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Das russische Berlin

Karl Schlögel

Diese Publikation zitieren

Karl Schlögel, Das russische Berlin (2019), Suhrkamp Verlag, Berlin, ISBN: 9783518761342

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Fast eine halbe Million russischer Flüchtlinge nahm Berlin Anfang der 1920er Jahre auf. Die Stadt war in der Zwischenkriegszeit nicht nur die »Stiefmutter der russischen Städte«, sondern auch heimliches Zentrum der Weltrevolution. Hier trafen die totalitären Bewegungen aufeinander, die das Schicksal Europas im »Zeitalter der Extreme« besiegelten.


 


Karl Schlögel spürt die große Geschichte in der kleinen auf, er folgt den dramatis personae und rekonstruiert die Netzwerke, in denen sie sich bewegen. Die Welt der Bahnhöfe und die der Salons im Tiergartenviertel, die Dichter des Silbernen Zeitalters und die Agitkünstler der Sowjetmacht, der Empfang in der sowjetischen Botschaft und Nabokovs Beobachtungen zum Aufstieg der Nazis, die Stadtwahrnehmung der Taxifahrer und der Skandal um die »Zarentochter Anastasia«. In seiner Darstellung spielen Kursbücher und Adressverzeichnisse eine Rolle, Cafés und Cabarets, das Zeremoniell der Diplomatie und die Praktiken des Untergrundkampfes, die polyglotte Welt der Komintern-Funktionäre und die Karten der Geopolitiker.


 

Das Russische Berlin ist kein romantischer Ort, sondern Schauplatz einer Epoche, die Nachkrieg und Vorkrieg in einem war. Seit der Entfremdung zwischen Russland und der Europäischen Union ist auch das hochvernetzte »Russkij Berlin« der Gegenwart politisch gespalten. Der doppelte Blick auf das einstige und heutige russische Berlin erweist sich als unerwartet aktuell und produktiv.

Beschreibung

<p>Karl Schlögel, 1948 geboren, lehrte bis zu seiner Emeritierung Osteuropäische Geschichte, zuerst an der Universität Konstanz, seit 1995 an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören <em>Moskau lesen</em>, <em>Petersburg 1909-1921</em>. <em>Das Laboratorium der Moderne</em>, <em>Im Raume lesen wir die Zeit</em> und <em>Moskau 1937</em>. Sein 2017 erschienenes Buch <em>Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt </em>wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.</p>

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • Vorwort zur erweiterten Neuausgabe
  • Vorwort zur Erstausgabe (1998) Berlin, russische Stadt
  • Asien beginnt am Schlesischen Bahnhof
  • Eydtkuhnen oder Die Genese des Eisernen Vorhangs
  • »Displacement« im »Jahrhundert der Flüchtlinge« : Die Brüder Kulischer und Joseph Schechtman in Berlin
  • Harry Graf Kessler und die Russen
  • Sankt Petersburg am Wittenbergplatz : Eine Hauptstadt im Jahrhundert der Flüchtlinge
  • Jenseits von Kommunismus und Faschismus: Nikolaj Berdjajews Schrift »Das Neue Mittelalter«, Berlin 1923
  • Unter den Linden 7 : Sowjetische Botschaft Berlin
  • Global Village Komintern
  • Stadtwahrnehmung : Nabokov und die Taxifahrer
  • Nikolai Krestinski und Graf von der Schulenburg : Diplomatie als Verrat
  • Radeks Salon in Moabit
  • Simon Dubnows Berliner Tagebuch
  • In einer »Landschaft des Verrats« : Das unterirdische Berlin
  • »Raum als Schicksal« : Die Internationale der Geopolitik
  • Edwin Erich Dwingers russische Obsession
  • A star was born : Anastasia
  • Die Intimität der Generäle : Deutsch-sowjetische Militärbeziehungen
  • Von der Vergeblichkeit eines Professorenlebens : Otto Hoetzsch und die deutsche Rußlandkunde
  • Russian Connection : Das neue russische Berlin
  • Danksagung
  • Bibliographische Notiz

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