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Souveränität - Feindschaft - Masse

Theatralik und Rhetorik des Politischen in den Dramen Christian Dietrich Grabbes

Sientje Maes

Diese Publikation zitieren

Sientje Maes, Souveränität - Feindschaft - Masse (2020), Aisthesis Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783849814977

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Die vorliegende Arbeit untersucht den Komplex Souveränität, Feindschaft und Masse im kulturhistorischen und literarischen Kontext des Vormärz und geht ihm in eingehenden Textanalysen des Früh- und Spätwerks von Christian Dietrich Grabbe nach. Angeregt durch Walter Benjamins Lektüre des deutschen Trauerspiels, das als Theater der Krise in seiner dramatischen Konstellation sowie in seiner exzessiven Theatralität eine erstaunliche Vergleichbarkeit mit Grabbes maßloser Dramaturgie aufweist, wird dieser Dramatiker als melancholischer Moderner erkennbar.

Ausgehend von der unauflösbaren Spannung zwischen dramaturgischer Innovation und ideologischer Melancholie, die Grabbe – um die Kontingenz der Geschichte wissend – in seinen Dramen auslotet, wertet diese Arbeit den ambivalenten, heterogenen und sogar ostentativ irritierenden Charakter von Grabbes Dramentexten nicht als dramaturgisch mangelhaft und unspielbar, sondern als Symptom seiner ›zaudernden Modernität‹, und diskutiert deren Möglichkeiten für eine postdramatische Ästhetik.

Beschreibung

Sientje Maes, geb. 1984, studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie an der Universität Leuven, wo sie von 2008 bis 2013 als Forscherin des flämischen Wissenschaftsfonds (FWO) tätig war.

Inhaltsverzeichnis

  • Frontcover
  • Titel
  • Impressum
  • Inhalt
  • Kapitel 1: Christian Dietrich Grabbe oder Die Dramaturgie des Vormärz. Mutmaßungen und Hypothesen
  • 1. Die Welt als ›ausgelesenes‹ Buch: Grabbes ›melancholischer Blick‹ als Klassik-Kritik
  • 2. Zwischen Transzendenz und Kontingenz: Der Souverän als ›gespaltene‹ Kreatur
  • 3. Grabbes Dramen als ›Spiele vor Traurigen‹?
  • 4. Politik als (Massen)Spektakel: Die prekäre Inszeniertheit der Macht
  • 5. Pöbelfurcht und Kleinbürgerverachtung
  • 6. Ästhetisierung und Mediatisierung der Geschichte
  • 7. Grabbe und der deutsche Mythos
  • 8. Souveränität − Feindschaft − Masse: ein ambivalenter Themenkomplex
  • 9. Fallstudien und Fragestellungen
  • Kapitel 2: »Gleich dem Medusenhaupte ein Komet«. Theatralischer Exzess und Kontingenz in Grabbes Debüt »Herzog Theodor von Gothland«
  • 1. ›Dramaturgie des Plus Ultra‹ und die Frage der Unspielbarkeit
  • 2. »Herzog Theodor von Gothland« als ›maskenhafte Neubelebung einer entleerten Welt‹
  • 3. Theatralität und Allegorisierung als Verstellungvon ›Vergängnis‹
  • Kapitel 3: Der Souverän als Wiedergänger.»Napoleon oder die hundert Tage«
  • 1. »Was mit den Leuten zu machen, wenn ihre Zeit vorüber war und ihre Anhänger doch trotzdem und rückwirken wollen?«
  • 2. »Hat das Volk für Kaufleute gestritten, so heißt das noch nicht, daß die Krämer es beherrschen können«
  • 3. Das Theater der Revolution
  • 4. »Neue Regierung, neue Kleider«
  • 5. Grabbes »dramatisch-epische Revolution« als Revolution der modernen Medie
  • 6. »Ich bin ich, das heißt Napoleon Bonaparte, der sich in zwei Jahren Selbst schuf«
  • 7. ›(Aus-)gespielte‹ Geschichte: Das Glückspiel als späte Allegorisierung der entleerten Zeit
  • Kapitel 4: »Hannibal« oderDas Endspiel des mythischen Helden
  • 1. Das Theater als letzter Spielraum für das Ausnahmesubjekt
  • 2. »Hannibal« als ›Demonstrationsmodell‹ einer restaurativen Zeit
  • 3. »Das kleine Ende im unermeßlichen Chaos des Gemeinen«
  • 4. Die Theatralität des politischen Machtspiels
  • 5. Die Gesellschaft in Krise: zwischen Rationalisierung und Sakralisierung des Politischen
  • 6. Die gesellschaftliche Wirkungslosigkeit des Aufstands
  • 7. »Was Tapferkeit des Einzelnen, wenn das Ganze verrottet ist?«
  • Kapitel 5: »Die Hermannsschlacht«: Die ›Geburt‹ des Theaterkönigs aus dem politischen Mythos des Nationalhelden
  • 1. »Der Cid« als groteske Präfiguration von Grabbes »Hermannsschlacht«
  • 2. Grabbes »Hermannsschlacht« im Spiegel von Kleists ›Nationaldrama‹: Theater der Propaganda statt Propaganda-Theater
  • 3. »Die Hermannsschlacht« als Maskenspiel: Kleist und Grabbe im Vergleich
  • Zum Schluss: Grabbes zaudernde Modernität
  • Literaturverzeichnis
  • Danksagung
  • Backcover

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