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Deutschsprachige Schriftstellerinnen des Fin de siècle

Diese Publikation zitieren

Karin Tebben(Hg.), Deutschsprachige Schriftstellerinnen des Fin de siècle (2019), WBG, Darmstadt, ISBN: 9783534745937

Getrackt seit 05/2018

266
Accesses

Beschreibung / Abstract

Die Literatur der Jahrhundertwende lässt sich aufgrund der Vielfalt der literarischen Produktion und poetologischen Programmatik nicht auf einen Epochenbegriff bringen, doch in einem Punkt sind sich sogar widerstreitende Literaturhistoriker einig: Für sie lag die Literaturproduktion um 1900 (1880 – 1914/18) ausschließlich in männlicher Hand. Schriftstellerinnen werden entweder gar nicht oder nur beiläufig erwähnt, mit Ausnahme von Ricarda Huch, gelegentlich Gabriele Reuter und in Verbindung mit Nietzsche und Rilke Lou Andreas-Salomé. Während die Literatur von Frauen um 1900 von der zeitgenössischen Kritik als aktuell und innovativ gewürdigt wurde, sind die Autorinnen aus dem bestehenden literarischen Kanon weitestgehend ausgeschlossen. Dieses Buch versteht sich nicht zuletzt auch als Plädoyer dafür, ihnen einen angemessenen Platz in der modernen Literaturgeschichtsschreibung einzuräumen. Außerdem möchte es dazu anregen, die zu Unrecht vergessenen Schriftstellerinnen des Fin de Siècle wieder zu entdecken und ihre Werke neu zu lesen.

Beschreibung

Lag die Literaturproduktion des Fin de siècle ausschließlich in männlicher Hand? Statt einer Antwort auf diese Frage präsentiert dieser Band das Schaffen von 16 Schriftstellerinnen, die als Zeitgenossinnen Theodor Fontanes, Thomas Manns und Arthur Schnitzlers die Literatur um 1900 maßgeblich mitbestimmten. Heute fast vergessen, prägten diese ›Damen der Feder‹ die Literatur ihrer Zeit und bereicherten sowohl die bevorzugten Sujets als auch die Erzählstile um eine weibliche Note. So stellten sie den Identitätskonflikt der modernen Frau in den Mittelpunkt ihrer Romane, kritisierten die Strukturen der bürgerlichen Gesellschaft, zeigten den Einfluss des Milieus hinsichtlich der Entwicklung des weiblichen Individuums, behandelten Themen der ›Nervenkunst‹ wie Neurasthenie und Hysterie und griffen die um 1900 verbreiteten Mentalitäten wie ›Dekadenz‹ und ›Lebenspathos‹ auf. Kämpferische Romane für die Emanzipation der Frau entstehen neben sensiblen Darstellungen weiblicher Psyche, aufrüttelnde Prostituiertenromane werden zu modernen Bestsellern.
Mit Beiträgen von Lou Andreas-Salomé, Helene Böhlau, Margarete Böhme, Else Jerusalem, Ida Boy-Ed, Hedwig Dohm, Marie von Ebner-Eschenbach, Enrica von Handel-Mazzetti, Ricarda Huch, Maria Janitschek, Minna Kautsky, Isolde Kurz, Gabriele Reuter, Franziska zu Reventlow, Bertha von Suttner, Klara Viebig.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Impressum
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Der weibliche Blick auf das Fin de siécle. Schriftstellerinnen zwischen Naturalismus und Expressionismus: Zur Einleitung
  • Die Muse als Autorin: Zur Karriere von Lou Andreas-Salomé
  • Perspektiven weiblicher Differenz im Werk Ida Boy-Eds
  • Vom Blaustrumpf zur mütterlichen Lebenskünstlerin: Helene Böhlau
  • Ichlosigkeit als Paradigna weiblichen Daseins - Prostitutionbei Margarete Böhme und Else Jerusalem
  • Intertextualität und Modernität im erzählerischen Werk Hedwig Dohms
  • Schloß-Banalitäten. Lebenslehren aus einer halbwegs heilen Welt: Marie von Ebner-Eschenbach
  • Wider die Eindeutigkeit: Maria Janitschek
  • Sozialkritik und Zukunftshoffnung: Minna Kautsky
  • Mutter des Vaterlands - Tochter der Lilith: Isolde Kurz
  • Das Apostolat der christlichen Tochter: Enrica von Handel-Mazzetti
  • Das gerettete Ich: Ricarda Huchs romantischer Historismus
  • Psychologie und Gesellschaftskritik: Gabriele Reuter
  • Politisch ihrer selbst zum Trotz: Franziska zu Reventlow
  • Nicht nur Die Waffen nieder!: Bertha von Suttner
  • Dichterin des sozialen Mitleids: Clara Viebig
  • Back Cover

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