Interruptionen und Disruptionen
Wie Schüler:innen in Deutschland und Kanada pandemiebedingte Schulschließungen als Brüche erleben und bearbeiten
Nils Schrewe und Tanja Sturm

Diese Publikation zitieren
Nils Schrewe, Tanja Sturm, Interruptionen und Disruptionen (19.05.2026), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0044-3247, 2026 #1, S.79
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Beschreibung / Abstract
Im Zuge der Corona-Pandemie haben Schüler:innen vielfältige Änderungen von Schule erfahren, die sich u.a. in Schulschließungen und der Nutzung digitaler Lehr-Lernangebote zeigen. In dem Beitrag fragen wir, wie Schüler:innen aus Deutschland und Kanada die Situation erlebt und bearbeitet haben. Mithilfe der Praxeologischen Wissenssoziologie wird rekonstruiert, dass die Restrukturierungen von Schule und Unterricht für die Schüler:innen Brüche gegenüber ihrer habitualisierten Schul- und Unterrichtspraxis darstellen. Der komparative Vergleich von Gruppendiskussionen mit Schüler:innen beider Länder zeigt, dass die Brüche bei den kanadischen Schüler:innen dazu geführt haben, dass sie keine gleichwertige Lernorientierung im digitalen Unterricht erfahren haben, während ihre deutschen Peers eine neue Orientierung an Regelbrüchen, in der Form des Fernbleibens vom Unterricht oder dem Betrügen bei Tests zeigen. Die Ergebnisse, die wir als Inter- und Disruption bezeichnen, werden sowohl anhand der empirischen Beispiele dargelegt als auch entlang schulpädagogischer Betrachtungen reflektiert.