anne Rohstock
  • Vom Erinnern und Vergessen.
  • Zum Verrücken der Geschichte der Erziehungswissenschaft nach 1945 
  • Anna-Sophie Kruscha
  • Zur Etablierung feministischer Erziehungswissenschaft
  • Jeannette Windheuser
  • Psychoanalyse und die akademische Pädagogik.
  • Eine Geschichte der Annäherung und Distanzierung von Anfang an
  • Wilfried Datler und Elisabeth Jahn
  • Strukturblind – oder: Was die Erziehungswissenschaft schon immer nicht über Geschlecht wissen wollte
  • Barbara Rendtorff
  • III Zeitgenössische Fallstudien I: Hegemoniale Diskurse, symbolische Gewaltverhältnisse
  • Inklusive Exklusion durch akademischen Humanitarismus?
  • Erfahrungen exilierter Wissenschaftler:innen an deutschen Hochschulen
  • Yasemin Karakaşoğlu und Betül Yarar
  • Weiße Wissenschaft – oder: Von der Übereinkunft, die Welt falsch zu interpretieren
  • Arzu Çiçek
  • Rassismuskritik und die Ambivalenz disziplinärer Zugehörigkeit.
  • Ein Gespräch
  • Jocelyn Jasmin Dechêne, Jaël In ’t Veld, Paul Mecheril und Laura Meyer-Stolte
  • Classism, Racism and Sexism in Elite Universities in the UK
  • Diane Reay
  • Zusammenhänge und Unterscheidungen von Rassismus- und Antisemitismuskritik in Erziehungswissenschaft und Bildungsarbeit
  • Astrid Messerschmidt
  • Monströse Reinszenierungen.
  • Un:Sichtbarkeiten im wissenschaftlichen Show-Business
  • Simone Müller und Daniela Holzer
  • Who is representing whom?
  • Über den Anspruch der Repräsentativität in quantitativer Forschung
  • Markus Sauerwein, Nina Hogrebe und Jana Heer
  • IV Zeitgenössische Fallstudien II: Erziehungswissenschaftler:in werden
  • Heikle Übergänge.
  • Wege ins erziehungswissenschaftliche Studium zwischen Ein- und Ausschlüssen
  • Flora Petrik
  • Promovieren.
  • Acht Perspektiven auf eine erziehungswissenschaftliche Praktik
  • Kai Wortmann
  • Zwischen Befreiung und Beschämung: Ein Dialog über das Verhältnis von Theorie, Praxis und Erfahrung in der Hochschullehre
  • Josephina Stang und Christian Grabau
  • Über Infantilisierung
  • Pia Rojahn und Mai-Britt Ruff
  • V Kontrastive Beobachtungen: Verwandte Unternehmungen in Nachbardisziplinen
  • Beständig im Wandel?
  • Die Geschlechterordnung der (Erziehungs-)Wissenschaft
  • Sandra Beaufaÿs
  • Auf dem Klassismusauge blind.
  • Der Diskurs der akademischen Philosophie über ihre eigenen sozialen Ausschlüsse
  • Jekaterina Markow
  • Klassismus: Ein Tabuthema (in) der Philosophie?
  • Bastian Ronge
  • Doing Art.School.Differences. Vom Versuch, über klassistische und rassistische Strukturen aufzuklären
  • Sophie Vögele im Gespräch mit Flora Petrik und Markus Rieger-Ladich
  • Einschlüsse/Ausschlüsse.
  • Melvin D. Williams’ „Ethnographie eines anthropo­logischen Instituts“ als dichte Beschreibung sozialer Prozesse in der Wissenschaft – oder: Lässt sich die Mikrophysik der Wissenschaft besser in fiktionalen Texten reflektieren?
  • Thomas Etzemüller
  • Angaben der Autor:innen zu ihren Arbeitsschwerpunkten

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