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Kapitalismus und politische Moral in der Zwischenkriegszeit

Oder: Wer war Julius Barmat?

Martin H. Geyer

Diese Publikation zitieren

Martin H. Geyer, Kapitalismus und politische Moral in der Zwischenkriegszeit (2018), Hamburger Edition HIS, Hamburg, ISBN: 9783868549355

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Der Aufstieg und Fall des jüdischen Unternehmers Julius Barmat in der Zwischenkriegszeit steht exemplarisch für die andauernden Debatten über Kapitalismus, Moral und Demokratie. Das Buch regt dazu an, den politischen Radikalismus neu zu überdenken und sich mit der heutigen Praxis des Kapitalismus und der Kapitalismuskritik auseinanderzusetzen.
Wer war dieser Julius Barmat, der am Silvestertag 1924 im noblen Schwanenwerder bei Berlin verhaftet wurde? Ein begnadeter Unternehmer, der während der englischen Blockade maßgeblich zur Lebensmittelversorgung in Deutschland beitrug, dessen Industriekonzern aber im Zuge der Währungsstabilisierung scheiterte? Oder ein betrügerischer, korrupter, »ostjüdischer« Kriegs- und Inflationsgewinnler? War er ein Agent des Kaiserreichs oder ein opportunistischer Sozialdemokrat und Förderer der Zweiten Internationale? Die Verhaftung dieses Mannes löste einen der brisantesten deutschen Finanzskandale aus, der nicht nur die Justizbehörden, die Medien und Radikale beschäftigte, sondern auch Literaten und Theaterregisseure.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

  • Frontmatter
  • Cover
  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung: Julius Barmat – ein bekannter Unbekannter
  • Skandal und Skandalisierung
  • Grenzen einer biografischen Annäherung
  • Demokratie, Kapitalismus und politische Moral
  • Grenzübertritte, Grenzüberschreitungen und Grenzziehungen
  • Kapitel 1: Grenzüberschreitung: Der Ostjude, der aus dem Westen kam
  • Einwanderer mit wirtschaftlichen und politischen Ambitionen
  • Umstrittener Großlieferant von Lebensmitteln ins hungernde Deutschland
  • Korruptionsdebatten im Übergang vom Kaiserreich zur Republik
  • Kapitel 2: Grenzgänger des Kapitalismus in der Zeit von Hyperinflation und Währungsstabilisierung 1923/24
  • Ein charismatisches »Konzern-Genie«? Die Expansion des Barmat-Konzerns 1923/24
  • Ein spekulationsbereiter Partner: Die Preußische Staatsbank
  • Reichspostminister Höfle auf Abwegen
  • »Zins- und Kreditwucher«: Der Fall Jakob Michael
  • »Luftgeschäfte«: Der Fall des Waffenhändlers Iwan Kutisker
  • Zwei Interpretationen des wirtschaftlichen Grenzgängertums
  • Kapitel 3: Grenzen der politischen Moral: Korruption und Koalitionspolitik 1925
  • Empörung
  • Politische Systemfrage: Bürger- vs. »Barmatblock«
  • Die Skandalisierung des Reichspräsidenten Friedrich Ebert
  • Kleine Geschenke und große Politik: Die »Korruption der SPD«
  • Kapitel 4: Das System schlägt zurück: Die Grenzen des republikanischen Rechtsstaates 1926–1929
  • Republikanische Empörungen und Gegenskandalisierungen
  • Die Disziplinierung der Staatsanwälte: Eine Kriminalgeschichte der besonderen Art
  • Vertrauenskrise der Justiz?
  • Bemühungen um politische Friedensschlüsse: Das Barmat-Urteil 1928
  • Kapitel 5: Grenzen der Repräsentation: Politisches Theater 1926–1930
  • »Unpleasant play«: Der Kaufmann von Berlin
  • »Politische Zeitstücke« und Kapitalismus
  • Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen
  • Verfremdetes Berlin: Mahagonny und Panama
  • Kapitel 6: Grenzgänger der Vernunft: Die Aporien des politischen Aufklärungsradikalismus
  • »Der Michael Kohlhaas-Kampf des Bücherrevisors Lachmann«
  • Nationale Mobilisierungsstrategien des alldeutschen Verlegers Julius F. Lehmann
  • Gottfried Zarnow: Ein deutscher Émile Zola?
  • Das bittere Ende des Aufklärungsradikalismus
  • Kapitel 7: Schließungen: Krise des Kapitalismus, Maßnahmenstaat und Ausgrenzungen 1930–1939
  • Völkische Dialektik: »Enteignet die Fürsten. Barmat braucht Geld!«
  • Weltwirtschaftskrise: Misere des Kapitalismus und des Staates
  • Kampf gegen »Korruption« und »Volksschädlinge«
  • Radikalisierung des Maßnahmenstaates: Vermögenskonfiskation und Ausbürgerung
  • Kapitel 8: Ein grenzenloser Betrüger? Eine transnationale Geschichte 1929–1934
  • Börsengeschäft mit großen Folgen: Die Schweizer »Affaire Appenzell«
  • Der Betrug an der Belgischen Nationalbank
  • Französische Verschwörungsfantasien: »Les deux heimatlos« Serge Alexandre Stavisky und Julius Barmat
  • Die belgisch-holländische Ausweisungsdebatte
  • Die Grenzen der sozial-moralischen Ordnung. Ein flämischer Barmat-Roman
  • Kapitel 9: Der Aufstieg der Rexisten und die belgische »Affaire Barmat« 1934–1938
  • Léon Degrelles Kampf gegen den »Hyperkapitalismus« und das System politico-financier
  • Die Anatomie eines Skandals
  • Ein kurzer Prozess
  • Kapitel 10: Radikalisierung und Grenzüberschreitungen 1933–1945
  • Ausmerzung des »Barmat-Geistes«
  • Jud Süß und Der ewige Jude
  • Gewalt und Vernichtung
  • Nachbetrachtungen: Über das Verschwinden von Julius Barmat
  • Formen des lebenden Gedächtnisses
  • Zeitgeschichte ohne Barmat
  • Eine Kapitalismusgeschichte mit und ohne Julius Barmat
  • … und wer war Julius Barmat?
  • Anmerkungen
  • Einleitung
  • Kapitel 1
  • Kapitel 2
  • Kapitel 3
  • Kapitel 4
  • Kapitel 5
  • Kapitel 6
  • Kapitel 7
  • Kapitel 8
  • Kapitel 9
  • Kapitel 10
  • Nachbetrachtungen
  • Backmatter
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Archive
  • Zeitungen
  • Literaturverzeichnis
  • Personen- und Sachregister
  • Dank
  • Zum Autor

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