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Normalität und Fragilität

Demokratie nach dem Ersten Weltkrieg

Diese Publikation zitieren

Tim B. Müller(Hg.), Adam Tooze(Hg.), Normalität und Fragilität (2015), Hamburger Edition HIS, Hamburg, ISBN: 9783868546514

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Wenn heute die Fragilität der Demokratie wieder in den politischen Horizont rückt und von »gefährlichen Zeiten« für die Demokratie die Rede ist, lohnt sich ein Blick zurück auf die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

In vielen europäischen Gesellschaften wurde die Demokratie damals gleichzeitig zur Regierungs- und Lebensform, machte den Schritt vom politisch Neuen zur Normalität. Aber diese Normalität war nicht ohne Fragilität zu denken.

Der Blick zurück eröffnet vor allem Einsichten in die erstaunliche Wandlungs- und Handlungsfähigkeit von Demokratien – sie überstanden auch extreme ökonomische und politische Krisen – aber auch in die Bedingungen für einen Zusammenbruch.

Historiker_innen aus zahlreichen europäischen Ländern und aus Amerika befassen sich mit Kernfragen der vergleichenden Demokratieforschung: mit der gesellschaftlichen Akzeptanz der Demokratie, der Vielfalt ihrer Ausdrucksformen in Politik und Alltagsleben oder der Ausbildung eines dauerhaften demokratischen Erwartungshorizonts. Sie gehen der Frage nach, wie die Demokratie selbstverständlich wurde und es auch in existenziellen Krisen blieb – und warum sie dennoch in einigen Fällen zerstört wurde.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhaltsverzeichnis
  • Tim B. Müller | Adam Tooze, Demokratie nach dem Ersten Weltkrieg
  • Adam Tooze, Ein globaler Krieg unter demokratischen Bedingungen
  • Vor dem Krieg: Die erste Welle der Demokratisierung
  • Demokratiewelle und politische Kultur
  • Der Erste Weltkrieg und die Demokratie
  • Mobilisierung und Demokratisierung
  • Russland 1917 und die Demokratie
  • Demokratie im Krieg und gegen den Krieg
  • Hedwig Richter, Die Konvergenz der Wahltechniken und die Konstruktion des modernen Wählers in Europa und Nordamerika
  • Wahlreformer in New York City
  • Techniken modernen Wählens in Berlin
  • Zusammenfassung und Ausblick
  • Benjamin Schröder, Wer ist Freund, wer Feind? Parteien und Wähler in politischer Unsicherheit
  • Wachsende Unsicherheit
  • Klassifizierung der Zwischenkriegswählerschaft
  • Schließung der Lücke
  • Laura Beers, Frauen für Demokratie. Möglichkeiten und Grenzen des zivilgesellschaftlichen Engagements
  • Der demokratische Humanismus der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit
  • Die Rekonzeptualisierung des demokratischen Internationalismus in der Zwischenkriegszeit
  • Andrea Rehling, Demokratie und Korporatismus – eine Beziehungsgeschichte
  • Demokratie und Korporatismus in der Forschung
  • Partizipation im korporativen Gremium als Antwort auf die Soziale Frage
  • Partizipation im korporativen Gremium als Antwort auf die funktional differenzierte Gesellschaft
  • Fazit: Das Verfahren der Entscheidungsfindung als Gretchenfrage im Verhältnis von Demokratie und Korporatismus
  • Philipp Müller, Neuer Kapitalismus und parlamentarische Demokratie. Wirtschaftliche Interessenvertreter in Deutschland und Frankreich
  • Die Rolle von Interessenvertretern in Wirtschaft und Politik
  • Die öffentliche Bedeutung wirtschaftlicher Interessenvertretung
  • Kapitalistische Wirtschaftspolitik im Rahmen demokratischer Verhältnisse
  • Moritz Föllmer, Führung und Demokratie in Europa
  • Typen demokratischer Führung in den 1920er Jahren
  • Demokratische Führung in den Krisen der 1930er Jahre
  • Fazit
  • Helen McCarthy, Das »Making« und »Re-Making« der demokratischen Kultur in Großbritannien
  • Aktive Staatsbürgerschaft
  • Der Mythos der liberalen britischen Tradition
  • Das Narrativ der britischen sozialen Demokratie
  • Schlussbetrachtung
  • Ben Jackson, Keynes, Keynesianismus und die Debatte um Gleichheit
  • War Keynes ein Denker der Gleichheit?
  • Von Keynes zum Keynesianismus
  • Jessica Wardhaugh, Demokratische Experimente in der politischen Kultur Frankreichs
  • Faschismus und Demokratie: Historische Hintergründe
  • Frankreich zwischen den Kriegen: Krise und Chance
  • Sommer 1936: Die entscheidende Phase für Experimente
  • Schlussbetrachtung
  • Tim B. Müller, Demokratie, Kultur und Wirtschaft in der deutschen Republik
  • Demokratie und Wirtschaftspolitik
  • Der »Kampfboden« der Demokratie und die Ökonomie
  • Ende und Anfang
  • Philipp Nielsen, Verantwortung und Kompromiss. Die Deutschnationalen auf der Suche nach einer konservativen Demokratie
  • Weimar, Demokratie und Gefühle
  • Die DNVP und das »Verantwortlichkeitsgefühl«
  • Schlussfolgerung
  • Stefanie Middendorf, Finanzpolitische Fundamente der Demokratie? Haushaltsordnung, Ministerialbürokratie und Staatsdenken in der Weimarer Republik
  • Ministerialbeamte und der Pragmatismus der Staatsbejahung
  • Haushaltsordnung und die Reform des parlamentarischen Budgetrechts
  • Fazit
  • Urban Lundberg, »Volksheim« oder »Mitbürgerheim«? Per Albin Hansson und die schwedische Demokratie
  • Volksheim
  • Das sozialdemokratische Nachkriegsvokabular
  • Mitbürgerheim
  • Geist und Taten
  • Potenzielle Konvertiten des Nationalsozialismus
  • Zwei Nationen
  • Unvollendete Demokratie
  • Jeppe Nevers, Demokratiekonzepte in Dänemark nach dem Ersten Weltkrieg
  • Demokratie und Folkestyre
  • Die wahre Demokratie: Ansichten von links
  • Die wahre Demokratie: Ansichten von rechts
  • Eine liberale Demokratie am Horizont?
  • Johanna Rainio-Niemi, Die finnische Demokratie in der Zwischenkriegszeit
  • Die nordischen Traditionen in Staat und Gesellschaft
  • Finnland, das Zarenreich und der erstaunlich frühe Durchbruch der politischen Demokratie
  • Unabhängigkeit und Bürgerkrieg
  • Monarchie oder Republik?
  • Strategien zur nationalen Wiedervereinigung: Integration oder Ausgrenzung der politischen Linken?
  • Die Grenzen der Demokratie
  • Warum musste die autoritäre Bewegung in Finnland scheitern?
  • Auf dem Weg zu den nordischen Modellen
  • Elisabeth Dieterman, Demokratische Perspektiven in den Niederlanden der 1930er Jahre
  • Demokratie in der Defensive
  • Ökonomische Demokratie
  • Die niederländische Demokratie
  • Demokratische Perspektiven
  • Andrea Orzoff, Das Personal und das Vokabular der Demokratie. Die Erste Tschechoslowakische Republik
  • Staatsbildung
  • Die politischen Mechanismen des Staates
  • Masaryk, die Präsidentschaft und die Demokratie
  • Das Ende der Republik
  • Schluss
  • Till Kössler, Demokratie und Gesellschaft in Spanien. Populäre Vorstellungen der Zweiten Republik 1931–1936
  • Der Zusammenbruch der spanischen Demokratie
  • Die Republik – Versprechen und Bedrohung
  • Von der Hoffnung zur Verzweiflung
  • Schluss
  • Jason Scott Smith, Der New Deal als demokratisches Projekt.
  • Zu den Autorinnen und Autoren
  • Zu den Herausgebern

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