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Dynamik der Gewalt

Eine mikrosoziologische Theorie

Randall Collins

Diese Publikation zitieren

Randall Collins, Dynamik der Gewalt (2011), Hamburger Edition HIS, Hamburg, ISBN: 9783868545258

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Der amerikanische Soziologe Randall Collins untersucht die realen Welten der menschlichen Zwietracht – von der häuslichen Gewalt über Mobbing und gewalttätigen Sportarten bis hin zu bewaffneten Konflikten.

Er erklärt, warum sich Gewalt typischerweise gegen Schwächere richtet und warum »Vorwärtspanik« ihren Ausbruch begünstigt. Er zeigt, warum sie als ritualisierte Zurschaustellung, als klandestiner Terrorakt oder Mord inszeniert wird und, warum nur wenige dazu fähig sind, Gewalt tatsächlich auszuüben.

Collins legt präzise dar, warum Gewalt nur ausgelöst werden kann, wenn die emotionalen Barrieren fallen, die gewalttätiges Handeln verhindern. Und er skizziert, wie man der Gewalt in Zukunft entgegentreten kann.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhalt
  • Inhaltsverzeichnis
  • Kapitel 1 · Die Mikrosoziologie gewaltsamer Konfrontationen
  • Gewaltsituationen
  • Quellenlage auf Mikroebene: Aufzeichnung, Rekonstruktion und Beobachtung
  • Situationsvergleich zwischen verschiedenen Gewaltformen
  • Kampfmythen
  • Gewaltsituationen werden durch ein emotionales Feld aus Anspannung und Angst gestaltet
  • Alternative Theorieansätze
  • Die Evolution sozialer Techniken zur Kontrolle der Konfrontationsanspannung
  • Quellen
  • Vorschau
  • Die Komplementarität von Mikro- und Makrotheorien
  • Teil I · Gewalt und ihre schmutzigen Geheimnisse
  • Kapitel 2 · Konfrontationsanspannung und fehlende Gewaltkompetenz
  • Tapfer, kompetent und ebenbürtig?
  • Der Schlüsselbegriff für die Realität: Konfrontationsanspannung
  • Anspannung, Angst und Nichterfüllung im militärischen Kampf
  • Niedrige Kampfkompetenz
  • Beschuss durch die eigenen Leute und unbeteiligte Opfer
  • Unter welchen Bedingungen herrscht Freude am Kampf?
  • Das Kontinuum von Anspannung, Angst und Kampfleistung
  • Konfrontationsanspannung bei Polizeieinsätzen und im nichtmilitärischen Kampf
  • Angst wovor?
  • Kapitel 3 · Vorwärtspanik
  • Kriegsgräuel
  • Vorbehalt: Die vielfältigen Ursachen von Gräueln
  • Asymmetrische Verstrickung von Vorwärtspanik und paralysierten Opfern
  • Vorwärtspanik und einseitige Verluste in Entscheidungsschlachten
  • Gräueltaten im Frieden
  • Massengewalt
  • Demonstranten und Einsatzkräfte
  • Der Mengenmultiplikator
  • Alternativen zur Vorwärtspanik
  • Kapitel 4 · Angriff auf den Schwachen I: Häusliche Gewalt
  • Die emotionale Definition der Situation
  • Hintergrund- und Vordergrunderklärungen
  • Misshandlung der besonders Schwachen: Von der Normalität zur Gräueltat im zeitlichen Ablauf
  • Drei Wege: normaler, begrenzter Konflikt, heftige Vorwärtspanik und terroristisches Folterregime
  • Das Aushandeln interaktiver Techniken der Gewalt und der Opferhaltung
  • Kapitel 5 · Angriff auf den Schwachen II: Drangsalieren, Straßenraub und bewaffnete Überfälle
  • Das Kontinuum totaler Institutionen
  • Straßenraub und bewaffnete Überfälle
  • Wie man sich an interaktiver Schwäche mästet
  • Teil II · Gesäuberte und inszenierte Gewalt
  • Kapitel 6 · Inszenierung fairer Kämpfe
  • Held gegen Held
  • Die Rolle der Zuschauer bei der Begrenzung von Gewalt
  • Kampfschulen und Kampfsitten
  • Die Zurschaustellung des Risikos und die Manipulation der Gefahr bei Säbel- und Pistolenduellen
  • Der Niedergang des Duells und seine Ablösung durch das Feuergefecht
  • Ehre ohne Fairness: Die Vendetta als Verkettung ungleicher Kämpfe
  • Ephemere situative Ehre und Bocksprung-Eskalation zum Kampf mit einseitigem Schusswaffengebrauch
  • Hinter der Fassade von Ehre und Respektlosigkeit
  • Das kulturelle Prestige fairer und unfairer Kämpfe
  • Kapitel 7 · Gewalt als Vergnügen und Zeitvertreib
  • Moralische Auszeiten
  • Plündern und Zerstören hält die Beteiligten bei der Stange
  • Die wilde Party als elitärer Potlach
  • Zechzonen und Ausgrenzungsgewalt
  • Gewalt derer, die kein Ende akzeptieren wollen
  • Frustrierende Zechgelage und das Schüren kollektiver Wallung
  • Paradox: Wieso führt Trunkenheit meistens nicht zu Gewalt?
  • Die Ein-Kampf-pro-Schauplatz-Grenze
  • Kämpfen als Action und Zeitvertreib
  • Scheingefechte und Moshpits
  • Kapitel 8 · Gewalt im Sport
  • Sport als dramatisch zugespitzter Konflikt
  • Spieldynamik und Spielergewalt
  • Praktische Fähigkeiten zum Aufbau von Dominanz führen zum Sieg
  • Zum Timing von Spielergewalt: Gewalt durch frustrierte Verlierer und an Wendepunkten
  • Spielabhängige Zuschauergewalt
  • Fangewalt abseits des Spielfeldes: Sieger- und Verliererkrawalle
  • Gewalt abseits des Spielfelds als ausgeklügelte Methode: Fußball-Hooligans
  • Die dramatische lokale Konstruktion antagonistischer Identitäten
  • Die Revolte des Publikums in Zeiten der Entertainerdominanz
  • Teil III · Zur Dynamik und Struktur von Gewaltsituationen
  • Kapitel 9 · Wann Gewalt ausbricht und wann nicht
  • Alltägliche, begrenzte Feindseligkeit: Lästern, Jammern, Debattieren und Streiten
  • Prahlerei und Drohgebärden
  • Der Kodex der Straße: Institutionalisiertes Prahlen und Drohen
  • Wege in den Tunnel der Gewalt
  • Kapitel 10 · Die Minderheit der Gewalttätigen
  • Die kleine Zahl der aktiv und kompetent Gewalttätigen
  • Herr der Lage oder Action-Sucher: Polizisten
  • Wer gewinnt?
  • Kämpfen wie in Trance versus Gefechtsbenommenheit: Mikrosituative Techniken interaktiver Dominanz
  • Der Kampf ums Cockpit am 11. September
  • Kapitel 11 · Gewalt als Dominanz der emotionalen Aufmerksamkeit
  • Was machen die anderen?
  • Gewalt ohne Publikum: Profikiller und Gewalt im Verborgenen
  • Terroristische Taktiken der Konfrontationsminimierung
  • Gewaltnischen im Aufmerksamkeitsraum von Konfrontationen
  • Kapitel 12 · Epilog: Schlussfolgerungen für die Praxis
  • Bibliographie
  • Register
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