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Brauchbare Illegalität

Vom Nutzen des Regelbruchs in Organisationen

Stefan Kühl

Diese Publikation zitieren

Stefan Kühl, Brauchbare Illegalität (2020), Campus Frankfurt / New York, 60486 Frankfurt/Main, ISBN: 9783593445564

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung

Stefan Kühl ist Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld. Er arbeitet als Organisationsberater der Firma Metaplan für Ministerien, Verwaltungen, Unternehmen und Hochschulen. Zuletzt erschienen von ihm bei Campus »Wenn die Affen den Zoo regieren. Die Tücke der flachen Hierarchien«, »Das Regenmacher-Phänomen. Widersprüche im Konzept der lernenden Organisation« und »Sisyphos im Management. Die vergebliche Suche nach der optimalen Organisationsstruktur«.

Beschreibung / Abstract

Alle weichen mal von den Regeln ab. Das gehört zum Leben in Organisationen dazu. Der Grund: Organisationen brauchen Regeln, um berechenbar zu sein, für situative Anpassungen sind aber auch Regelbrüche nötig. Da diese überhaupt erst das Funktionieren von Organisationen aufrechterhalten, spricht man in der Organisationsforschung von »brauchbarer Illegalität«. Dabei ist, so der Soziologie und Organisationsberater Stefan Kühl, nicht jeder Verstoß nützlich: Manchmal zielt er nur auf einen persönlichen Vorteil, nicht selten endet er in einem für die Organisation hochriskanten Skandal.
Wie kommt es zu Regelbrüchen? Wann können von ihnen wichtige Impulse ausgehen? Wo liegen Probleme der Regelabweichungen? Wie kann man sich intern über sie austauschen? Anhand einer Vielzahl von konkreten Fällen wirft der Autor einen genauen Blick auf die Nützlichkeiten und Risiken der alltäglichen Regelabweichungen in Organisationen.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • Regelverletzungen in Organisationen – Eine Einleitung
  • 1 Funktionale Regelverstöße und brauchbare Illegalität – Warum sich Regelabweichungen in Organisationen nicht vermeiden lassen
  • 1.1 Die Personalisierung der Verantwortung
  • 1.2 Gründe für Regelabweichungen
  • 1.3 Zwischen formalen Konsistenzerwartungen und widersprüchlichen Umweltanforderungen
  • 1.4 Grauzonen zwischen Regeleinhaltung und Regelverletzung
  • 2 Verstöße gegen »Gesetze des Staates« und »Gesetze der Organisation«
  • 2.1 Wie man Erwartungen fixieren kann – Ähnlichkeiten und Unterschieden von Positivierung und Formalisierung
  • 2.2 Die Zurechnung der Verantwortung für Gesetzesverstöße
  • 2.3 Sensibilitäten und Toleranzen gegenüber Gesetzesverstößen
  • 2.4 Fließende Übergänge zwischen Verstößen gegen Gesetze und Verstößen gegen die Formalstruktur
  • 3 Die schwierige Unterscheidung zwischen brauchbarer und unbrauchbarer Illegalität
  • 3.1 Auf der Suche nach persönlichen Vorteilen – Unterschlagung, Korruption, Arbeitsverweigerung
  • 3.2 Illegale Lösungen für das Motivationsproblem
  • 3.3 Der Charme informaler Entlohnungen in Organisationen
  • 3.4 Die Grenzen informaler Belohnungssysteme
  • 4 Zur Erosion formaler Normen – Der Kontakt von Organisationen mit eingehegter Illegalität zu Organisationen mit entgrenzter Illegalität
  • 4.1 Epidemische und eingedämmte Regelabweichung
  • 4.2 Eine Frage der Loyalität – Organisationsmitglieder in Rollenkonflikten
  • 4.3 Kontaktflächen – Kooperationen zwischen Organisationen mit eingehegter und entgrenzter Illegalität
  • 4.4 Organisationen im Graubereich zwischen kontrollierter und unkontrollierter Regelabweichung
  • 5 Entstehung, Durchsetzung und Regulierung von Regelabweichungen
  • 5.1 Die Entstehung von regelmäßigen Regelabweichungen
  • 5.2 Das Erlernen von Regelabweichungen
  • 5.3 Die Herstellung von Kooperationsbeziehungen bei brauchbarer Illegalität
  • 5.4 Zur Durchsetzung informaler Erwartungen
  • 5.5 Öffnung und Schließung von Fenstern rationaler Kalkulationen
  • 6 Regelbuch statt Regelbruch – Reaktion auf das Bekanntwerden brauchbarer Illegalität
  • 6.1 Auf der Suche nach der transparenten, durchformalisierten Organisation
  • 6.2 Ungewollte Nebenfolgen einer Politik konsequenter Regelkonformität
  • 6.3 Das geschicktere Verstecken von Regelabweichungen
  • 6.4 Die Zerstörung des informalen Wissensmanagements
  • 7 Die Moralisierung der Organisation – Zur Produktion von Heuchelei
  • 7.1 Zum Unterschied von Legalität und Moralität
  • 7.2 Moral als Ausdruck der Achtung und Missachtung von Personen
  • 7.3 Moralisch aufgeladene Kulturprogramme als Aufforderung zur Heuchelei
  • 7.4 Die Akzeptanz der Funktionalität von Regelabweichungen
  • 8 Zum Management von Regelkonformität und Regelabweichung – Ein Fazit
  • 8.1 Regelkonformität und Regelabweichung als Sprichwörter des Managements
  • 8.2 Daumenregeln zum Umgang mit brauchbarer und unbrauchbarer Illegalität
  • 8.3 Die Thematisierbarkeit des Nichtthematisierbaren
  • 8.4 Auswege aus dem Prinz-von-Homburg-Dilemma
  • Anhang – Theoretische und methodische Überlegungen
  • Zur Konzeption des Buches
  • Empirischer Zugriff
  • Zur Anonymisierung der Empirie
  • Anmerkungen
  • Literatur

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