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Die Diagnose als Hybrid. Drei Formen der Entzauberung und die (Re-)Kontextualisierung psychischer Störungen

Martin Harbusch

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Martin Harbusch, Die Diagnose als Hybrid. Drei Formen der Entzauberung und die (Re-)Kontextualisierung psychischer Störungen (10.07.2020), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 9783779960775, 2019 #1, S.197

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Dieser Beitrag revitalisiert die deutsche Verwendungsforschung und führt die Diagnosesoziologie in den deutschen sozialwissenschaftlichen Psychiatriediskurs ein. Beide Thematisierungen werden als neue Wege diskutiert, auf denen gegenwärtige Forschungen empirisch voranschreiten und die Debatte erweitern können. Gerade ältere psychiatriekritische Beiträge haben mit ihren vor allem machtorientierten Perspektiven die historische Abhängigkeit und Kontingenz des Verhältnisses von Vernunft und Wahnsinn herausgearbeitet und die Herrschaftsansprüche rekonstruiert, die mit diesen Zuschreibungen einhergehen und durchgesetzt werden. Dabei haben sie – institutionell orientiert – ihren Fokus weniger auf die kleinen, ebenso komplexen wie fragilen Momenten des Alltags gelegt, in denen psychiatrische Deutungen multiperspektivisch zur Anwendung gebracht und damit wirklich-gemacht werden. Der vorliegende Beitrag möchte mit drei Formen der Entzauberung, die er aus Verwendungsforschung und Diagnosesoziologie entwickelt, auf eine gewisse Einseitigkeit der bisherigen Debatte hinweisen und den in letzter Zeit neu aufkommenden, kleinen und auf situationale Anwendung psychiatrischer Kategorien zielenden empirischen Forschungen einen theoretischen Bezugspunkt zur Verfügung stellen.

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