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Was ist Behinderung?

Abwertung und Ausgrenzung von Menschen mit Funktionseinschränkungen vom Mittelalter bis zur Postmoderne

Christoph Egen

Diese Publikation zitieren

Christoph Egen, Was ist Behinderung? (2020), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839453339

Beschreibung / Abstract

Der Behinderungsbegriff spiegelt die menschliche Vielfalt nicht adäquat wider, sondern transportiert das Bild einer scheinbar homogenen Menschengruppe, die symbolisch auf das Piktogramm des Rollstuhlfahrers reduziert wird.
Christoph Egen geht den Fragen nach, was »Behinderung« überhaupt ist und wie sich der gesellschaftliche Blick auf Menschen mit Funktionseinschränkungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart gewandelt hat. Dabei greift er auf die Prozesssoziologie von Norbert Elias zurück, um die Abwertungs- und Ausgrenzungsprozesse von Menschen zu untersuchen - und liefert so einen wertvollen Beitrag zur interdisziplinären Fachdiskussion.

Beschreibung

Christoph Egen (Dipl.-Soz.-Wiss. und Dipl.-Päd.) arbeitet als Klinikmanager und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik für Rehabilitationsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover sowie als Lehrbeauftragter des Instituts für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover. Im Jahr 2017 erhielt er im Rahmen seiner soziologischen Promotion ein Norbert-Elias-Stipendium zur Recherche in unveröffentlichten Werken von Norbert Elias im Deutschen Literaturarchiv in Marbach.

Kritik

»Die vorliegende Monographie ist eine grundlegend wichtige Lektüre bereits im sozialwissenschaftlichen Bachelorstudium, vor allem, weil es Behinderungsprozesse über lange Zeiträume vorstellt.
Erkenntnisbildend ist der Band auch im praktischen Bereich der Gesundheits-, Behinderten- und Kinder- und Jugendhilfe.«
Hans Günther Homfeldt, www.socialnet.de, 26.08.2020

Besprochen in:
www.lehrerbibliothek.de, 28.07.2020
Schnecke, 109 (2020)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Inhalt
  • Danksagung
  • Vorwort
  • Einleitung und Gliederung
  • 1. Modelle von Behinderung
  • 1.1 Medizinisches Modell von Behinderung
  • 1.2 Soziales Modell von Behinderung
  • 1.3 Kulturelles Modell von Behinderung
  • 1.4 WHO-Modell von Behinderung (ICF-Modell)
  • 2. Der deutsche Behinderungsbegriff
  • 2.1 Juristische Definition und Etymologie
  • 2.2 Entwicklung des Begriffs der körperlichen Behinderung
  • 2.3 Entwicklung des Begriffs der geistigen Behinderung
  • 2.4 Weitere Begriffsentwicklung in der Nachkriegszeit
  • 2.5 Gesellschaftliche Implikationen der Begriffsentwicklung
  • 2.6 Zur Vielschichtigkeit des deutschen Behinderungsbegriffsund Festlegung des Behinderungsverständnisses dieser Arbeit
  • 3. Konzeptualisierung und methodische Vorgehensweise
  • 3.1 Gegenstand der Untersuchung
  • 3.2 Definition von Behinderungsprozessen
  • 3.3 Konzeptualisierung von Behinderungsprozessen
  • 3.4 Fragestellungen
  • 3.5 Theoretisches Konzept
  • 4. Menschen mit Funktionseinschränkungenim Mittelalter bis zum 17. Jahrhundert
  • 4.1 Mittelalterliche Gesellschaftsstruktur und Mentalitäten
  • 4.2 Wahrnehmung von Devianz und körperlicher Differenz
  • 4.3 Religiöse und medizinische Vorstellungen bezüglich Krankheitund Funktionseinschränkung
  • 4.4 Institutionalisierte Reaktionen auf kranke und funktionseingeschränkte Menschen
  • 4.5 Zusammenfassung und weiterführende Reflexionen
  • 5. Menschen mit Funktionseinschränkungen in der Moderne (18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts)
  • 5.1 Entwicklung moderner Gesellschaftsstrukturen und Mentalitäten
  • 5.2 Wahrnehmung von Devianz und körperlicher Differenz
  • 5.3 Naturwissenschaftliche Vorstellungen bezüglich Krankheitund Funktionseinschränkung
  • 5.4 Institutionalisierte Reaktionen auf kranke und funktionseingeschränkte Menschen
  • 5.5 Zusammenfassung und weiterführende Reflexionen
  • 6. Gesellschaftliche Konstruktion von Normalität und Abweichung
  • 7. Menschen mit Funktionseinschränkungen in der Postmoderne (Nachkriegszeit bis Gegenwart)
  • 7.1 Postbürgerliche Gesellschaftsstrukturen und Mentalitäten
  • 7.2 Wahrnehmung von Devianz und körperlicher Differenz
  • 7.3 Bewertung von Menschen mit Funktionseinschränkungenals Rechtssubjekte
  • 7.4 Institutionalisierte Reaktionen auf (potenziell) krankeund funktionseingeschränkte Menschen
  • 7.5 Zusammenfassung und weiterführende Reflexionen
  • 8. Prozesssoziologische Schlussfolgerungenund persönliche Reflexionen
  • 8.1 Bestimmung der Richtung von Behinderungsprozessen
  • 8.2 Exkurs: »Apokryphen« des wissenschaftlichen Methodenkanonsund Reflexion des eigenen Involvierungsgrads
  • 8.3 Die Modelle von Behinderung und der Behinderungsbegriffin der Retrospektive
  • 8.4 Ein prospektiver Blick
  • Literatur- und Quellenverzeichnis
  • Anhang

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