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Das unzufriedene Volk

Protest und Ressentiment in Ostdeutschland von der friedlichen Revolution bis heute

Detlef Pollack

Diese Publikation zitieren

Detlef Pollack, Das unzufriedene Volk (2020), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839452387

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Ostdeutsche stilisieren sich im öffentlichen Diskurs gern als Opfer der deutschen Einheit. Tatsächlich haben sie sich aber von der friedlichen Revolution bis heute als mächtiger politischer Akteur erwiesen. So ging im revolutionären Umbruch von 1989 die Dynamik nicht von der kleinen Schar der Bürgerrechtler und Bürgerrechtlerinnen aus, sondern von der Bevölkerung. Und heute beherrscht die ostdeutsche Bevölkerung durch ihr Wahlverhalten und nicht zuletzt durch ihren Opferdiskurs die öffentlichen Debatten. Am ostdeutschen Protestverhalten lässt sich begreifen, wie sich eine Bevölkerung zum Volk konstituiert - unter den Bedingungen einer Diktatur - und wie in der Demokratie die kollektive Selbstermächtigung zum Ressentiment verkommt.

Beschreibung

Detlef Pollack, geb. 1955, lehrt Religionssoziologie an der Universität Münster und ist dort stellvertretender Sprecher des Exzellenzclusters »Religion und Politik«. Nach seinem Studium und der Promotion in Leipzig habilitierte er sich an der soziologischen Fakultät in Bielefeld und hatte Professuren in Leipzig, Frankfurt/Oder und New York inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben der Religionssoziologie die politische Kultur im wiedervereinigten Deutschland und die Demokratisierung in Ostmitteleuropa.

Kritik

Besprochen in:
www.uni-muenster.de, 31.08.2020
Humanistischer Pressedienst, 01.09.2020

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Inhalt
  • Einführung
  • Kapitel 1 — »Wir sind das Volk« Die Rolle der ostdeutschen Bevölkerung in der friedlichen Revolution
  • Einleitung
  • Der Heldenmythos
  • Fünf mikrohistorische Fallstudien
  • Zusammenhangsanalyse und Versuch einer Erklärung
  • »Wir sind das Volk«
  • Kapitel 2 — »Wir sind ein Volk« Die Ostdeutschen im Prozess der Wiedervereinigung
  • Die Mauer ist gefallen
  • Der Wunsch nach Vereinigung
  • Bedenken der Opposition und der intellektuellen Elite
  • Ein Riss geht durch das Land
  • »Für unser Land«
  • Das Neue Forum verliert an Unterstützung
  • Der Niedergang der SED
  • Zunehmende Intoleranz
  • Helmut Kohl – der Hoffnungsträger
  • Sturm auf die Stasi
  • Verhandlungen am Runden Tisch
  • Die Volkskammerwahl vom 18. März 1990
  • Kapitel 3 — »Wir war’n das Volk« Die schwierige Ankunft der Ostdeutschen in Deutschland
  • Erwartungen der Ostdeutschen an die deutsche Einheit
  • Enttäuschung, Missmut, Empörung, Ostalgie
  • »It’s the economy, stupid!«
  • Protest
  • Ossis – Wessis: Herabsetzung und Selbstbehauptung
  • Erneuerung des Wissenschaftssystems
  • Die schwierigen neunziger Jahre
  • Und heute? Steigende Zufriedenheit, bleibende Misere
  • Der Siegeszug der Neoliberalismuskritik
  • Was ist dran an der Kritik des neoliberalen Marktmodells?
  • Das Verhältnis der Ostdeutschen zur Demokratie
  • Was das Verhältnis zur Demokratie beeinflusst
  • Rechtspopulismus
  • Die Ostdeutschen – ein Porträt
  • Fazit
  • Danksagung

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