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Wohnen und Leben im Quartier in Zeiten von Digitalisierung

Michael Mayerle und Benjamin Freese

Diese Publikation zitieren

Michael Mayerle, Benjamin Freese, Wohnen und Leben im Quartier in Zeiten von Digitalisierung (27.01.2020), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0943-8394, 2020 #1, S.30

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Bei bisherigen Versuchen, die Chancen von Digitalisierung in Wohnen und im Quartier zu beschreiben, dominieren derzeit noch technologische und ökonomische Perspektiven, welche die „gesamtwirtschaftlichen Potenziale“ (Becks u. a. 2010, S. 19) neuer technologischer Entwicklungen in den Mittelpunkt rücken. Anwendungstechnologien wie ,Smart Home‘ (vgl. Meyer/Schulze 2010) geben zwar vor, Bedürfnisse von Menschen besser zu befriedigen und zu einer Erhöhung der Lebens- und Wohnqualität zu führen, haben jedoch nach Einschätzung der Autoren nicht immer die wohnbezogenen Bedürfnisse von Menschen bzw. soziale Wohnfunktionen sowie Teilhabe-, Partizipations- und sozialräumliche Aneignungsmöglichkeiten im Blick. Stattdessen werden Menschen tendenziell in den ihnen zugewiesenen Rollen als KonsumentInnen, KundInnen oder PatientInnen in das jeweilige System eingepasst. In diesen Rollen werden sie – wenn überhaupt – in Studien zu Technikakzeptanz und in Evaluationsstudien befragt, viel zu selten aber von vornherein bei der Entwicklung von technischen Lösungen beteiligt. Die individuelle Lebensführung und Vorstellungen von gelingendem Wohnen (zum Beispiel im Alter) bleiben dabei implizit. Aus den genannten Gründen plädieren die Autoren für die Entwicklung einer eigenständigen sozialwissenschaftlichen (sozial- und medienpädagogischen) Perspektive im Lebensfeld Wohnen und Quartier in Zeiten von Digitalisierung. Dabei interessiert sie vor allem die Frage, wie vor dem Hintergrund von Digitalisierung die gesellschaftliche Teilhabe, Partizipation und Selbstbestimmung aller Menschen gestärkt werden kann. Ihre eigenen fachlichen und beruflichen Hintergründe legen es nahe, sich in diesem Zusammenhang mit den Potenzialen von inklusiver Medienbildung und einer ausgeprägten sozialräumlichen Perspektive mit Blick auf Menschen unterschiedlichen Alters (Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen) – sowohl mit, als auch ohne Behinderung – zu beschäftigen, die in unterschiedlichen Wohnformen im Quartier leben. Vor dem Hintergrund einer Perspektive der inklusiven Medienbildung plädieren die Autoren für einen Paradigmenwechsel bei der Entwicklung und dem Einsatz von (digitalen) Medien und technischen Systemen im Quartier sowie bei den entsprechenden Förderprogrammatiken.

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