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Gewalt erklären!

Plädoyer für eine entdeckende Prozesssoziologie

Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl

Diese Publikation zitieren

Thomas Hoebel, Wolfgang Knöbl, Gewalt erklären! (2019), Hamburger Edition HIS, Hamburg, ISBN: 9783868549669

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Gewalt ist ein soziales Ereignis, das alltäglich ist, auch wenn sich Regionen der Welt mitunter massiv in ihren Gewaltniveaus unterscheiden. Und doch wird Gewalt – zumindest in den westlichen Gesellschaften – als Rätsel oder exotisches Geschehnis wahrgenommen, mit Auswirkungen, die selbst noch in den Sozialwissenschaften zu beobachten sind. Denn die Gewaltforschung tut sich einigermaßen schwer, Gewalt zu erklären, wenn nicht sogar der Versuch der Erklärung dezidiert zurückgewiesen wird.
Erklärungen, die jeweils bei den Motiven von Akteuren, bei situativen Interaktionsdynamiken oder gesellschaftlichen Bedingungskonstellationen ansetzen, können allein nicht überzeugen. Die Autoren schlagen vor, an prozessualen Erklärungen von Gewalt zu arbeiten, die den Blick auf die Vorgänge der Verursachung richten, um so der wissenschaftlichen Diskussion um Gewalt einen neuen methodischen Impuls zu geben.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhaltsverzeichnis
  • 1. Gewalt erklären? Zur Einführung
  • Macron, die Gelbwesten und der Tod – oder: Die Alltäglichkeit und Problematik von Gewalterklärungen
  • Das Anliegen des Buches – und vier Thesen
  • Das wissenschaftstheoretische Desinteresse der Gewaltforschung …
  • … und seine Gründe
  • Die Gewaltforschung als Ökologie – und ihre Heuristiken
  • 2. Konstruktion und Kausalität: Prämissen systematischer Rekonstruktion
  • Gegen eine vorschnelle Verabschiedung kausalen Erklärens
  • Für ein weites Verständnis von Erklären
  • 3. Kausale Heuristiken der Gewaltforschung – und ihre Probleme
  • Motive – oder: Warum übt jemand Gewalt aus?
  • Situationen – oder: Wo und wann entsteht Gewalt?
  • Konstellationen – oder: Welche sozialen Bedingungen ermöglichen Gewalt?
  • Die Zirkularität der Heuristiken
  • 4. Der Mikro-Makro-Link als Sackgasse
  • Mikro, Makro, Migräne
  • Sozialtheoretische Alternativen – gesucht, aber nicht gefunden
  • 5. Temporalität und Timing: Grundzüge prozessualen Erklärens von Gewalt
  • Sensibilisierende Konzepte prozessualen Erklärens von Gewalt: Transitivität, Generalität, Indexikalität und Historizität
  • Voraussetzungen temporaler Analyse
  • Entdeckende Prozesssoziologie als Methode – oder: Gewaltsoziologie jenseits von Mikro und Makro
  • 6. Gewalt erklären! Grenzen und Perspektiven
  • Literatur
  • Zu den Autoren

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