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„Verschuldete Armut ist für mich, wenn ich saufen gehe und nichts mehr mach“ – Eine Grounded Theory-Studie zu Armutskonstruktionen von Lehrpersonen

Arne Koevel, Friedemann Nerdinger und Matthias Junge
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Arne Koevel, Friedemann Nerdinger, Matthias Junge, „Verschuldete Armut ist für mich, wenn ich saufen gehe und nichts mehr mach“ – Eine Grounded Theory-Studie zu Armutskonstruktionen von Lehrpersonen (27.10.2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 1436-1957, 2021 #1, S.57

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Beschreibung / Abstract

Spätestens mit dem Beginn der PISA-Erhebungen wurde die hohe soziale Undurchlässigkeit des deutschen Schulsystems deutlich. Kinder aus sozio-ökonomisch benachteiligten und formal bildungsfernen Familien sind davon besonders betroffen. Während mikrosoziologische Aspekte der Herkunftsfamilien sowie strukturelle Aspekte des Schulsystems weitgehend bekannt sind, ist die Rolle der Lehrpersonen in der (Re-)Produktion sozialer Ungleichheiten ein unzureichend explorierter Gesichtspunkt, der bislang vorwiegend vor dem Hintergrund von Übergangsempfehlungen oder milieu- und habitusanalytisch beforscht wurde. Die vorliegende Grounded-Theory-Studie untersucht unter sozialkonstruktivistischen und praxeologischen Prämissen die Konstruktionen von Armut von Lehrpersonen unterschiedlichster Schulformen anhand problemzentrierter Interviews (N = 14) mit Lehrpersonen, Sozial- und Sonderpädagog/-innen. Die Rekonstruktionen führen zu zwei zentralen Konstruktionsmodellen. Zum einen wird Armut als Kulturform konstruiert und in erster Linie auf eine wahrgenommene fehlende Anstrengungs- und Anpassungsbereitschaft der Betroffenen zurückgeführt. Auf der anderen Seite wird Armut als Mangel der Institutionen wahrgenommen, sofern die Betroffenen sich wahrnehmbar (bspw. durch das Ausüben mindestens einer Erwerbstätigkeit) anstrengen und anpassen.

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