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Zeit der Unterhändler

Koordinierter Kapitalismus in Deutschland und Frankreich zwischen 1920 und 1950

Philipp Müller

Diese Publikation zitieren

Philipp Müller, Zeit der Unterhändler (2019), Hamburger Edition HIS, Hamburg, ISBN: 9783868549584

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Weder Kapitalismus noch Demokratie galten in den 1920er und 1930er Jahren als Pfeiler der Stabilität. Das begann sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu ändern. Dargestellt wird dieser Wandel in der Regel als Triumph von kapitalistischer Konsumgesellschaft und wohlfahrtsstaatlich gesicherter Demokratie über Faschismus und Kommunismus. 70 Jahre Bundesrepublik bieten Anlass, diese Sicht neu zu bewerten.
Hermann Bücher zum Beispiel, Vorstandsmitglied des Reichsverbands der Deutschen Industrie, hielt Politiker für ökonomisch inkompetent und Parlamente für ungeeignet, um die wirtschaftlichen Grundlagen moderner Gesellschaften zu gestalten. Dennoch avancierte er nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem wichtigen Berater der ersten bundesdeutschen Regierung unter Konrad Adenauer. Wie kam es dazu, dass Akteure wie Hermann Bücher in Deutschland, genauso wie andere in Frankreich, demokratische Regierungen als Partner des Kapitalismus akzeptierten?
Schlüssel dieser Entwicklung waren Vertreter wirtschaftlicher Interessen, die als Unterhändler zwischen Unternehmen und Staat vermittelten. Sie traten für eine Transformation des wirtschaftsliberalen Individualismus zu einem koordinierten Kapitalismus ein. Philipp Müller zeigt, dass die wirtschaftlichen Eliten durch die Regimewechsel nicht nachhaltig berührt wurden und in der Nachkriegszeit zu starkem Einfluss auf die wirtschaftliche und politische Ordnung gelangten. Damit stieg auch ihre Bereitschaft zur Akzeptanz der Demokratie.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhaltsverzeichnis
  • Die Geister des Kapitalismus. Einleitung
  • I · Die Vertretung des wirtschaftlichen Allgemeinen
  • Entrepreneure der Wirtschaftsrepräsentation
  • Von der Wirtschaftsrepräsentation zum Kapitalismus der Gruppen
  • II · Vision und Praxis. Kein koordinierter Kapitalismus ohne Staat
  • Scheitern der nationalen und internationalen Koordination des Kapitalismus
  • Interaktionsräume deutsch-französischer Unternehmervertreter
  • Korporative Außenpolitik in der Weltwirtschaftskrise
  • III · Unternehmerverbände im nationalsozialistischen Regime
  • Unternehmerverbände in der NS-Rüstungspolitik
  • Ideologische und praktische Schnittstellen
  • Unternehmerkoordination in der NS-Außenwirtschaft
  • Wirtschaftskoordination in der Internationalen Handelskammer
  • IV · Kollaboration und Kooperation. Die »Neue Wirtschaft« in Frankreich
  • Reformdiskussionen im Verbandswesen
  • Das Colloque Walter Lippman und die Erneuerung des Liberalismus
  • Koordinierter Kapitalismus in Vichy
  • Kollaboration: Der Fall »Francolor«
  • V · Koordinierter Kapitalismus und Demokratie
  • Kapitalismus ohne Amerikanisierung
  • Kontinuitäten in der Nachkriegszeit
  • Wirtschaftsvertreter und Demokratie in der IG-Farben-Entflechtung
  • Unternehmerverbände in Frankreich zwischen Liberalismus und Etatismus
  • Deutsch-französische Verflechtung im koordinierten Kapitalismus
  • Rückblick
  • Quellen- und Literaturverzeichnis
  • Ungedruckte Quellen
  • Gedruckte Quellen
  • Literatur
  • Dank
  • Zum Autor

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