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Siegfried Bernfelds politische Schul- und Erziehungstheorie

Daniel Barth

Diese Publikation zitieren

Daniel Barth, Siegfried Bernfelds politische Schul- und Erziehungstheorie (06.12.2019), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 1610-2339, 2019 #1, S.40

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Gemäss Bernfelds Analyse der Höheren Schule besteht deren Funktion darin, Arbeiterkinder und Kinder proletarisierter Schichten des Bürgertums ihrer sozialen Herkunft zu entfremden, um deren Arbeitskraft und Wahlverhalten loyal an Kapitalismus und bürgerliche Demokratie zu binden. In seiner Monographie von 1928 „Die Schulgemeinde und ihre Funktion im Klassenkampf“ untersucht Bernfeld diese Entfremdungsprozesse und beschreibt, wie sich die gesellschaftlichen Widersprüche nicht nur im Unterricht manifestieren, sondern auch Körper und Psyche des einzelnen Schülers erfassen und sein Lernen korrumpieren. Bernfeld arbeitet mit den Mitteln der Psychoanalyse und erweitert diese um das Konzept des „sozialen Orts“. Im Detail wird nachgewiesen, wie sich die Entfremdungserscheinungen der Mittelschüler im Verhältnis zu ihrer sozialen Herkunft und ihrem Triebschicksal unterschiedlich zeigen. Zur Überwindung der Entsolidarisierung fordert Bernfeld konsequent die Auflösung der Höheren Schule. Der Schulkampf, der auf diese Auflösung hinführen soll, bezeichnet Bernfeld als „Erziehung zum Klassenkampf“. Den Kern von Bernfelds politischer Erziehungstheorie bilden solidarische Schüler-Lehrer-Beziehungen, eine Kritik des offiziellen Lehrstoffs und die Aufklärung feindseliger Affekte bei den Schülern.

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