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Tanz auf Messers Schneide.

Kriminalität und Recht in den Ghettos Warschau, Litzmannstadt und Wilna

Svenja Bethke

Diese Publikation zitieren

Svenja Bethke, Tanz auf Messers Schneide. (2015), Hamburger Edition HIS, Hamburg, ISBN: 9783868546538

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

»Kriminalität« und »Recht« in nationalsozialistischen Ghettos

Dieses Thema verblüfft vielleicht auf den ersten Blick, dachte man doch, die verfolgten Juden Europas lebten in einem rechtsfreien Raum, in dem absolute Willkür herrschte. Tatsächlich aber entwickelte sich in den Ghettos eine eigene Rechtsspähre.

Am Beispiel der Ghettos Warschau, Litzmannstadt und Wilna beschreibt Svenja Bethke, auf welche Weise die jüdischen Instanzen bemüht waren, das Recht als Instrument des Schutzes der Gemeinschaft und der Aufrechterhaltung einer internen Moral einzusetzen. Sie schildert die tragische Chancenlosigkeit und den letztlich aussichtslosen Versuch einer Anpassung an erzwungene Lebensverhältnisse.

Svenja Bethke zeichnet ein vielschichtiges Bild der Ghettogemeinschaft, die nicht einfacheine solidarische Opfergemeinschaft war, die als Kollektiv ums Überleben kämpfte, sondern eine sozial heterogene, unterschiedliche Interessen verfolgende Zwangsgemeinschaft.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Studien zur Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts | Ausgewählt von Jörg Baberowski, Bernd Greiner und Michael Wildt
  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • Zum Forschungsstand
  • Zu den Quellen
  • Zum Aufbau
  • I. Kriminalität und Recht in der »Lebenswelt Ghetto«
  • »Lebenswelt Ghetto« – »jüdische« oder »menschliche« Erfahrung?
  • Definitionen von Kriminalität und Recht
  • II. Nationalsozialistische »Judenpolitik« in Osteuropa und die Perspektive der Judenräte
  • Die Ghettoisierung der jüdischen Bevölkerung
  • Deutsche Kerninteressen im Wandel
  • Neue Definitionen von Kriminalität
  • Willkürliches Handeln und paradoxe Entwicklungen
  • Die Überlebensstrategien der Judenräte
  • III. Die Bekanntmachungen der Judenräte – Definitionen von kriminellem Handeln
  • Deutsche Forderungen und ihre Überführung
  • Ghettointerne Regeln und Sanktionen
  • Deutsche Forderungen im Rahmen
  • IV. Die jüdische Polizei als Exekutivorgan
  • Die Einrichtung der jüdischen Polizeiorgane
  • Versuche interner Gestaltung
  • Strafverfolgung und Ermittlungen
  • Deliktdefinitionen in der Praxis der jüdischen Polizeiorgane
  • V. Die ghettointernen Gerichte
  • Institutionelle Rahmenbedingungen
  • Offizielle und inoffizielle Abgrenzungen zur deutschen Gerichtsbarkeit
  • Rechtstraditionen und Berufserfahrungen
  • Exkurs: Jüdische Gerichte und jüdisches Recht in historischer Perspektive
  • Verhandelte Rechtsfälle
  • »Mildernde Umstände« und Amnestien
  • Spezifische Rechtsprobleme
  • VI. Der Strafvollzug im Ghetto
  • Das Spektrum der Strafen
  • Die ghettointernen Zentralgefängnisse
  • VII. Die »einfachen« Ghettobewohner und ihr Bezug auf die »inneren« und »äußeren« Autoritäten
  • Zum Umgang mit ghettointernen Rechtsinstanzen
  • Wege der Beschwerde
  • Kriminalität als Widerstand?
  • Kriminalität und Recht zwischen »äußerer Macht« und »innerer Autonomie« – Schlussbetrachtungen
  • Danksagung
  • Anhang
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Quellen- und Literaturverzeichnis
  • Zur Autorin

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