Der Code der Pflege

Christopher Dietrich

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Christopher Dietrich, Der Code der Pflege (26.04.2024), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 1430-9653, 2020 #3, S.197

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Accesses

Beschreibung / Abstract

Die Systemtheorie von Niklas Luhmann ist als soziologische Theorie in vielen Disziplinen rezipiert worden und hat einige Irritationen erzeugt. Der radikale Ansatz, den Menschen aus der Soziologie verschwinden zu lassen, ist dabei nachvollziehbarerweise auf viel Widerspruch gestoßen und hat möglicherweise aus diesem Grund im Kontext der Pflegewissenschaft eine Aufmerksamkeit erhalten, die bestenfalls als randständig zu bezeichnen ist. Doch bietet die Systemtheorie Luhmanns ein Instrument zur Beobachtung sozialer Kommunikation an, welche die pflegewissenschaftliche Reflexion des Handlungsfelds ordnen kann. Nicht die Frage des „Was wird beobachtet?“ steht im Vordergrund, sondern die Frage nach dem „Wie wird beobachtet?“ (Luhmann 1992: 153ff). Diese Beobachtung zweiter Ordnung, also die Beobachtung der Beobachtenden, ermöglicht eine Reflexion pflegerischer Tätigkeiten, die der Beschreibung der Pflege angemessener ist, als die bisher dominierenden substanziellen Definitionen, die letztlich Aneinanderreihungen der Was-Beobachtungen darstellen (exempl. ICN 2002) oder Pflege durch Pflege erklären. Luhmann explizierte den Code des Systems der Krankenbehandlung mit krank/gesund. Dieser ist allerdings für das Pflegesystem ungeeignet, die bislang aufgestellten Codes für ein Pflegesystem sind revidierungsbedürftig.

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