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'Verzeiht, ich kann nicht hohe Worte machen'

Briefe von Otto Klemperer 1906–1973

Diese Publikation zitieren

Antony Beaumont(Hg.), 'Verzeiht, ich kann nicht hohe Worte machen' (2012), edition text+kritik, 81673 München, ISBN: 9783869169781

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Otto Klemperer (1885–1973) war kein Mann des Wortes. Hin und wieder empfand der Dirigent jedoch das Bedürfnis, seine Gedanken über Musik zu Papier zu bringen, und selbst darin vermeidet er alles Blumige oder Feuilletonistische. Wie bei der Probenarbeit konzentrierte er sich als Schriftsteller auf Fasslichkeit, Klarheit, Kraft und Balance.

Was für die literarische Arbeit gilt, gilt erst recht für die Briefe Otto Klemperers. Sie durchstreifen ein weites Themenfeld und sorgen für reiche Abwechslung. Dabei halten sie sich sprachlich an die Regel der Einfachheit, beschränken sich inhaltlich auf das Wesentliche. Auch zeigt sich Klemperer nirgends bereit, sich in die Tiefe auszuweiten. Stattdessen wiegelt er ab – "Mehr darüber zu schreiben, würde zu weit führen" – und wechselt das Thema. Immer wieder sucht er dennoch den Diskurs mit Komponisten, Literaten, Künstlern und Politikern, unter ihnen Hans Pfitzner, Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter, Artur Schnabel, Alban Berg, Paul Hindemith, Arnold Schönberg, Franz Schreker, Richard Strauss, Igor Strawinsky, Alexander Zemlinsky, Konrad Adenauer, Eleanor Roosevelt, Theodor W. Adorno, Ernst Bloch, Thomas Mann und Oskar Kokoschka. Konfrontiert er sie mit eigenen, divergierenden Meinungen, begründet er diese nur knapp. Selbst wenn er von musikalischen Sachverhalten schreibt, versucht er nicht, Inhalte verbal zu artikulieren. "Verzeiht", entschuldigt er sich dann, "ich kann nicht hohe Worte machen". Gelegentlich plaudert er aus dem dirigentischen Nähkästchen, schildert technische Kniffe, empfiehlt Wege zum Ziel; manchmal sucht er den Rat eines Komponisten, manchmal erteilt er einem Kunstschaffenden wiederum Ratschläge; mal erinnert er sich gerne an eine gelungene, mal erzürnt er sich über eine missglückte Aufführung.

Die 426 Briefe des Bandes hat Lotte Klemperer, die Tochter des Komponisten, aus einem Fundus von ca. 4000 Briefen und Brieffragmenten zur Veröffentlichung ausgewählt und freigegeben.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Impressum
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort von Nuria Schoenberg-Nono
  • Einleitung
  • Zur Quellenlage
  • Abkürzungen
  • Die Briefe
  • 1906–1910 Prag
  • 1910–1913 Hamburg
  • 1913–1914 Barmen
  • 1914–1917 Straßburg
  • 1917–1924 Köln
  • 1924–1927 Wiesbaden
  • 1927–1933 Berlin
  • 1933 Fiesole/Wien
  • 1933–1939 Los Angeles
  • 1939–1947 New York/Los Angeles
  • 1947–1950 Budapest/Melbourne
  • 1951–1956 Kanada/Europa
  • 1957–1973 Die letzten Jahre
  • Anhang I Kommentare von Lotte Klemperer
  • Anhang II Otto Klemperers Repertoire
  • Anhang III Kurzbiografien der Briefempfänger
  • Personenregister

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