Zugriffsrechte erwerben. Einloggen

Alltagsnarrationen über Konflikte und Kriminalität

Johannes Stehr

Diese Publikation zitieren

Johannes Stehr, Alltagsnarrationen über Konflikte und Kriminalität (17.09.2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0341-1966, 2020 #4, S.312

Getrackt seit 05/2018

65
Downloads

Beschreibung / Abstract

Der Beitrag diskutiert das Potenzial von Narrationen für eine kritische Analyse des Kriminalitätskonzepts. Über eine Neukontextualisierung der Studien zu den „Ärgernissen und Lebenskatastrophen“ und zum „Sagenhaften Alltag“ im Kontext der gegenwärtigen Debatte um die „narrative criminology“ and „narrative victimology“ wird – im Rahmen einer narrativen Ethnographie des Alltags – das kritische Potenzial von Narrationen wie auch einer Narrationsanalyse, die Kriminalität als hegemoniale und institutionelle Erzählung versteht, herausgestellt. Über das Einnehmen einer Alltagsund einer Konfliktperspektive werden alternative Erzählungen – Konfliktgeschichten – erkennbar, die als „narratives Eigentum“ im Alltag Bestätigung, im Kontext der Institution Verbrechen & Strafe aber unter Druck gebracht, transformiert und letztlich enteignet werden. Die dominante Kriminalitätserzählung dagegen wird im Alltag eher als narrative Ressource angeeignet, die verwendet wird zur Konstruktion von Moral- und Gefahrengeschichten, mit denen alltägliche, lebenspraktische Moralfragen verhandelt und Handlungsunsicherheiten bearbeitet werden können.

Mehr von dieser Ausgabe

    Ähnliche Titel

      Mehr von diesem Autor