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Kaufleute in Konflikt

Rechtspluralismus, Kredit und Gewalt im spätmittelalterlichen Lübeck

Philipp Höhn

Diese Publikation zitieren

Philipp Höhn, Kaufleute in Konflikt (2021), Campus Frankfurt / New York, 60486 Frankfurt/Main, ISBN: 9783593447193

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung

Philipp Höhn ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Halle-Wittenberg. Er forscht zu maritimer Gewalt, Konflikten und Marktformierung im späten Mittelalter und hat sich mit dem Einfluss Carl Schmitts auf die Hanseforschung befasst.

Beschreibung / Abstract

Lübeck, 1377. Zwischen Ratsherren kommt es zum Streit über den Preis für ein zum Verkauf stehendes Schiff. Vertreter der Seestädte greifen schlichtend ein. Was wie eine unscheinbare Begebenheit klingt, entfaltet in geschichtswissenschaftlicher Perspektive ein ganzes Prisma der spätmittelalterlichen Rechtsgeschichte. Der Ostseeraum war gekennzeichnet durch ein Nebeneinander miteinander konkurrierender rechtlicher Normen, berufsbedingte Konflikte zwischen Kaufleuten, etwa um Fälle von Seeraub, standen an der Tagesordnung. Diese Studie untersucht, wie Kaufleute den Rechtspluralismus unter Nutzung aller gerichtlicher und außergerichtlicher Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen instrumentalisierten. Geworfen wird damit nicht nur ein Licht auf die wahren Intentionen der Kaufleute in Konflikt, sondern auch auf die politischen und wirtschaftlichen Interaktionen im nördlichen Europa.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • 1. Einleitung: Die Landschaften des Rechtspluralismus
  • 1.1 Ein Lübecker Niederstadtbucheintrag von 1377
  • 1.2 Problemstellungen
  • 1.3 Aufbau der Arbeit
  • 2. Forschungsstand und theoretischer Hintergrund
  • 2.1 Wirtschaftshistorische Erklärungsmuster
  • 2.2 Grenzen des Forschungsstandes
  • 2.3 Theoretischer Hintergrund der Untersuchung
  • 2.4 Zusammenfassung
  • 3. Schriftlichkeit und Konfliktpraktiken
  • 3.1 Quellen der Konfliktschriftlichkeit und Quellenkritik
  • 3.2 Die Lübecker Niederstadtbücher – Zu Charakter und Funktion
  • 3.3 Zwei Zeugenaussagen – Praktiken des Dokumentengebrauchs
  • 3.4 Inskriptionsbefehl und der Verzicht auf weiteres Konflikthandeln
  • 3.5 Zusammenfassung
  • 4. Foren und Praktiken des Konfliktaustrags
  • 4.1 Fallstudie: Praktiken des Konfliktaustrags im Rechtspluralismus
  • 4.2 Rechtspluralismus als Konzept und Erfahrung der Zeitgenossen
  • 4.3 »Die Strenge des Rechts mit Freundschaft zu mildern«: Schlichten und Richten des Lübecker Rats
  • 4.4 Kirchliche Gerichtsbarkeit
  • 4.5 Kaufleute vor Höchstgerichtsbarkeit und König
  • 4.6 Hansische Institutionen der Konfliktregulierung
  • 4.7 Pluralismus und Ambiguität: Eine Zusammenfassung
  • 5. Ehre, Kredit, Recht und Freundschaft: Ziele und Semantik kaufmännischen Konfliktaustrags
  • 5.1 Einführung
  • 5.2 Ehre, Recht und wirtschaftliches Handeln
  • 5.3 Kreditwürdigkeit
  • 5.4 Grenzen des Kreditnetzwerks, Grenzen der Konfliktregulierung?
  • 5.5 Zusammenfassung
  • 6. Kreditwürdigkeit und Kriminalisierung: Güterwegnahmen als Konfliktpraktik
  • 6.1 Eine Beschlagnahme in Stralsund 1389
  • 6.2 Handel und Gewalt: Annäherungen an ein schwieriges Verhältnis
  • 6.3 Güterwegnahmen als Konfliktpraktik
  • 6.4 Kriminalisierung, »Seeräuberbekämpfung« und die »Sicherung von Handelswegen«
  • 6.5 Zusammenfassung
  • 7. Fazit und Ausblick
  • 7.1 Zusammenfassung
  • 7.2 Perspektiven
  • Quellen und Literatur

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