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Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941

Die Kontroverse um die Präventivkriegsthese

Diese Publikation zitieren

Gerd R. Ueberschär(Hg.), Lev Bezymenskij(Hg.), Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941 (2014), WBG, Darmstadt, ISBN: 9783863127411

Getrackt seit 05/2018

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Accesses

Beschreibung / Abstract

Bis in die 80er-Jahre galt in der Geschichtswissenschaft und den deutschen Medien als gesicherte Erkenntnis, dass Hitlers Angriff auf die Sowjetunion eine Konsequenz seines ideologischen Programmes zur Gewinnung von »Lebensraum im Osten« gewesen ist. In der Phase des ›Historikerstreits‹ kam es dann zu dem Versuch, den Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 als Präventivkrieg zu deklarieren. Deutschland sei mit diesem Überfall den Angriffsabsichten Stalins nur um wenige Monate zuvorgekommen. Gerade in jüngster Zeit wird diese Präventivkriegsthese unter Berufung auf neu zugängliche russische Dokumente wieder propagiert. Aus diesem Anlass setzen sich erstmals russische und deutsche Historiker in einem gemeinsamen Band mit dieser Interpretation kritisch auseinander.
Im ersten Teil beleuchten hiesige Historiker die deutsche Forschungskontroverse, sie widmen sich besonders den neuen national-konservativen Auslegungen. Der Abschnitt wird mit einer Auswahl deutscher politischer und militärischer Quellen zum Angriff auf die Sowjetunion abgerundet. Im zweiten Teil des Buches befassen sich russische Autoren mit der umstrittenen militärischen und politischen Reaktion Stalins auf Hitlers Ostprogramm und den Forschungen in ihrem Land zur Präventivkriegsthese. Auch dieser Teil schließt mit einer Auswahl von Dokumenten. Sie stammen aus russischen Archiven und waren bisher der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Beschreibung

Am 22. Juni 1941 fiel die Deutsche Wehrmacht trotz Nichtangriffs- und Freundschaftspakt zwischen den Diktatoren Hitler und Stalin in die Sowjetunion ein. Auf das »Unternehmen Barbarossa« folgte ein Vernichtungskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands gegen die UdSSR – konsequente Fortsetzung von Hitlers rasseideologischem Programm, »Lebensraum im Osten« zu erobern. Speziell von national-konservativer Seite wurde in jüngster Zeit wieder einmal der Versuch unternommen, den Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion in einen sogenannten ›Präventivkrieg‹ umzudeuten. Mit dieser These setzen sich hier – erstmals in einem Band versammelt – deutsche und russische Wissenschaftler auf kritische Weise auseinander und leisten damit einen wichtigen Beitrag gegen das Umdeuten, Verdrängen und Vergessen. Das Buch enthält zentrale deutsche und russische Dokumente, die zum Teil der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich waren.

Beschreibung

Gerd R. Ueberschär, geb. 1943, Dr. phil., war viele Jahre Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Militärgeschichtlichen Forschungsamt Freiburg/Potsdam, ab 1996 Historiker und Archivar am Militärarchiv Freiburg und seit 1986 außerdem Lehrbeauftragter an der Universität Freiburg. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte des Nationalsozialismus und zum deutschen Widerstand.


Lev A. Bezymenskij, Dr., 1920 – 2007, war Journalist, langjähriger Korrespondent in Bonn, Redakteur der Zeitschrift ›Nowoje Wremja‹ (Neue Zeit) und ab 1999 Professor an der Moskauer Militärakademie.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort zur Neuausgabe
  • Vorwort der Herausgeber
  • I. Die militärisch-politische Entwicklung aus deutscher Sicht
  • Die Entwicklung der deutsch-sowjetischen Beziehungen von 1939 bis 1941 und Hitlers Entschluß zum Überfall auf die UdSSR
  • Die militärische Planung für den Angriff auf die Sowjetunion
  • Die NS-Propagandathese vom angeblichen Präventivkriegscharakter des Überfalls
  • Hitlers Überfall auf die Sowjetunion 1941 und Stalins Absichten. Die Bewertung in der deutschen Geschichtsschreibung und die neuere „Präventivkriegsthese“
  • Der 22. Juni 1941 und seine Vorgeschichte im Geschichtsunterricht der Bundesrepublik Deutschland
  • II. Die militärisch-politische Entwicklung aus sowjetischer Sicht
  • Die sowjetisch-deutschen Beziehungen 1939– 1941 aus der Sicht Moskaus
  • Militärische Pläne eines Gegenschlags der UdSSR
  • Der sowjetische Nachrichtendienst und der Kriegsbeginn von 1941
  • Ein russischer Historikerstreit? Zur sowjetischen und russischen Historiographie über den deutschen Angriff auf die Sowjetunion
  • III. Dokumente zu Hitlers und Stalins politischen Zielen
  • Stalins Rede vom 5. Mai 1941 – neu dokumentiert
  • Stalins Äußerungen zur Politik gegenüber Deutschland 1939– 1941
  • Ausgewählte sowjetische Dokumente
  • Ausgewählte deutsche Dokumente
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Personenregister
  • Die Autoren des Bandes

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