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»Weibliche Angelegenheiten«

Handlungsräume von KZ-Aufseherinnen in Ravensbrück und Neubrandenburg

Johannes Schwartz

Diese Publikation zitieren

Johannes Schwartz, »Weibliche Angelegenheiten« (2018), Hamburger Edition HIS, Hamburg, ISBN: 9783868549270

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Im KZ Ravensbrück, dem größten NS-Frauenkonzentrationslager auf deutschem Gebiet, sollte die Oberaufseherin gemäß Dienstvorschrift dem Schutzhaftlagerführer »in allen weiblichen Angelegenheiten beratend zur Seite« stehen. Dabei war den KZ-Aufseherinnen »jede Misshandlung« von weiblichen KZ-Gefangenen offiziell verboten. Dennoch gehörte Gewalt zu ihrer alltäglichen Praxis.


Johannes Schwartz untersucht die verschiedenen Formen der Gewalt von KZ-Aufseherinnen in Ravensbrück und dem Außenlager Neubrandenburg in ihren Wechselwirkungen und Verbindungslinien: von psychisch und »sanft« bis exzessiv und unberechenbar, von instrumentell bis exemplarisch.


Anhand vielfältiger Quellen analysiert er, wie sich diese Gewaltpraktiken in die Zielsetzungen der KZ-Verwaltung und der Kriegsindustrie einfügten. Zugleich aber belegt er, dass erst die Variabilität und Unberechenbarkeit ihrer Handlungen das Herrschaftsverhältnis der KZ-Aufseherinnen gegenüber den weiblichen KZ-Gefangenen immer wieder von Neuem herstellten.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titelseite
  • Impressum
  • Widmung
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einführung
  • Theorieperspektiven und Fragestellungen
  • Materialgrundlage: Entstehungskontexte, Aufschreibepraktiken und Narrative
  • Abriss der Lagergeschichte: Ravensbrück und Neubrandenburg
  • I Rekrutierung und Ausbildung
  • Statistiken zur Herkunft und Rekrutierung
  • Freiwillige Bewerbungen
  • Werbetouren in Kriegsbetrieben
  • Die »Dienstverpflichtung«: Eine Zwangsmaßnahme des Arbeitsamtes?
  • Ausbildung zur Gewalt?
  • II Karrierewege
  • Aufstiegsmöglichkeiten
  • NSDAP-Mitgliedschaft als Karrierevoraussetzung?
  • Erster Karriereweg: Von der Zellenbau-Leiterin zur Oberaufseherin
  • Zweiter Karriereweg: Von der Arbeitsdienstführerin zur Oberaufseherin
  • Dritter Karriereweg: Von der Abteilungsleiterin zur Oberaufseherin
  • Versetzungen von Oberaufseherinnen
  • Karriereende: Entlassungen von Oberaufseherinnen
  • Die Verweigerung eines Karriereangebots: Das Beispiel Irmgard S.
  • III Führungs- und Durchsetzungspraktiken
  • »Erfahrung in fraulichen Belangen«: Die Oberaufseherin Johanna Langefeld
  • Eigensinn und Kameraderie: Machtkämpfe in Auschwitz und Ravensbrück
  • »Streng und unnachsichtig«: Herrschaftspraktiken Elsa Ehrichs in Majdanek
  • Der Pragmatismus und die soziale Vernetzung Maria Mandls
  • Die Bemühungen von Irmgard S. um Entlassung
  • IV Strafen und Gewalt im Lageralltag
  • Die Strafordnung und die Strafpraxis
  • Strafpraktiken der Oberaufseherinnen
  • Der provisorische Holz-Zellenbau
  • Der Strafblock
  • Der Stein-Zellenbau
  • Appelle
  • Der Häftlingsblock
  • V Herrschaft und Gewalt in der Textil- und Kriegsindustrie
  • Erwartete und reale Arbeitsproduktivität
  • Gewalt zur Steigerung der Arbeitsproduktivität
  • »Sanfte Gewalt« als Herrschaftspraxis
  • Verfolgung von Eigeninteressen innerhalb der SS-Hierarchie
  • Geschlechterpraktiken
  • Autotelische Gewalt
  • VI Selektion und Vernichtung
  • Die Mordaktion »14f13«
  • Selektionen im Krankenrevier Neubrandenburgs
  • Selektionen im Ravensbrücker Hauptlager ab Januar 1945
  • Ein Import aus Auschwitz? Vernichtungsdimensionen im Uckermark-Lager
  • Resümee
  • Handlungsräume und ihre Grenzen
  • Spektren der Gewalt
  • Zwangsarbeit im Frauen-KZ
  • Geschlecht als Vorstellung und Praxis
  • NS-Diskurse und Nachkriegsnarrative
  • Gesamtfazit
  • Anhang
  • Kurzbiografien von KZ-Aufseherinnen
  • Verzeichnis der Tabellen
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Verzeichnis der Archivalien, Archivbestände und der Literatur
  • Dank
  • Zum Autor

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