Zugriffsrechte erwerben. Einloggen

Affektivität und Mehrsprachigkeit

Dynamiken der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

Cite this publication as

Anne Fleig(Hg.), Marion Acker(Hg.), Matthias Lüthjohann(Hg.), Affektivität und Mehrsprachigkeit (2019), Narr Francke Attempto, 72070 Tübingen, ISBN: 9783772056574

Tracked since 05/2018

2
Downloads

Beschreibung

Marion Acker und Matthias Lüthjohann sind wissenschaftliche Mitarbeiter_innen im Teilprojekt Geteilte Gefühle des SFB 1171 Affective Societies an der Freien Universität Berlin.
Anne Fleig ist Professorin für Deutsche Philologie an der Freien Universität Berlin und Leiterin des Teilprojekts Geteilte Gefühle im SFB Affective Societies.

Beschreibung

Affektivität und literarische Mehrsprachigkeit sind vielfach miteinander verflochten, dennoch ist ihre Verbindung keineswegs selbstverständlich. Die historisch wirkmächtige und bis heute verbreitete Norm der Einsprachigkeit weist vor allem der Muttersprache eine hohe affektive Bedeutung zu. Ihre sichere Beherrschung gilt vielfach als Voraussetzung für Autorschaft und literarisches Schreiben, gebrochenes Deutsch als Provokation des literarischen Betriebs. Die Infragestellung solcher Normen zeigt daher, wie eng Sprache und Affektivität verbunden sind. Doch auch die literaturwissenschaftliche Forschung hat diese Beziehung lange ignoriert und eher die Repräsentation von Affekten und Gefühlen in den Mittelpunkt gerückt. Dagegen stellt der Sammelband erstmals zur Diskussion, inwiefern sich gerade mehrsprachige Literatur durch die Darstellung, den Vollzug und die Reflexion sprachlicher Affektivität auszeichnet. Er verbindet die Einsichten und Befunde der Mehrsprachigkeitsphilologie mit unterschiedlichen Ansätzen zur Affektivität des literarischen Textes, die von psychoanalytischen Theorien über das Feld der Erinnerungs- und Gedächtnistheorie bis zu den jüngeren Affect Studies reichen. Mit Paul Celan, Herta Müller, Feridun Zaimoglu, Yoko Tawada, Marica Bodroi, Katja Petrowskaja und Tomer Gardi sind nur einige der Autor*innen genannt, deren Texte im Band untersucht werden.

Beschreibung

Affektivität und literarische Mehrsprachigkeit sind vielfach miteinander verknüpft, Mehrsprachigkeit ist ohne Affekt kaum denkbar. Die historisch wirkmächtige und bis heute verbreitete Norm der Einsprachigkeit weist vor allem der Muttersprache eine hohe affektive Bedeutung zu. Ihre sichere Beherrschung gilt vielfach als Voraussetzung für Autorschaft und literarisches Schreiben, gebrochenes Deutsch als Provokation des literarischen Betriebs. Die Infragestellung solcher Normen zeigt daher, wie eng Sprache und Affektivität verbunden sind. Dies gilt nicht nur für die soziale Praxis, sondern auch für die Theorie. Die literaturwissenschaftliche Forschung hat diese Beziehung lange ignoriert und die Repräsentation von Affekten und Gefühlen in den Mittelpunkt gerückt. Dagegen stellt der Sammelband erstmals zur Diskussion, inwiefern sich gerade mehrsprachige Literatur durch die Darstellung, den Vollzug und die Reflexion sprachlicher Affektivität auszeichnet. Er verbindet die Einsichten und Befunde der Mehrsprachigkeitsphilologie mit unterschiedlichen Forschungsansätzen zur Affektivität des literarischen Textes, die von psychoanalytischen Theorien über das Feld der Erinnerungs- und Gedächtnistheorie bis zu den jüngeren affect studies reichen. Mit Hugo Ball, Paul Celan, Herta Müller, Feridun Zaimoglu, Yoko Tawada, Marica Bodroi, Katja Petrowskaja und Tomer Gardi sind nur einige der Autorinnen und Autoren genannt, deren Texte im Band untersucht werden.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • Affektivität und Mehrsprachigkeit – Umrisse einer neuen Theorie- und Forschungsperspektive (Marion Acker, Anne Fleig, Matthias Lüthjohann)
  • „Der geheime Text“ – Terézia Mora im Gespräch mit Anne Fleig
  • Affekt und Sprachkritik
  • Eine Kulturpolitik des Affekts? Zum Umgang mit Mehrsprachigkeit im Zürcher Dada – mit einem Seitenblick auf Ferdinand de Saussure (Till Dembeck)
  • „Viersprachig verbrüderte Lieder in entzweiter Zeit“. Mehrsprachigkeit und ihre affektive Dimension bei Rose Ausländer und Paul Celan (Jürgen Brokoff)
  • Affekte re-präsentieren. Zur Ambivalenz der Mehrsprachigkeit bei Herta Müller (Marion Acker)
  • Mehrsprachigkeit hören. Zur Rekonstruktion emotionaler Bedeutungsaspekte in Rike Schefflers Loop-Gedicht „Honey, I’m Home“ (Claudia Hillebrandt)
  • Mehrsprachigkeit und Zugehörigkeit
  • „Kanakster“ vs. „Ethnoprotze“. Zur Subjektkonstitution durch Hate Speech bei Feridun Zaimoglu (Robert Walter-Jochum)
  • „Was ist ihre Arbeit hier, in Prosa der deutschsprachige Sprach?“ Mehrsprachige Räume der Begegnung und Empathie in Tomer Gardis Roman broken german (Sandra Vlasta)
  • Schrift-Passionen. Literarische Erzählungen über differente Schriftsysteme und ihre affektive Dimension (Monika Schmitz-Emans)
  • „Wortebeben“ im Echoraum der Erstsprache. Spracherleben in Marica Bodroᅤᄒiᅣヌs Sterne erben, Sterne färben. Meine Ankunft in Wörtern (Monika L. Behravesh)
  • Emotion und Erinnerung
  • Sprachwechsel und Erinnerungsprozesse. Wechselseitige Beziehungen in der Psychoanalyse und in der Prosa von Marica Bodroᅤᄒiᅣヌ (Esther Kilchmann)
  • Sprache als Bemühen, das Gleichgewicht zu gewinnen: Katja Petrowskajas Vielleicht Esther (Annette Bühler-Dietrich)
  • „Gefühlsalphabete“. Das Ausbuchstabieren sprachlicher Affekträume bei Ilma Rakusa (Lena Wetenkamp)
  • Geschichte in Sprachen. Über Französisch und Deutsch im Schreiben von Georges-Arthur Goldschmidt und Hélᅢᄄne Cixous (Susanne Zepp)
  • Autorinnen und Autoren
  • Personenregister

Ähnliche Titel